Salzburg (Bundesland)

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Bundesland Salzburg und seine angrenzenden Nachbarn
der Ritzensee in Saalfelden mit Blick auf das Steinerne Meer

Das Bundesland Salzburg ist eines der neun Bundesländer Österreichs.

Geografie

Das Bundesland Salzburg liegt im Bereich des 47. nördlichen Breitengrades und des 12. bis nicht ganz 14. östlichen Längengrades, etwa in der Mitte der West-Ost-Erstreckung Österreichs.

Die Fläche beträgt 7 156,03 km² (das sind 8,5 % der Fläche Österreichs) mit einer über 174 km langen Grenze zu benachbarten Staaten, die es zum allergrößten mit der Bundesrepublik Deutschland (Bayern) und zu einem kleinen Teil (im Oberpinzgau) mit Italien (Südtirol) teilt. Im Norden und Nordosten grenzt Salzburg an Bayern und Oberösterreich, im Osten an die Steiermark, im Süden an Kärnten und Osttirol und im Westen an Nordtirol.

Anthropogeografisch[1] besteht das Bundesland Salzburg aus mehreren Einheiten. Diese werden ihrerseits durch Flussengen (z. B. Pass Lueg/Salzachöfen) oder Gebirge getrennt, diese Einheiten wiederum finden ihren Grenzen in flachen Talwasserscheiden (zum Bespiel nördlich von Zell am See).

Geologie

Bei der Gliederung des Landes lässt sich ein deutlicher Gegensatz zwischen dem größeren geologischen Teil, dem alpinen und dem kleineren, dem Alpenvorland feststellen. Das Alpenvorland lässt sich einfach als Moränenlandschaft[2] beschreiben. Es besteht im Norden aus der Flyschzone und gegen Süden aus den Nördlichen Kalkalpen.

Innerhalb der Nördlichen Kalkalpen wird in Salzburg zwischen den Salzburger Kalkalpen und den Kalkhochalpen unterschieden. Das Fritztal im Osten, der Dientner Sattel und das Glemmtal bilden dann die nördliche Grenze der Grauwackenzone, auch Schieferzone oder Salzburger Grasberge genannt. Südlich dieser geologischen Zone grenzt das Salzachtal die Grauwackenzone von den Hohen Tauern ab. Die Hohen Tauern (Teil der Ostalpen) verlaufen nach Südosten bis zum Katschberg, im Nordosten bis zum Murtörl, wo die Niederen Tauern beginnen. Östlich des Katschberges liegt das Lungauer Nockgebiet, Teil der Gurktaler Alpen.

Während im nördlichen Alpenvorland Moränenböden vorherrschen (Braunerden, Hochmoore), ändert sich der Boden in den nördlichen Kalkalpen zu Kalkschwarzerde (Rendzina) an steilen Hängen und Kalksteinbraunerde in Mulden und flacherem Gelände. In Hochlagen auf Plateaus der Kalkhochalpen findet man hochalpine Kalkschuttfluren.

Die Grauwackenzone und die Zentralalpen werden von brauen podsoligen Böden und Podsolen[3] beherrscht.

Im Salzachtal ab Golling an der Salzach ins Salzburger Becken finden sich Kalkschotterfluren. Entlang der Saalach und Salzach in ihren Unterläufen begleiten Alluvialflächen[4]. Im oberen Salzachtal, der Zeller Furche und im Radstädter Becken herrschen Wiesenmoore und Schilfböden vor.

Einwohner

Im Bundesland leben 531 898 Einwohner (Ew) (Stand 1. Jänner 2013, das sind 6,3 % der österreichischen Bevölkerung), was einer Bevölkerungsdichte von 74 Einwohnern pro Quadratkilometer entspricht. In der Landeshauptstadt Salzburg leben 145 871 Ew (Stand 1. Jänner 2013); sie ist damit die viertgrößte Stadt Österreichs. Seit 1. Jänner 2002 stieg die Einwohnerzahl bis 1. Jänner 2010 um 12 811 Personen oder 2,5 Prozent.[5].

