Stadtpfarrkirche St. Hippolyth

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St. Hippolyth
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Stadpfarrtkirche St. Hippolyth

Die Stadtpfarrkirche St. Hippolyt(h) in Zell am See ist eines der ältesten Gotteshäuser im Land Salzburg. Die Renovierung und die damit verbundene archäologische Teiluntersuchung der Kirche in den Jahren 1972 bis 1975 hat neue, interessante Entdeckungen gebracht.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Das Äußere der Kirche und der Kirchenpatron St. Hippolyt(h) in Verbindung mit der Bezeichnung „Cella“ lassen auf ein hohes Alter der Kirche schließen. Vor der Renovierung vermutete man eine dreischiffige romanische Basilika, wahrscheinlich mit Krypta, die im 14. Jahrhundert gotisiert und um den stattlichen Westturm erweitert worden war.

Renovierungspläne

Die Stadtpfarrkirche St. Hippolyt sollte einer umfassenden Innen- und Außenrenovierung unterzogen werden. Der Renovierung lag ursprünglich der Wunsch zu Grunde, den romanischen Grundcharakter der Kirchenanlage möglichst wieder her zu stellen. Damit in Zusammenhang stehend sollte auch nach einer vermuteten Krypta gesucht werden. Archäologische Grabungen waren nicht vorgesehen.

Archäologische Grabung

Als man im Sommer 1973 im Zuge der Renovierung auf Bestattungen aus der Barockzeit stieß, wurde der damalige Landesarchäologe, Dr. Fritz Moosleitner beigezogen und schließlich mit der Überwachung aller bodenverändernden Baumaßnahmen betraut. Aus Zeit- und Geldmangel beschränkten sich die Grabungen im Wesentlichen auf den Bereich der neu aufgefundenen Krypta und auf den Altarraum des nördlichen Seitenschiffes. Im Bereich des Langhauses erfolgten lediglich einzelne Suchschnitte. Trotz dieser Einschränkung war es möglich, die Baugeschichte dieses historisch wichtigen Gotteshauses vollständig zu rekonstruieren.

Die Mittelalterliche Baugeschichte der Kirche St. Hippolyt

Die Untersuchungen im nördlichen Seitenschiff ergaben, dass sich unter dem Marmorplattenbelag mindestens vier ältere Estrichböden erhalten haben. Jeder dieser Böden stand mit einer umfassenden Veränderung und Neugestaltung des Kirchenbaues in Verbindung.

Die Ottonische Saalkirche (Bau I)

Dieser Bau konnte auf Grund freigelegter Fundamentzüge nur mehr grundrissmäßig rekonstruiert werden. Es handelt sich um einen langgestreckten Saal mit halbrunder Apsis und Krypta, an dessen östlichen Flanken je eine halbrund anschließende Kapelle angefügt ist, die sich gegen den Saal hin öffnet. Lage und Ausmaß dieser Kirche decken sich fast mit dem heute bestehenden Bau, wobei die Kapellen die später errichteten Seitenschiffe ergeben. Der Bau ist gegenüber heute aus unbekannten Gründen lediglich Richtung Westen etwas nach Süden verschwenkt. Schweizer Vergleichsbauten weisen zeitlich vom 9. Jahrhundert bis ins 11. Jahrhundert, realgeschichtliche Überlegungen führen im Fall von Zell am See zur Datierung in das 10. Jahrhundert.

Die Hochromanische Basilika (Bau II a)

Der ottonische Bau wurde zur Gänze abgetragen und unter Übernahme seiner Maße als turmlose dreischiffige sechsjochige Pfeilerbasilika mit Dreiapsidenabschluss neu errichtet. Die Apsiden wurden über den alten erbaut aber im Sinne der damaligen Zeit gestuft. Die Pfeiler weisen einen quadratischen Grundriss auf. Der Lichtgaden wies in etwa gleichen Abständen je sechs Fenster auf, die später vermauert wurden. Für die Entstehung dieses Baues kommen das 11. Jahrhundert und das 12. Jahrhundert in Frage. Da der Bau mit der Errichtung des Chorherrenstiftes in Verbindung zu sehen ist, wird er dem frühen 12. Jahrhundert zugeordnet.

