Salzburger Dom

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Salvatorglocke Einminuten Video
Dom, historische Aufnahme um 1970
Blick über die Dächer des Stieglkellers
der Salzburger Dom vom Kapuzinerberg aus gesehen, die kleine rote Kirche links im Vordergrund ist die erste Pfarrkirche von Salzburg, die St. Michaelskirche
Der Domplatz mit dem Dom
der Salzburger Dom von der Ecke Richtung Alter Markt gesehen, im Bild der 2009/2010 renovierte Residenzbrunnen, rechts die nördlichen Dombögen
Residenzplatz mit Residenzbrunnen, dem Salzburger Dom und der Alten Residenz
der Dom im Morgennebel
der Salzburger Dom vom Glockenturm des Salzburger Rathauses gesehen
winterlicher Salzburger Dom bei Nacht, Blick über den Domplatz und die winterfest gemachte Mariensäule am Domplatz
Blick von der Domorgelempore zum Hauptaltar
Festmesse in Salzburger Dom
auf der Domorgelempore: Blick ins Hauptschiff

Der Salzburger Dom ist das zentrale kirchliche Gebäude in der Altstadt der Stadt Salzburg. Er ist dem hl.Rupert und dem hl. Virgil geweiht.

Lage

Der Dom befindet sich in der linksufrigen Altstadt von Salzburg, unterhalb der Festung Hohensalzburg. Er ist im Norden vom Residenzplatz, im Süden vom Kapitelplatz, im Osten von der neuen Residenz mit Glockenspiel und im Westen vom Domplatz umgeben. Durch die Dombögen ist er im Norden mit der alten Residenz und im Süden mit der Benediktiner-Erzabtei St. Peter verbunden.

Geschichte

Im Verlauf der Jahrhunderte gab es mehrere Vorläuferbauten des heutigen Doms.

Peterskirche

Rupert von Worms ließ Anfang des 8. Jahrhunderts die erste Kirche an jener Stelle errichten, an der sich der heutige Dom befindet. Es war die dem hl. Petrus geweihte Peterskirche, die schon damals beachtliche Ausmaße hatte.

Virgilianische Dom

Der älteste Vorgängerbau des heutigen Domes[1], der bereits als Dom konzipiert war, wurde von 767 bis 774 unter Bischof Virgil errichtet und gehörte mit seinen drei Kirchenschiffen zu den drei größten Kirchenbauten des 8. Jahrhunderts: 66 Meter lang und 33 Meter breit, was einer Fläche von 2 178 m² entspricht. Er war die erste Basilika[2] im ostfränkischen Reich. 1139 wurde er mit zwei hohen Kirchtürmen versehen. Anlässlich der Einweihung am 24. September (dem wahrscheinlich richtigen Datum, andere Quellen berichten vom 25. September) 774 ließ Virgil die Gebeine von Rupert von Worms aus der Stiftskirche St. Peter in den neuen Dom überführen.

Allerdings war dieser erste Dom noch dem hl. Petrus geweiht, Rupert war nur Nebenpatron.[3] Doch schon 845 brannte dieser Bau nach Blitzschlag unter Erzbischof Liupram ab.

Hartwig-Dom

Unter Erzbischof Hartwig entstand wieder ein neuer Dom, auch Salzburger Münster genannt, der jedoch 1167 abermals zerstört wurde, diesmal von den Grafen von Plain[4]. Man vermutet, dass der romanische Löwe im Toreingang zum Langenhof in der Sigmund-Haffner-Gasse noch von diesem Dom stammt. Der Neubau unter Hartwig betraf vor allem das Westwerk und den Priesterchor.

Konradinischer Dom

Hauptartikel: Konradinischer Dom

Auf den Resten es Hartwig-Doms wurde unter Erzbischof Konrad III. von Wittelsbach 1177 der noch stattlichere Konradinische Dom errichtet, die damals mit 5 200 qm größte Basilika nördlich der Alpen: 122 m Gesamtlänge, 48 m Langhausbreite und 57,5 m Querhauslänge;

Neubaupläne des Fürsterzbischofs Wolf Dietrich

Als der Dom bei einem Brand 1598 schwer beschädigt wurde, ließ Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau ihn abreißen, um einen noch größeren zu bauen. Dazu ließ er auch Teile der mittelalterlichen Stadt sowie den Domfriedhof (heute Residenzplatz) abreißen, die heute als Plätze rund um den Dom geblieben sind. Besonders der rücksichtslose Abriss des Domfriedhofs (der ja damals auch der Stadtfriedhof war) schmerzt noch heute, da alle Grabmäler von vorher (der Erzbischöfe, Domherren und namhafter Salzburger Bürger) zerstört wurden und somit der Nachwelt nicht mehr erhalten blieben. Dombaumeister Vincenzo Scamozzi, den Wolf Dietrich 1604 engagierte, fertigte die ersten Baupläne an, die er dem Fürsterzbischof bis 1606/1607 lieferte. Doch durch die Gefangennahme und Absetzung Wolf Dietrichs 1611 wurde der Bau vorerst gestoppt.

