Stainer

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Die Familie Stainer repräsentiert ein Stück Wirtschaftsgeschichte im Pinzgau und sind in fünfter Generation als Unternehmer tätig.

Geschichte

Mitglieder der Familie Stainer zählen zu Personen, die das Untere Saalachtal besonders prägten: als größter Arbeitgeber der Region, als energischer Fremdenverkehrsmotor, manchmal auch als Bürgermeister.

Josef Stainer war ein direkter Nachfahre des Tiroler Freiheitskämpfers Johann Jakob Stainer. Er übersiedelte 1847 von Waidring in Tirol in den Salzburger Nachbarort Lofer übersiedelt. Dort errichtete er im Maurermeisterstadl mit seiner Gattin Anna seine erste Tischlerei. Josef, das älteste der zehn Kinder des Paares, war dazu ausersehen, den Betrieb zu übernehmen. Doch dieser wanderte nach Amerika aus, er es zu Wohlstand und Ansehen brachte. In St. Pierre (South Dakota) gründete ebenfalls eine Tischlerei und wurde Stadtrat.

Im Pinzgau ging damals gerade die Ära der Pferdekutschen ging zu Ende. Die neue Eisenbahn auf der Salzach, die Giselabahn verlief abseits von Lofer, das bis dahin ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt war. "Wenn die Menschen nicht mehr zu uns kommen, muss man sie herbringen", dachten sich Josef und Anna Stainers jüngere Söhne Johann, Michael (* 1855, † 1951, er fuhr gerne Hochrad) und Peter. Sie organisierten Kutschenfahrten von den 25 Kilometer entfernten Zugstationen nach Lofer und waren damit Wegbereiter des Fremdenverkehrs im Unteren Saalachtal.

Die Brüder gründeten 1896 die "Brüder J., M. u. P. Stainer OHG", die außer der vom Vater übernommenen Tischlerei auch eine Malerwerkstatt und Möbelmalerei sowie ein Baugeschäft umfasste. Aber das Jahrhundert-Hochwasser 1899 zerstörte größtenteils erst 1898 fertigt gestellten großen Betriebsbau. Die Stainers packten aber neuerlich an und bald schon gingen ihre gediegenen Vollholzmöbel in viele Kronländer der damaligen k.u.k. Monarchie. Dabei waren die Bauaufträgen des Millionärs und Besitzers des Schlosses Grubhof in Sankt Martin bei Lofer, Hermann Schmidtmann besonders wichtige Aufträge.

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die dritte Generation das Unternehmen. 1979 musste die vierte Generation erleben, wie die Tischlerei in Flammen aufging. Peter Stainer betrieb sie bis zu seinem frühen Tod 1982 an einem anderen Standort weiter.

Aber noch vor Peter Stainers Tod hatten sich zwei aus der jungen Stainer-Generation vom Unternehmen getrennt. Das waren der 72-jährige (2012) Waldemar Stainer, der eine eigene Malerei und einen Raumausstattungbetrieb gründete. Sein Sohn Waldemar ist heute Kunstmaler, Tochter Renate ist Gattin des Loferer Holzbau-Unternehmers Walter Meiberger. Der zweite war Arno Stainer (heute 68,[2012]) machte sich mit Möbelmalerei, Schilderherstellung und Lüftlmalerei selbstständig. Er war es, der damit den Weg für die fünfte Generation in der Stainer-Firmengeschichte ebnete. Dieser war nicht immer einfach gewesen. Die Ölkrise 1974 gab der guten Auftragslage einen ersten Dämpfer und führten zu wirtschaftliche Rückgängen, die die Schulden bis zu Kreditsperren anwachsen ließen. Der Hobby-Weltreisende meisterte aber alle Herausforderungen und erweiterte das Unternehmen sogar.

Stainer Schriften & Siebdruck wich 1997 aus Platz gründen in das neu gebaute Unternehmen nach Sankt Martin bei Lofer aus. Die 2 000 Quadratmeter große Produktionsfläche wuchs auf 4 000, später auf 6 000 Quadratmeter an. Als innerhalb von zwei Jahren das Hauptgeschäft - das Bedrucken von Ski und Snowboards - komplett wegbrach, begann im Unternehmen die neue Zeit mit Glas- und Digitaldruck. Auf diesem Gebiet ist Sohn Arno - seit der Pensionierung des Vaters 2005 alleiniger Firmenchef - heute eine internationale Größe. So zählt Tokios größtes Werbeunternehmen zu seinen Kunden. Dieses ließ eine Glasfassade von ihm bedrucken. Der weltbekannte Künstler Urs Fischer in New York vergibt an Stainer Aufträge. Im Inland sind Altholz-Drucke der Renner. Für extravagante Aufträge, etwa für ein spanisches Duftbuch, ist der Betrieb ein Geheimtipp.

Bruder Robert ist gelernter Touristiker. Als neuer Besitzer seines Sommer- und Winter-Campingplatzes in Grubhof, Sankt Martin bei Lofer, erhielt er internationale Auszeichnungen.

Weblinks

Quelle