Stieglbrauerei zu Salzburg

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Stiegl Bier
historische Aufnahme

Die Stieglbrauerei zu Salzburg in Salzburg Maxglan wurde 1492 erstmals in der Altstadt erwähnt und gilt somit als die älteste in Betrieb befindliche Brauerei im Bundesland. Stiegl ist gleichzeitig auch die größte Privatbrauerei in Österreich.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Haus Bey der Stiegen

Stiegl, Haupteingang an der Ostseite
Stieglbrauerei Panoramabild Ostseite
Fabrikseinfahrt der Brauerei in Maxglan. Aufnahme: Juli 2007
1492 wird "Das Haus Bey der Stiegen" in der Altstadt von Salzburg erstmals urkundlich erwähnt. Der Gasthof mit Brauereibetrieb stand nächst der Gstättengasse, etwa dort, wo sich bis vor kurzem das Gesundheitsamt befand. Er stand einst nach Süden hin an der heute ebenfalls nicht mehr bestehenden schmalen Stieglgasse, die nach einer zum Städtischen Arm des Almkanals hinunter führenden kleinen Stiege benannt war. Der dortige Almkanalarm verläuft heute verrohrt im Gehsteigbereich vor dem Haus der Natur zur Salzach.

Mitte des 17. Jahrhunderts wurde die Stieglbrauerei zur größten Brauerei in der Stadt Salzburg.

1909 verkaufte Heinrich Kiener das alte Gebäude an der Gstättengasse an die Stadtgemeinde Salzburg, die das sanierungsbedürftige Gebäude an das Ursulinenkloster weiterverkaufte. Die Ursulinen ließen es abreißen und erbauten hier ein kirchliches Mädchen-Realgymnasium. Das Gebäude wurde nach Übersiedelung der Ursulinenschule in den Jahren nach 1970 bis 2008 vom Gesundheitsamt Salzburg genutzt. Nach dem Umbau (2010) wird hier die Kinder- und Jugendanwaltschaft einziehen.

Der Stieglkeller

Knapp vor Übersiedlung des Betriebes nach Maxglan wurde 1860 der Stieglkeller samt Lagerräumen am Fuß des Festungsberges errichtet und dort in der Folge mehrfach ausgebaut.

Stiegl in Maxglan

1863 übersiedelte der damalige Besitzer Josef Schreiner (* 1812, † 1880) die Stiegelbrauerei aus der Gstättengasse in den von ihm neu errichteten Maxglaner Brauereikomplex, der freilich schon 12 Jahre später einem dreitägigen Brand zum Opfer fiel.

Nach Schreiners Tod kam Franz Huemer an die Spitze des damaligen Besitzerkonsortiums. Er und sein Neffe Heinrich Kiener schufen die Voraussetzungen, dass die Brauerei schon 20 Jahre später ihren Ausstoß verfünffachen konnte.

Kommerzialrat Heinrich Kiener war bis zu seinem Tod 1950 im Unternehmen tätig. Die Leitung ging dann auf Ing. Heinrich Kiener über, unter dessen Führung die Stieglbrauerei zu Salzburg zur größten Privatbrauerei Österreichs wurde.

Am 16. Dezember 2009 wurde in Maxglan der Millionste Hektoliter Stieglbier gebraut. Die Menge entspricht 200 Millionen Stiegl-Halben.[1]

Der Name des landwirtschaftlichen Betriebes der Stieglbrauerei, des Rochushofs, erinnert an den Pestpatron, den Heiligen Rochus, und das dortige Pesthaus (Lazareth zum Heiligen Rochus) samt Pestfriedhof. Fürsterzbischof Paris Lodron 1636 hatte Pesthaus und Friedhof hier errichten ließ.

Stiegl heute

Stiegl ist die einzige Brauerei in Österreich, die regelmäßige Bierauslieferung mit Hilfe eines Pferde-Gespanns betreibt. Das Wasser für das Stieglbier stammt zu 100 Prozent von den Quellen vom Untersberg.

