Speicherteich

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Speicherteich im Bereich des Kleinen Asitzkopfes
Speicherteich in Zauchensee nahe der Gamskogelhütte (Zauchensee)
Speichersee unterhalb Wildenkarhütte
Speicherbecken unterhalb Schmittenhöhe
Skipiste und Speicherteich vor der Bergstation der Smaragdbahn
Im Jahr 2011 neu errichtete Speicherteichbecken am Stubnerkogel

Speicherteiche sind künstlich in der Natur angelegte Wasserspeicher für Beschneiungsanlagen, meist in sensiblem Alpingelände wie in Gipfelnähe. 2011 gab es im Bundesland Salzburg 112 Speicherteiche. Durchschnittlich große Anlagen fassen 50 000 Kubikmeter Wasser, der derzeit größte Speicherteich Zauchensee hat ein Volumen von 450 000 Kubikmeter. Weitere Anlagen stehen in Planung.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Für die künstliche Beschneiung, die für manche Fremdenverkehrsmanager nicht mehr wegzudenken ist, müssen in den Salzburger Alpen immer mehr künstliche Wasserreservoirs angelegt werden. Von diesen lässt man in den Wintermonaten das Wasser in frostsicher verlegten Rohren die Alpinhänge hinab zu den Schneekanonen.

Knapp über 200 Teiche gibt es in Österreich. Die Hälfte davon steht in Salzburg zur Verfügung. In den vergangenen Jahren legte man ein dichtes Netz dieser Vorratsspeicher an.

Die Menge, die aus den Gewässern entnommen werden darf, ist vorgegeben. Eine Restwassermenge muss bleiben. Das ist bei jeder Anlage ganz genau mit Bescheid festgelegt. Die Entnahmemenge liegt bei maximal zwanzig Litern pro Sekunde.

In der Regel werden die Teiche während der Sommermonate durch natürlichen Eintrag – sprich Regen und Oberflächenwasser – befüllt. Die ersten Anlagen funktionierten ausschließlich so. Mittlerweile wurden die Systeme geändert, damit im Notfall auch nachgefüllt werden kann. Wenn es zu warm zum Beschneien ist, werden die Leitungen zum Ansaugen von neuem Wasser verwendet, das dann in den Speichern auf Vorrat liegt.

Die gängige Größe liegt zwischen 70 000 Kubikmeter und 130 000 Kubikmeter Wasser. Die beschneite Pistenfläche in Salzburgs Wintersportorten bewegt sich bei 3 500 Hektar.

Beim Bau der Teiche wird ganz besonders auf die Sicherheit geachtet. Ein Leck in der Dichtungsfolie könnte bewirken, dass der Damm des Teiches bricht und sich eine Mure talwärts über die Skipisten wälzt.

Teiche alter Bauart können im Sommer nicht als Bademöglichkeit angeboten werden. Die Folien würden beschädigt. Um beide Nutzungen, also die als Speicherteich und die als Schwimmteich zu haben, bedarf es einer sehr aufwendigen Bauweise.

Leitfaden Beschneiungsanlagen

In Österreich wurde unter der Leitung von Dipl. Ing. Thomas Eistert, Wasserwirtschaft Land Salzburg, der bundesweit einheitlicher Leitfaden für das wasserrechtliche Behördenverfahren von Beschneiungsanlagen erstellt und am 12. Mai 2011 herausgegeben[1].

Die Unterlagen wurden in Zusammenarbeit mit allen betroffenen Bundesländern, dem Lebensministerium (Oberste Wasserrechtsbehörde, Staubeckenkommission, Wildbach- und Lawinenverbauung) und mit Unterstützung durch externe Experten ausgearbeitet. Der Fachverband der Seilbahnen und die Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten wurden als Interessensvertreter eingebunden.

Band 1 umfasst:

Band 2 umfasst:

Der Leitfaden soll eine bundesweit einheitliche Orientierung für Behörden, Sachverständige, Planer und Betreiber für das wasserrechtliche Behördenverfahren von Beschneiungsanlagen geben, ohne der Einzelfallprüfung vorzugreifen. Dabei soll Planungssicherheit bei Neubewilligungen und bevorstehenden Wiederverleihungen hergestellt werden.

Sie stellen ein erhebliches Gefährdungspotential dar

90 Prozent der Speicherteiche stellen ein erhebliches Gefährdungspotential in den Alpen dar. Dieses Faktum wurde in einem Seminar für Betriebsleiter der österreichischen Seilbahnen im Frühjahr 2011 in Zauchensee festgehalten.

Landesgeologe Gerald Valentin wies im März 2012 auf eine sehr konkrete und aktuelle Gefahr hin. Jedes Jahr kommt es zu mindestens einer Zwangsentleerung oder ähnlicher Maßnahme. Die Standsicherheit sei nicht gegeben. Valentin machte auf die enorme Zerstörungen aufmerksam, die eine Flutwelle aus einem geborstenen Speicherteich verursachen könnte. Ihm ist bewusst, dass er sich mit diesen Aussagen bei der Seilbahnwirtschaft nicht beliebt machen wird, jedoch steht er zu seinen Aussagen. Die Firmen würden teils versuchen, größer und billiger und mit steileren Böschungen zu bauen, als die Sicherheit erlaube. Der Sprecher der Salzburger Seilbahnwirtschaft, Ferdinand Eder, wies die Vorwürfe zurück - sie hielten alle vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen beim Bau ein. Zwar sei ein Unglück nie auszuschließen, doch etwaige Risiken würden sich ganz und gar im überschaubaren Rahmen halten, so Eder[2].

Beispiele

Quellen

Fußnoten

  1. siehe www.salzburg.gv.at
  2. Salzburger Nachrichten, 19. März 2012
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