Vogelfang
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Der Vogelfang im oberösterreichischen Salzkammergut hat eine Jahrhunderte lange Tradition. In historischer Zeit wurden die Vögel fast ausschließlich als Nahrung genutzt. In der Form der Käfighaltung wurde heute zum immateriellen UNESCO Kulturerbe ernannt.
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Geschichte
Am 20. Dezember 1579 unterzeichnete Kaiser Rudolf II. in Prag ein Dokument, in dem festgeschrieben steht, was auf den landesfürstlichen Besitzungen im "Land ob der Enns", zu dem auch das Salzkammergut gehört, erlaubt bzw. verboten ist; unter anderem wird der Vogelfang unter Auflagen und gegen Bezahlung einer kleinen Pacht erlaubt. In Salzburg regelt seit 1526 eine Jagdordnung von Erzbischof Matthäus Lang den Vogelfang. Die Fangerlaubnis wurde vom hochfürstlichen Hofamt ebenfalls gegen Bezahlung einer kleinen Pacht vergeben. In Salzburg ist der Vogelfang seit 1812 wieder weitestgehend verboten.
Die Vogeljagd galt als die Jagd des kleinen Mannes im Gegensatz zur hohen Jagd, die dem Adel und kirchlichen Würdenträgern vorbehalten war.
Früher wurde vor allem mit großen Netzen, mit Leimruten, mit Schlingen und mit dem "Kloben" (einer Fallenart) gefangen. Heute werden mit einem etwa 20 mal 30 Zentimeter großen Klappnetz die Vögel gefangen. In diesem engmaschigen Netz kann sich der Vogel nicht verletzen. Bestimmte Finkenvögel werden mittels Lockvogel gefangen, andere werden durch Futter angelockt. Einmal gefangen kommt heute der Vogel in gut durchlüftete Innen- oder auch Außenvolieren, die mit Ästen und Zweigen für Schlafstellen ausgelegt sind. Auch Sand am Boden ist vorhanden. Die Fütterung erfolgt mit natürlicher Nahrung, etwa Latschen-, Lärchen- und Fichtenzapfen, Sonnenblumenkerne, verschiedene Kräuter, Hanf und Leinsamen.
Nur die Lockvögel dürfen behalten werden. Die andere Tiere werden im Frühjahr wieder frei gelassen.
Verein
2010 sind 34 Vereine mit etwa 500 Mitgliedern im oberösterreichischen Salzkammergut bekannt. Das Wissen, das von Generation zu Generation weitergeben wird, war mit ein Grund, dass die UNESCO den Vogelfang zum Weltkulturerbe erklärt hat.
Verwurzelung
In verschiedenen Ebenseer Landschaftskrippen wird auch der Vogelfang dargestellt. Beim Ebenseer Glöcklerlauf findet man auch das Motiv von Vogeldarstellungen. Beim Ebenseer Fetzenfasching wird ein Vogelhäuserl mitgeführt.
Kritik
Immer wieder flammt der Streit mit Tierschützern auf. Vertreter des Vogelfangs rechtfertigen dies damit, dass in südlichen europäischen Ländern alljährlich viele Millionen Wildvögel bei Jagden getötet werden, die größtenteils in Kochtöpfen landen. Alleine in der Fangsaison 2011 wurden im Salzkammergut 35 000 Vögel gefangen und es kam zu skurrilen Zwischenfällen zwischen Vertretern von Tierschutzorganisationen und den Vogelfängern. So hielten Vogelfänger einen Tierschutzbeobachter stundenlang fest, ehe er durch Polizeigewalt befreit werden konnte.
Quellen
- Salzburgwiki
- Salzburger Nachrichten, 20. August 2010 und 16. November 2011