Der heutige Salzburger Dom

Sein Nachfolger, Fürsterzbischof Markus Sittikus, entfernte aber die fertig gestellten ersten Fundamente und begann mit der Errichtung eines kleineren Dombauwerks. Dieser Dombau, der nun von Dombaumeister Santino Solari geplant wurde, konnte am 25. September 1628 unter Paris Lodron eingeweiht werden. Die Stadt feierte eines der größten Feste, die es je in Salzburg gegeben hat

Am 18. Februar 1663 brauste ein Orkan über Salzburg, der das Kupferdach des Doms zerstörte, die Kirchtürme von St. Andrä und St. Johannes am Imberg mitsamt den Glocken auf die umliegenden Häuser warf.

Bereits am 15. Juli 1945 begannen die Instandsetzungsarbeiten am Dom, der durch Bombentreffer im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt wurde. Am 26. Mai 1949 nahmen dann 35 000 Menschen am Salzburger Domfest teil, bei dem nach einem großen Festzug Fürsterzbischof[5] Andreas Rohrachers das 100 Kilogramm schwere vergoldete Kuppelkreuz auf die wieder hergestellte Domkuppel aufgezogen wird. Nach nahezu 15jähriger Wiederaufbauzeit fand am 1. Mai 1959 der erste Gottesdienst, abgehalten von Erzbischof[6] Rohracher, statt.

Renovierungen

In den Jahren 1897 bis 1901 wurde der Dom renoviert[7]. Von 1995 bis 1998 kam es zu einer kompletten Außenrenovierung. Leider waren dabei einige Arbeiten offensichtlich nicht fachgerecht durchgeführt worden und es kam unmittelbar nach Beendigung der Arbeiten zu Folgeschäden. Dies führte zu jahrelange Streitigkeiten mit den ausführenden Baufirmen.

Schließlich kam es aufgrund von Sturmschäden 2007 zu einer neuerlichen, größeren Renovierung. Neben der Behebung der Schäden von der Renovierung in den 1990er Jahren wurde noch das Dach erneuert, das zuletzt 1920 erneuert worden war. Allein das Dach hat, ohne Kuppel und Türme, eine Fläche von 4 359 m³. Von den "Altschäden" der Renovierung 1995/1998 seien erwähnt: es mussten 12,8 Kilometer (!) Fugen geöffnet und wieder geschlossen werden, es kam zur Reinigung und Entfernung der Imprägnierung, die Balustraden und Balkone mussten abgenommen und neu montiert werden und es kam zur Abdeckung aller Gesimse mit mehr als 13 Tonnen Bleidach; daneben fielen zahlreiche Steinergänzungen an und es wurde eine Taubenabwehr angebracht[8].

Die zehn Brände im Dom

Hauptartikel: Brände Salzburger Dom

Der erste Dom von Bischof Virgil stand kaum 70 Jahre, als 845 ein Blitz einschlug und der Dom bis auf die Grundmauern abbrannte. Das war der erste von bis heute zehn Bränden, wovon sich der letzte nach einem amerikanischen Bombentreffer am 16. Oktober 1944 ereignete.

Ausstattung

Innenraum mit zwei der vier Vierungsorgeln
Blick in die Kuppel des Doms

Die Fassade

Die geschlossene Marmorfassade der Stirnseite mit ihren beiderseitigen achteckigen Kirchtürmen und den vier Marmorfiguren bei den Eingängen blickt zum allseits umschlossenen Domplatz. Die Fassade besteht aus weißrosa Untersberger Marmor, während der restliche Bau aus Nagelfluh (Konglomerat) besteht. Sie besteht aus zwei Geschoßen mit zwei flankierenden Türmen. Die Fensterrahmen sind mit Löwen- und Steinbockköpfen verziert, den Wappentieren des Erzstifts und des Erbauers des heutigen Domes, Markus Sittikus. Die beiden großen Wappen über dem zweiten Geschoß zwischen den beiden Türmen sind die Wappen von Hohenems und Lodron, über denen eine große Salvatorfigur steht, flankiert von Statuen von Moses und Elias.

An der Außenseite des zweiten Geschoßes sind Figuren der vier Evangelisten zu sehen. Die Eingangsportale zum Dom werden von vier Kolossalfiguren geschmückt: Die beiden äußeren Figuren stellen die Kirchenpatrone Rupertus mit der Salzkufe und Virgil mit dem Dom dar. Diese Arbeiten werden Bartlmä van Opstal (um 1660) zugeschrieben, hingegen die beiden inneren Statuen, Petrus und Paulus, dem Salzburger Bildhauer Bernhard Michael Mandl (1697).

