Spaur

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Die (Herren, Freiherren und Grafen von) Spaur sind ein Südtiroler Adelsgeschlecht, dem insbesondere prominente Mitglieder des Salzburger Domklerus entstammten.

Sie waren ein Teil jenes Geflechts vorwiegend tirolischer Adelsfamilien, das im 17. Jahrhundert im Salzburger Domkapitel bedeutsam war.

Inhaltsverzeichnis

Allgemein

Das Geschlecht ist nach seinem Stammsitz im Trentino benannt. Spaur ist die deutsche Entsprechung des italienischen Sporo.

Das Geschlecht leitet sich von Volkmar von Burgstall ab, der in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts ua. Burggraf und Pfleger im Schlosse Kleinspaur und Pfleger von Mölten war und zu Lehen ua. Schloss Flavon (verdeutscht: Pflaum) erhielt.

Von seinen Söhnen, die sich nun von Spaur nannten, setzte Balthasar den Stamm durch seine Söhne fort:

Von Peters (I.) „des Schrecklichen“ Söhnen Georg († 1465) und Johann († 1465) leiten sich die über Jahrhunderte lebendigen Linien ab -

Bis auf die Linie zu Ober-Valèr, die noch im Trentiner Nonstal auf Castel Valèr (Gemeinde Tassullo) ansässig ist, sind alle Linien erloschen. Die Erbin der Linie Spaur-Altmetz, Elisabeth (* 1821), brachte die reichen Besitzungen dieser Familie in ihre Ehe mit Eugen Graf Welsperg-Primör-Raitenau (* 1808, † 1867) ein.

Salzburgbezug

Die Spaurs waren ein Teil jenes Geflechts vorwiegend tirolischer Adelsfamilien (Khuen-Belasy, Welsperg, Wolkenstein, Lodron, Thun-Hohenstein, Firmian, …), das im 17. Jahrhundert im Salzburger Domkapitel bedeutsam war.

Dem Geschlecht entstammten sieben Domherren, deren erste, Franz Vigil und Konrat Fortunat Graf Spaur, 1636 bzw. 1643 als Nepoten des Fürsterzbischofs Paris Graf von Lodron in das Domkapitel gelangten und später in höhere Funktionen berufen wurden.

Genealogie

(Tiroler Linie, Fragmente)

Linie Georgs

Georg († 1465), verh. mit Elisabeth von Freiberg, ist der Stammvater dieser Linie.[1]

Spaur und Flavon (Roland)

Spaur-Altmetz

Spaur und Flavon (Peter II.)

Linie Johanns (Spaur und Valör)

Personen

Domherren

  1. Franz Vigil Reichsfreiherr bzw. (1637) Reichsgraf von Spaur und Valör (* 6. Jänner 1609 auf Burg Spaur im Nonstal, † 9. Jänner 1670), Sohn des Georg Friedrich Freiherrn von Spaur und Valör sowie der Barbara Gräfin von Lodron; Salzburger Domherr ab 13. Dezember 1636; 1644 Bischof von Chiemsee und Domdechant
  2. Konrat Fortunat Graf Spaur († 5. Mai 1694): Ab 1643; später Statthalter von Salzburg
  3. Josef Philipp Franz Graf Spaur (* 23. September oder Dezember 1718, † 26. Mai 1791): 2. September 1749 bis 1780; 1755 Konsistorialpräsident, 17.. Bischof von Seckau, 1780 von Brixen
  4. Ignaz Joseph Graf Spaur (* 8. Mai 1729, † 2. März 1779): 23. Dezember 1755 bis 1776; ehemaliger Offizier, 1758 Kriegsratspräsident, 1776 Koadjutor von Brixen, 1778 Bischof von Brixen
  5. Joseph Johann Michael Graf Spaur (* 23. September 1746, † 8. Oktober 1828): Ab 3. Jänner 1794; 1802 Domdechant
  6. Friedrich Franz Joseph Graf Spaur (* 1. Februar 1756, † 1821): 15. Februar 17771806; Schriftsteller
  7. Johann Nepomuk Graf Spaur: Ab 18. September 1780; 1782 Verlust wegen der Heirat mit Gräfin Leopoldine Sayn-Wittgenstein

Andere

Quellen

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 1,2 Wurzbach, aaO (Stammtafel).
  2. „Ignatz“ bei Riedl [eher unwahrscheinlich, da der Vorname Ignaz erst durch Ignatius von Loyola (* 1491, † 1556) populär wurde; vielleicht ist „Ignaz“ entstellt aus „Gratiadei“, der lateinischen Entsprechung von „Gottdank“].
  3. Vgl. den Wikipedia-Artikel „Christoph Andreas von Spaur“.
  4. Vgl. den Wikipedia-Artikel „Joseph von Spaur“.
  5. Auf geneall.net für Philipp anderer Geburtstag und –monat, bei Wurzbach hingegen anderes Geburtsjahr: 1813.

Weblink

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