Altersstruktur

Vergleich 1980 – 2010:

  • Anteil der Unter-20-Jährigen: von 31,7 auf 21,8 Prozent gesunken
  • Anteil der 65-Jährigen und Älteren: von 12,5 auf 16,4 Prozent gestiegen
  • Anteil der 85-Jährigen und Älteren: von 0,6 auf 2,0 Prozent gestiegen

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte des Landes
Die Geschichte der Besiedlung Salzburgs reicht bis in die vorgeschichtliche Zeit. Von den Kelten stammt der älteste Name der Stadt: Iuvavum. Unter den Römern war Iuvavum ein Verwaltungsbezirk innerhalb der Provinz 'Noricum'. Seit dem 6. Jahrhundert gehörte das Gebiet des Landes Salzburg, noch ohne den Lungau, zum Herzogtum Baiern. Die Gründung des Erzstifts St. Peter 696 und des Benediktiner-Frauenklosters auf dem Nonnberg 713 bildete für den hl. Rupert, den Landespatron von Salzburg, die Grundlage für ein Bistum (739), das 798 zum Erzbistum erhoben wurde. Dieses umfasste nahezu den gesamten altbayerischen Raum (Teile links der Salzach), auch als "Rupertiwinkl" bezeichnet, sowie das Innviertel).

Erzbischof Eberhard II. von Regensberg, einem entschiedenen Parteigänger der Staufer, gelang es zwischen 1200 und 1246, aus Grafschaften, Gerichtsbezirken und Vogteien ein geschlossenes Herrschaftsgebiet aufzubauen. Mit der Anerkennung der Grenzen durch den Bayernherzog im Jahre 1275 begann die letzte Phase der Ablösung Salzburgs vom Herzogtum Baiern. 1328 wurde Salzburg durch die Erlassung einer eigenen Landesordnung zum weitgehend selbstständigen Staat innerhalb des "Heiligen Römischen Reiches".

Das Fürsterzbistum erhielt auch eine große strategische Bedeutung als "Staat" zwischen Bayern und den Habsburgischen Landen. Der geschickten Diplomatie vieler Erzbischöfe ist es zu verdanken, dass Salzburg im Laufe der Jahrhunderte kaum von Kriegen oder Plünderungen heimgesucht wurde. Auch zählten etliche Fürsterzbischöfe zu engen Beratern römisch-deutscher Kaiser.

Den Reichtum des Fürsterzbistums bildeten vor allem zwei Rohstoffvorkommen: das Salz (und der damit zusammenhängende Salzhandel) sowie der Goldabbau im Gasteiner Tal und im Zillertal, das bis 1803 zum Erzstift Salzburg gehörte. Die Abbaumengen waren damals die größten in ganz Mitteleuropa.

1462 und 1525/26 kam es zu Bauernaufständen. In diese Zeit fällt auch die Legende von den "Salzburger Stierwaschern".

Unter Fürsterzbischof Leopold Anton Freiherr von Firmian erlebte Salzburg eines seiner dunkelsten geschichtlichen Kapitel: 1731/32 die Landesverweisung von rund 20.000 Protestanten ("Salzburger Exulanten").

1803 kam das Fürstentum als säkularisiertes Kurfürstentum an den Großherzog Ferdinand III. von Toskana. 1810 wurde Salzburg Bayern zugesprochen und schließlich 1816 (nach dem Wiener Kongress) wurde es ohne Berchtesgaden und den Rupertiwinkel endgültig Teil von Österreich, 1849 wurde es Kronland, 1920 nach der Neugestaltung Österreichs ein Bundesland.

Das kirchliche Erzbistum Salzburg selbst wurde 1807 auf das Gebiet des Landes Salzburg und das östliche Nordtirol beschränkt und in diesem Umfang 1818 und 1825 neu organisiert.

Verwaltungsgliederung

Das Land Salzburg ist in sechs politische Bezirke gegliedert:

Es gliedert sich weiter in 119 Gemeinden (manche davon als Stadt- oder Marktgemeinden bezeichnet).

Gemeinden mit Stadtrecht

Es gibt elf Gemeinden im Bundesland mit Stadtrecht.

Politik

Die Politik im Salzburger Land wurde nach Kriegsende lange von der ÖVP dominiert, die von 1945 bis 2004 alle Salzburger Landeshauptleute stellte. Von 2004 bis 2013 war die SPÖ die stärkste [[Landtag[[spartei und stellte mit Gabi Burgstaller die Landeshauptfrau. Die Landtagswahl 2013 führte im Gefolge des Finanzskandals 2012 zu geänderten Kräfteverhältnissen: Die SPÖ fiel von 39,4% auf 23,8% der Wählerstimmen, die ÖVP (29%) ist, wenn auch deutlich geschwächt, mit Wilfried Hauslauer junior wieder Landeshauptmannpartei, die Grünen (20%) überholten die in Salzburg traditionell starken Freiheitlichen (17%), mit 8,34% der Stimmen zog auch das Team Stronach in den Landtag ein. Die Landesregierung wird von einer Koalition aus ÖVP, Grünen und Team Stronach getragen.

