Simon Rettenpacher

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Simon Rettenpacher (* 19. Oktober 1634 in Aigen bei Salzburg; † 10. Mai 1706 in Kremsmünster in Oberösterreich; auch Redtenbacher und Rettenbacher) war ein Theologe.

Inhaltsverzeichnis

Leben

P. Simon Rettenpacher (Rettenbacher) OSB, der Benediktiner-Mönch und Sohn des Gänsbrunnbauern in Salzburg-Aigen Rupert Rettenpacher, war Schriftsteller, Orientalist und Universalgelehrter.

Nach dem Schulbesuch in Salzburg studierte Rettenpacher Geschichte und Jura in Salzburg, Siena, Rom und Padua (Spezialisierung in Feudalrecht, auch Zuwendung zu Philosophie und Modernen Sprachen). Nach seiner Rückkehr nahm er nicht wie erwartet eine Professur am Gräflich Lodron#schen Collegium Rupertinum an, sondern trat gegen den Willen seiner Verwandten 1660 in den Benediktinerorden ein. Am 2. Februar 1661 legte er in Kremsmünster seine Profess ab und wurde nach Abschluss der theologischen Studien 1664 in Salzburg zum Priester geweiht. Zur weiteren Ausbildung erneut nach Rom geschickt (Hebräisch und Arabisch), führte ihn der Kustos der Vatikanischen Bibliotheken Leone Allacci (Leo Alatius, bekannt durch die Acquisition der Palatina) in die orientalischen Sprachen ein. Mit Kenntnissen des Hebräischen und Arabischen und umfangreichen Bucherwerbungen kehrte Rettenpacher 1667 nach Kremsmünster zurück und übernahm die Leitung des Stiftsgymnasiums; bis 1671 war er Präfekt. Ab 1671 lehrte er Ethik und Geschichte an der Universität Salzburg. Als Leiter des Universitätstheaters inszenierte er auch eigene Gelegenheitsdramen (z.B. zu Schuljahrsabschlüssen). 1676 wurde Rettenpacher Leiter der Stiftsbibliothek und Professor für Orientalistik in Kremsmünster, wo er auch die Leitung des Schultheaters übernahm. Als Bibliothekar erwarb er großartige Werke orientalischer und anderer Literatur.

Von 1689 bis 1705 konnte er sich als Pfarrer im nahen Dorf Fischlham seinen literarischen Neigungen widmen. Anfang 1706 ließ er sich zurück nach Kremsmünster in den Ruhestand versetzen.

Nach ihm ist die Rettenpacherstraße im Salzburger Stadtteil Parsch benannt.

Leistungen

Rettenpachers literarisches Werk spiegelt seine vielseitigen Neigungen und Tätigkeiten: Neben Dramen treten historische, aber vor allem lyrische Texte (über 8000 lateinische und mehrere hundert deutsche). Obwohl nur ein verschwindender Teil der Werke bereits zu seinen Lebzeiten veröffentlicht wurde, ist Rettenpachers Bedeutung für die lateinische und deutsche Barockliteratur nicht zu unterschätzen.

Das Hauptwerk Rettenpachers sind die „Annales monasterii Cremifanensis in Austria superiore, anno monasterii saeculari nongentesimo a partu Virgineo M.DC.LXXVII.”, erschienen in Salzburg bei J.B. Mayr, 1677. Das Werk hat 6 teilweise mehrfach gefaltete Kupfertafeln. Die erste Ausgabe ist anlässlich des 900-jährigen Bestehens der Benediktinerabtei erschienen. Mit der Herausgabe des Werkes wurde Pater Simon Rettenpacher betraut, der nicht nur Stiftsbibliothekar und Professor an der Universität Salzburg war, sondern auch einen guten Namen als Verfasser von barocken Schauspielen hatte.

Das allegorische Frontispiz zeigt die Vorderfassade der Stiftskirche und die Stifter, Förderer und Erneuerer, die Tafeln 2 bis 4 bringen Ehrenpforten mit Allegorien, Tafel 5 die Prozession anlässlich der Feierlichkeiten. Von besonderem Interesse ist die Tafel 6 "Aigendtlicher Abriss dess Löbl. Stiffts und Closters Crembsmünster Ord.S. Benedicti in Österreich Ob der Enns Ao. 1677. Die mehrfach gefaltete Tafel von Melchior Küsell nach Clemens Beutler zeigt die hochbarocke Anlage über dem Dorf. Links oben Legende, in der Mitte das Stiftswappen mit dem Titel der Tafel.

Die mehrfach gefaltete Kupfertafel mit der Ansicht der Anlage wurde in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts sogar nachgedruckt.

Werke

Seine schriftstellerische Tätigkeit umfasste:

Werke (Auswahl)

1 . Lib. I - VI . - 2006 . - 395 S. . - (Wiener Neudrucke; 16 ), Text dt. u. lat. . - ISBN 3-8258-7624-1 kart.
2 . Lib. VII - XII . - 2006 . - 427 S. . - (Wiener Neudrucke; 17 ), Text dt. u. lat. . - ISBN 3-8258-7625-X kart.

Literatur

Werk- und Literaturverzeichnis

Weblinks

Quellen

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