Die beiden Wappen über dem linken und rechten Portal weisen auf die Fürsterzbischöfe Guidobald Graf von Thun und Hohenstein und Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein hin.

Das Innere

Nachdem man eine Vorhalle durchquert hat, steht man im Mittelschiff, einer hohen tonnengewölbten Halle. Im vorderen Teil des Dom wölbt sich die achtseitige Vierungskuppel. Die Decken sind mit Stukkatur bedeckt, die von Andrea Orsolini und Giuseppe Bassarino 1631 bis 1635 und mit anderen Bildhauern aus Italien gefertigt wurden.

Die Deckengemälde im Querschiff wurden von Donato Mascagni, einem Servitenmönch aus Florenz (Toskana, Italien), und von Antonio Solari, einem Sohn des Dombaumeisters Santino Solari, um 1630 gemalt.

Im Chorrund befinden sich Denkmäler für verstorbene (Fürst)Erzbischöfe in zweierlei Arten: einmal noch fast altarartig (von 1622 bis 1727 verwendet) und einmal in noch prächtigerer Art ausgeführte Wandgrabmäler. Es sind die Denkmäler für die Fürsterzbischöfe Markus Sittikus von Hohenems, Guidobald Graf von Thun und Hohenstein, Maximilian Gandolph Graf von Kuenburg, Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein, Franz Anton Fürst Harrach, Leopold Anton Freiherr von Firmian, Jakob Ernst Graf Liechtenstein, Andreas I. Jakob Graf Dietrichstein und Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach.

Chorgestühl und Kanzel sind aus dem Jahr 1859.

Das Taufbecken

Taufbecken des Salzburger Doms

In der ersten Kapelle links vom Eingang hat sich der einzige Rest der Einrichtung des virgilianischen Doms im heutigen Bau erhalten, das bronzene Taufbecken. Das runde Becken wird von vier liegenden Löwen getragen. Die Außenwand des Beckens ist in 16 Pilaster gegliedert. Diese sind Stützen für gedrückte, als Schriftbänder verwendete Rundbogen, die Figuren von Bischöfen (Patrone und Heilige Salzburgs) zeigen.

Die Löwen sind Werke des 12. Jahrhunderts, das Becken wurde von einem sonst nicht näher nachweisbaren Meister Heinrich 1321 geschaffen, der Decken erst 1959.

Die Domglocken

Das Glockengeläut besteht aus sieben Glocken. 1942, im Zweiten Weltkrieg, mussten bis auf zwei Glocken alle abgeliefert werden. Es blieben die Marienglocke (Frauenglocke): Gewicht 4 008 kg, Ton B; und die Virgiliusglocke: Gewicht 1 648 kg, Ton Es; beide Glocken wurden 1628 von Fürsterzbischof Paris Graf Lodron geweiht und von Wolfgang und Johann Neidhart gegossen.

Am Rupertusfest 1961 wurden fünf neue Glocken geweiht:

Diese Glocken wurden von der Salzburger Glockengießerei Oberascher hergestellt.

Die Schlagglocken sind die Rupertusglocke für den Stundenschlag, die Josephiglocke für den Viertelstundenschlag und die Salvatorglocke, die

  • nur an hohen Festtagen und beim Einzug des Erzbischofs in den Dom geläutet wird;
  • an Sonn- und Feiertagen die Gläubigen zum Gebet ruft;

Domorgel

Hauptartikel: Salzburger Domorgel

Im Dom befinden sich neben der Hauptorgel noch vier Orgeln in der Vierung unter der Domkuppel.

Dommuseum

Hauptartikel: Salzburger Dommuseum

Der Eingang zum Dommuseum, das sich im Inneren des Doms befindet, ist rechts vom Haupteingang in den Dom.

Krypta

Hauptartikel: Domkrypta

Die Krypta in der heutigen Form besteht erst seit der Wiedereröffnung des Domes im Jahr 1959.

Daten des Doms

Länge: 101 m
Querschiff: 68 m
Türme: 81 m hoch
Kuppel: 71 m hoch
Hauptschiff: 32 m hoch
11 Altäre
Platz für 10 000 Menschen

Bilder

weitere Bilder

Quellen

Weblinks

Fußnote

  1. Erklärung Dom, siehe Wikipedia Dom
  2. ein Bautyp, siehe Wikipedia Basilika Bautyp
  3. Quelle Salzburger Nachrichten, 3. Oktober 2009
  4. siehe Konrad II. von Babenberg
  5. die trug als letzter noch den Titel Fürsterzbischof, wenngleich die Erzbischöfe seit 1803 keine weltliche Macht mehr hatten
  6. 1951 legte Rohracher den Titel Fürsterzbischof ab und trug seit dann nur mehr den Titel Erzbischof
  7. Quelle Buch Salzburger Fotografien 1880 - 1918, Seite 22
  8. Quelle Salzburger Nachrichten, 30. Juni 2009