Landesfinanzen

Die Verschuldung des Landes Salzburg im Vergleich, Angaben in tausend Euro[6].

1985 1995 1997 1998 2002 2008 2011 2017
269.938 ↑445.296 ↑529.814 479.467 ↓ 440.642 ↓ 431.388 ↓ ↑ 763.000 ↑1.000.000 - 1.200.000

Allerdings dürfte sich die prognostizierte Zahl für 2017 aufgrund des Finanzskandals 2012 in der Finanz- und Vermögensverwaltung des Landes stark verändern.

Verkehr

Straßen

Salzburg wird von zwei Autobahnen durchquert:

Ein gut ausgebautes und dichtes Netz von Bundes- und Landesstraßen überzieht das gesamte Landesgebiet.

Die beiden Hauptflusstäler der Salzach und der Saalach sowie das obere Ennstal bilden die Grundlage für die Hauptverkehrsstraßen. Vier Nord-Süd-Alpenübergänge bewältigen den Verkehrsfluss: im Südwesten der Pass Thurn und in der Verlängerung der Felbertauerntunnel, im Süden die Großglockner Hochalpenstraße (Mai bis Oktober geöffnet) und im Südosten die Tauernautobahn sowie der Katschbergpass (vorgelagert der Radstädter Tauernpass). Im Pinzgau gibt es noch eine Ost-West-Alpenverbindung mit der Gerlos Alpenstraße über den Gerlospass.

Eisenbahn

Die Westbahn (Eisenbahnstrecke) führt durch den Flachgau, das Salzachtal bis Zell am See und bei Saalfelden über den Grießenpass nach Tirol. Bei Schwarzach-St. Veit gabelt sich die Westbahn und führt als Tauernbahn durch das Gasteinertal und den Tauerntunnel nach Kärnten. Von Bischofshofen führt eine Bahnverbindung durch das Fritztal in die Steiermark.

Flug

An das nationale und internationale Flugnetz ist Salzburg durch den Flughafen Salzburg W. A. Mozart angebunden. In Zell am See gibt es den Flugplatz Zell am See, in Mauterndorf einen Segelflughafen.

Sehenwürdigkeiten (Auswahl)

siehe auch Portal:Tourismus

Wirtschaft

Allgemeines

Hauptartikel: Salzburgs Wirtschaft

Das Bruttoregionalprodukt ist 2007 um 1,08 Mrd. auf 19,34 Mrd. gestiegen. Damit ist die Salzburger Wirtschaft real um 3,5 Prozent gewachsen, der Österreich-Durchschnitt betrug 3,4 und im EURO-Raum 2,6 Prozent. Bei der Wertschöpfung rangiert Salzburg mit 36.500 Euro pro Einwohner hinter Wien an zweiter Stelle, der Österreich-Schnitt beträgt 32.800 Euro.

Fremdenverkehr

Hauptartikel: Fremdenverkehr

Der Fremdenverkehr ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor, durch den Tausende von Arbeitsplätzen entstanden sind und erhalten werden können.

Sport

Österreichischer Jubel an der Paul-Ausserleitner-Schanze in Bischofshofen nach dem Sieg von Gregor Schlierenzauer bei dem Springen der Vierschanzentournee 2006/2007

Einrichtungen

Sportveranstaltungen

Triathlon
Mountainbiker beim Triathlon

Jedes Jahr am 31. Juli findet in Berndorf bei Salzburg einer der größten Hobby-Triathlons des Bundeslandes statt. Organisiert vom Free-Time-Club Berndorf finden sich jedes Jahr mehr als 500 Sportbegeisterte, die für den Spaß am Sport alles geben. Egal ob Schwimmen, Mountainbiken oder Laufen – alles, was einen professionellen Triathlon ausmacht, auch eine Zeitnahme, ist dabei. Teilnehmen kann grundsätzlich jeder für ein kleines Startgeld. Die Erlöse aus dem Triathlon werden gänzlich gemeinnützigen Institutionen gespendet. Unterstützt wird die ganze Veranstaltung von verschiedensten in Berndorf ansässigen Unternehmen, wie Salzburg AG, Raiffeisenkasse Berndorf-Seeham und Volksbank Obertrum[7].