Die Spätromanische Basilika (Bau II b)

Beobachtungen während der laufenden Restaurierung ergaben, dass die Schiffe noch vor der Gotisierung durch Gurtbögen geschiedene Kreuzgratgewölbe erhalten haben, von denen sich im östlichen Joch noch eines erhalten hat, dessen Bemalung dem Anfang des 14. Jahrhunderts zugeordnet wird. Zur Unterscheidung von Bau II a gehört auch ein Estrich II b, der unmittelbar auf den Estrich II a aufgetragen worden war. Der Umbau war kein einschneidender, hat aber durch die Einwölbung den Raumeindruck nachhaltig verändert.

Der frühgotische Umbau (Bau III)

Neubau der Hauptapsis und Neueinwölbung der Kirche stellen die wesentlichen Maßnahmen dieses Umbaues dar. Vermutlich war der Brand gegen Ende des 13. Jahrhundert Auslöser für die Erneuerung. Der Neubau ging mit der Zerschlagung des Gewölbes und der Zuschüttung der Krypta einher. Dieser Umbau wird in das erste Drittel oder das zweite Viertel des 14. Jahrhunderts datiert, ausgehend von der Form des Radfensters in der Westmauer des Mittelschiffes sowie der Rippen und der skulptierten kreisrunden Schlusssteine. Der einzige historische Anhaltspunkt ist die Altarstiftung durch Erzbischof Friedrich III. von Leibnitz im Jahr 1335.

Spätgotische Zu- und Einbauten

Der Erbauungszeitpunkt des Südostturmes, dessen Abtragung urkundlich mit dem Jahr 1655 belegt ist, ist offen, die Errichtung des Westturmes wird in das zweite Viertel des 15. Jahrhundert datiert. Die Errichtung der Westempore der Kirche steht mit einer letzten spätgotischen Ausgestaltung des Kircheninneren in Zusammenhang und ist als besonderes Kleinod anzusehen.

Die Wandmalerei in der Stadtpfarrkirche St. Hippolyt(h)

Im Zuge der Renovierung wurde eine ganze Reihe von Wandmalereien aufgedeckt. Ihr Zustand war nicht nur in technischer sondern auch in inhaltlicher Sicht fragmentarisch. Wie auch in anderen Kirchen wurden durch diverse Baumaßnahmen wie Mauerausbrüche etc. auch in Zell über die Jahrhunderte des Bestehens der Kirche oft ganze Teile der Fresken zerstört. Die Wandmalereien in der Zeller Kirche im groben Überblick:

Bruchstückhaft erhaltene Malerei in der romanischen Apsis (Wand und Wölbung) des nördlichen Seitenschiffes: thronende Muttergottes mit Kind zwischen zwei Heiligen, an der Wand darunter eine Reihe von Arkaden, in denen einzelne Heiligengestalten sitzen. Wand und Wölbung gehören zusammen, die jetzt sichtbare Komposition geht auf den Anfang des 14. Jahrhundert zurück. Die Darstellungen wurden im 15. Jahrhundert und im 17. Jahrhundert erneuert und verändert.

Die Fresken im südlichen Seitenschiff korrespondieren zeitlich und inhaltlich mit denen im nördlichen Seitenschiff. Sie zeigen je fünf Medaillons mit den Halbfiguren der klugen (links) und der törichten Jungfrauen (rechts).

Auch im Presbyterium (Chorjoch und Chorschluss) finden sich Reste von Fresken, die verschiedenen Zeiten angehören. Zu erwähnen ist ein gemaltes Sakramentshäuschen an der Südwand des Chorquadrates, das noch in wenigen Anhaltspunkten erhalten ist. An der Nordseite des Chorquadrates ein breit gerahmtes Ornamentfeld vom Anfang des 17. Jahrhundert, eine gemalte Umrahmung der Sakramentsnische links vom Hochaltar, rechts oberhalb der Sakramentsnische findet sich eine umfangreiche Bildkomposition. Als Entstehungszeit wird die erste Hälfte des 15. Jahrhundert vermutet. Rechts neben und hinter dem Hochaltar befindet sich ein Fresko in Form eines breiten Streifens von der Ostwand des Chorschlusses bis zum Ansatz des Chorquadrates. Es zeigt zwischen den beiden Johannes, dem Evangelisten und dem Täufer, im Zentrum den auferstandenen Heiland und nimmt einen hohen künstlerischen Rang ein.

Zeittafel zur mittelalterlichen Geschichte der Kirche St. Hippolyt

Quellen

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