Stadtbrand Salzburg (rechtes Salzachufer)

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Der Stadtbrand Salzburg (rechtes Salzachufer) am 30. April 1818 vernichtete große Teile der rechtsseitigen Altstadt.

Der Brand

Ein Zeitzeugenbrief, der erhalten geblieben ist, schildert uns die dramatischen Stunden in der Stadt Salzburg an jenem ungewöhnlich heißen Frühlingstag.

Am Residenzplatz fand gerade eine Militärparade statt, als von der Festung Hohensalzburg die Feuerglocke erklang. Das angetretene Jägerbataillon ließ alles Gepäck liegen und stehen und eilte zu den Rauchsäulen, die hinter der Dreifaltigkeitskirche unterhalb des Kapuzinerberges aufstiegen. Das Feuer brach in einem "Flügel rechts der Dreifaltigfkeitskirche" aus[1]. Es handelt sich um einen als Kaserne oder, besser gesagt, einen als Soldatenunterkunft genutzen Teil des Gebäudekompexes der Kirche. Zwei Soldatenfrauen waren zeitgemäßen Angaben zufolge in Streit geraten, dabei war ein kleines Herdfeuer unbeobachtet geblieben und hatte sich so rasch ausgebreitet, dass eine Eindämmung nicht mehr möglich war.

Die Feuerwehrspritze wurde aus dem Erzstift St. Peter mitgenommen, doch als die Mannschaften am Feuerherd angelangt waren, stand die Kaserne bereits in Vollbrand. Die Flammen hatten bereits den Graf-Lodron´scher Sekundogeniturpalast jenseits des Lodronbogens erfasst. Auch die Gebäude entlang der Bergstraße standen in Flammen, die St.-Sebastians-Kirche mit den Fresken von Paul Troger wurden Raub der Flammen, die alte Andräkirche wurde stark in Mitleidenschaft gezogen und der Sternwarteturm im Schloss Mirabell, in dem sich zum Zeitpunkt des Feuerausbruchs der Mathematiker, Geodät, Erfinder und Professor Simon von Stampfer aufhielt, brannte nieder (und wurde nicht mehr errichtet).

Von Stampfer berichtete, dass er in der Hektik wohl einige wichtige Gerätschaften zusammen mit seinem Diener Max retten konnte, jedoch wurde auf das Aufzeichnungsheft aller bisherigen Forschungen und Erkenntnisse vergessen. Sein Diener kehrte in den bereits brennenden Turm zurück, um diese wertvollen Dokumente zu retten, und wurde dabei vom Rauch ohnmächtig. Unterdessen hatte von Stampfer drei Männer - gegen versprochener Bezahlung - in den Turm mit nassen Decken geschickt, die Max liegend am Boden fanden und ins Freie trugen. Von Stampfer ließ Max in seine Wohnung bringen. Nach der Genesung des Dieners Max war dieser jedoch nicht mehr der Diener seines Herrn, sondern wurde von diesem wie ein Freund betrachtet.

298 Familien mit insgesamt 1.154 Personen verloren bei diesem Stadtbrand ihr gesamten Hab und Gut, 74 Tote forderte das Feuer und 74 Häuser wurden vernichtet.

Am schwersten hatte es das Schloss Mirabell getroffen, bei dem alle Dächer, der Turm, die Decken der Marmorstiege und des Marmorsaales eingestürzt waren. Die Räume waren größtenteils verwüstet worden.

Fußnoten und ergänzende Quellen

  1. Quelle: Dr. Reinhard Medicus, dieser aus: Bildatlas Franz Fuhrmann

Quelle

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