Olympia 2014
Hauptartikel: Olympia 2014
Logo der Olympia-Bewerbung 2014
Nachdem Salzburg als Austragungsort der Olympischen Winterspiele für 2010 offiziell abgelehnt wurde, wurde an einer neuerlichen Bewerbung für 2014 gearbeitet, die ebenfalls erfolglos blieb.
EBHC 2010 Stuhlfelden

Im Mai 2010 fand die Europameisterschaft der traditionellen Bogenschützen nach IFAA-Modus in Stuhlfelden im Oberpinzgau statt. Es waren über 1200 Bogenschützen und Bogenschützinnen aus allen Altersklassen und Bogenklassen zur Teilnahme an dem offen ausgeschriebenen Bewerb angemeldet.

UEFA EURO 2008
Hauptartikel: UEFA EURO 2008

Bei der Fußball-Europameisterschaft UEFA EURO 2008 war die Stadt Salzburg offizielle UEFA Host-City (übersetzt: Gastgeber-Stadt). Zwischen 7. und 29. Juni 2008 waren acht Städte in der Schweiz und Österreich die gemeinsamen Gastgeber: Wien, Salzburg, Innsbruck, Klagenfurt, Basel, Zürich, Bern, Genf.

In der Red Bull Arena Wals-Siezenheim gingen innerhalb von acht Tagen drei der insgesamt 31 Spiele der 16 Teams über die Bühne. Titelverteidiger Griechenland bestritt seine drei Vorrundenspiele gegen Schweden, Russland und Spanien in Salzburg. In der Stadt Salzburg gab es Public Viewings (gemeint sind Leinwände, auf die die Spiele übertragen werden). Nach Olympia und Fußball-WM gilt die EURO 2008 als drittgrößtes Sportereignis der Welt.

Rad-WM 2006
Hauptartikel: Rad-WM 2006

Die Rad-WM 2006 verlief für die Stadt Salzburg erfolgreich. Einen maßgeblichen Beitrag dazu lieferte die perfekte Organisation und Kooperation zwischen den Sicherheitsverantwortlichen, den Verantwortlichen aus dem öffentlichen Verkehr, den Einsatztrupps und vielen Freiwilligen. Die Rad-WM wurde von 150 TV-Stationen live im Fernsehen übertragen. So verfolgten mehr als 400 Millionen Zuschauer vor dem Bildschirm und über 300.000 Zuschauer vor Ort das Salzburger Sportereignis des Jahres 2006. Im Vorfeld waren für die Rad-WM auch zahlreiche Straßenbeläge erneuert worden.

Alpine Ski-WM Saalbach-Hinterglemm 1991
Hauptartikel: Ski-WM Saalbach-Hinterglemm 1991

Die Alpine Ski-WM in Saalbach Hinterglemm vom 19. Jänner bis 3. Februar 1991 stand unter dem Eindruck des ersten Golfkrieges und ging dank des strahlenden Wetters als Sonnen WM in die Geschichte ein. Heimische Sieger bei dieser WM waren unter anderem die für den Salzburger Skiverband startenden Rudi Nierlich, Petra Kronberger und Ulrike Maier. Thomas Stangassinger holte Silber im Slalom, genauso wie Ingrid Stöckl in der Kombination.

Und es war die WM des Senkrechtstarters Stephan Eberharter, der als Doppelweltmeister für Jahre in der Versenkung verschwand und erst im Winter 1997/1998 wieder als Siegläufer zurückkehrte und bis 2004 einer der großen Dominatoren des Weltcups war.

Alpine Ski-WM Bad Gastein 1958
Hauptartikel: Ski-WM Bad Gastein 1958

Die Alpine Ski-WM in Bad Gastein vom 2. bis 9. Februar 1958 war geprägt vom Zweikampf Toni Sailer gegen Josef Rieder, wobei Toni Sailer 3x Gold und 1x Silber gewann, und Rieder 1x Gold und 2x Silber – immer vor oder hinter seinem Landsmann.

Persönlichkeiten in Stadt und Land Salzburg (Auswahl)

Persönlichkeiten Sport

Persönlichkeiten Kultur

Persönlichkeiten Kulinarik

Persönlichkeiten Politik und Medien

Zuagroaste

Ausgroaste

Salzburger in Wien

Historische Persönlichkeiten

Töchter und Söhne der Stadt Salzburg

Fußnoten

  1. siehe Wikipedia Humangeographie
  2. das von Gletschern transportierte Material, Näheres siehe Wikipedia Deutschland Moräne
  3. siehe Wikipedia Podsol
  4. Geologischer Fachbegriff für "angeschwemmt", bezieht sich sehr oft auf angeschwemmtes Land
  5. Salzburger Woche, Silvesterausgabe 2010
  6. Salzburger Nachrichten, 30. Juli 2011
  7. Informationen zum Triathlon [1]

Quellen