Stiegl Brauwelt

Blick auf den alten Teil der Brauerei, in dem heute unter anderem das Stiegls Braugewölbe und die Stiegls Brauwelt untergebracht sind
Hauptartikel: Stiegl Brauwelt

Im Museum der Brauerei erwarten Sie mehr als 500 Jahre Salzburger Braukunst zum Anfassen. Zum Beispiel kann man den Gärkeller von 1863 sehen. Das Herzstück des Museums ist die Erlebnisbrauerei.

Stiegl Braugewölbe

Hauptartikel: Stiegls Braugewölbe

Im 370 qm großen ehemaligen Braugewölbe finden und fanden zahlreichen Veranstaltungen statt, unter anderen auch das Stiegl Swing Festival Anif.

Stiegl-Terminal

Hauptartikel: Stiegl-Terminal

Das Stiegl-Terminal ist ein im Dezember 2010 eröffnetes Lokal im Eingangsbereich des Salzburg Airport.

Stiegl-Gelände als Veranstaltungsort für Brauchtumsveranstaltungen

Maibaumaufstellen bei der Stieglbrauerei im Jahr 2003

Das alljährliche Aufstellen des Maibaums bei der Stieglbrauerei stellt eine schon zur Tradition gewordene und beliebte Veranstaltung dar. Beim Stiegl-Maibaumfest 2011 wurden 5000 Besucher gezählt.

Verurteilung

Die Brauerei wurde zusammen mit dem Marktführer Brau Union Österreich AG und der Brauerei Ottakringer im Zusammenhang eines seit 1999 geltenden Lieferboykotts für Fassbier für Cash- & Carry-Märkte von der Bundeswettbewerbshörde (BWB) geklagt und vom Kartellgericht im Februar 2012 rechtskräftig verurteilt. Demnach musste Stiegl 170 000 Euro Strafe zahlen, Brau Union 750 000 und Ottakringer 190 000 Euro. Der Brauereiverband hatte 1999 beschlossen, wegen Qualitäts- und Hygienebedenken Großverbrauchermärkte nicht mehr mit Fassbier zu beliefern. Das wurde vom Kartellgericht im Februar 2012 letztlich für nicht zulässig befunden. Das bemängelte Verhalten sei bereits 2011 abgestellt worden[2].

Geschäftsführung

Seit 1991 leitet der promovierte Jurist und Betriebswirtschaftler Dr. Heinrich Dieter Kiener die Geschicke der Stieglbrauerei.

Produktpalette

Alkoholgehalt: 4,9 Vol.% Stammwürze: 12°
Alkoholgehalt: 4,9 Vol.% Stammwürze: 11,6°
Alkoholgehalt: 3,3 Vol.% Stammwürze: 7,9°
Alkoholgehalt: 5,0 Vol.% Stammwürze: 12°
Alkoholgehalt: 5,5 Vol.% Stammwürze: 12,5°
Alkoholgehalt: 7 Vol.% Stammwürze: 16,5°
Alkoholgehalt: 2,5 Vol.%
Alkoholgehalt: 5,1 Vol.% Stammwürze: 12°
Alkoholgehalt: 2,0 Vol.%
Alkoholgehalt: 0 Vol.%

Sonderprodukte

Alkoholgehalt: 4,9 Vol.% Stammwürze: 12° - erhältlich nur in 1- oder 2-Liter-Bügelverschlussflaschen im Stiegl-Braushop, Gaudi & Zisch Markt, Feinkost "Rochushof" und in der Stiegl-Ambulanz Wien.
Geschmacks- und Sortenvielfalt im Wandel der Zeit
Alkoholgehalt: 5,2 Vol.% Stammwürze: 12,6°
Nach dem Reinheitsgebot gebraute Limonade

Frühere Biere

Alkoholgehalt: 5,1 Vol.% Stammwürze: 12°
Alkoholgehalt: 5,1 Vol.% Stammwürze: 12°

Bildergalerie

Literatur

Quellen

  1. Stiegl Presseaussendung
  2. Quellen: Salzburger Nachrichten, 6. März 2012 , diepresse.com

Weblinks

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