Rehlingen

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Das Geschlecht derer von Rehlingen war eine bayrisch-salzburgisches (und ist noch ein bayrisches) Adelsgeschlecht.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Die Rehlingen gehörten zum bairischen Uradel. Ihr Stammsitz war das Schloss Scherneck bei Rehling (Rehling liegt nordöstlich von Augsburg rechts des Lechflusses [auf seinerzeit bairischem Stammesgebiet] im heutigen bayrischen Schwaben).

Mitglieder folgender Linien wurden in den Ritterstand der Salzburger Landstände aufgenommen:

Vom Ende des 16. Jahrhunderts bis zum Jahr 1808, in dem schließlich auch die erstgenannte Linie ausstarb, gehörten die Freiherren von Rehlingen zum salzburgischen Beamtenadel.

Stammvater der verschiedenen Linien war Greinwald (um 1300), der drei Söhne hatte:

Von diesen drei Söhnen stammen die nachgenannten drei Linien ab.

Linie von Dietenheim, „Schwarze Rehlingen“, Rehlingen zu Goldenstein

Ein Nachfahre Konrads war Hans von Rehlingen, Erbauer des Schlosses Radau bei Augsburg, † 1552, vermählt mit Anna Dietenhaimer, der letzten ihres Geschlechtes.

Sie hatten den Sohn Heinrich (* 1509, † 1575). Dieser war Stadtpfleger von Augsburg, vermählt mit Helena von Hörwart († 1570). Aus dieser Ehe gingen, soweit für Salzburg von Belang, die Kinder Friedrich I. († 16. Mai 1609) und Anna († Dezember 1593) hervor. Anna heiratete 1568 Hieronymus Meitting zu Radeck, fürstlichen Stadtrichter von Salzburg, dann Pfleger von Plain und Stauffenegg, aus dessen Besitz Radeck – wohl für verschiedene Darlehen – an seinen Schwager Friedrich kam.

Im Jahr 1665 erhob Kaiser Leopold I. die Brüder Ludwig Franz, Ferdinand Gottlieb, Johann Paris und Karl Heinrich von Rehlingen zum Goldenstein, Radegg und Mühlheim in den Reichsfreiherrenstand mit Wappenvermehrung und mit dem Prädikat „Wohlgeboren“.

Ferdinand Gottlieb Freiherr von Rehlingen

Ferdinand Gottlieb von Rehlingen (* 1614, † 12. Februar] 1674) wurde hochfürstlich-salzburgischer Beamter: 1645 Pfleger von Lichtenberg, Rat und Vizestallmeister, Pfleger von Kropfsberg, 1646 wieder von Lichtenberg, 1661 Oberstsilberkämmerer, 1662 Vizestallmeister und geheimer Rat, 1665 Kämmerer.

Er war vermählt mit Ursula Maria von Mabon (* 1621,† 1675). Sie hatten folgende Kinder:

Ludwig Franz Freiherr von Rehlingen

Ludwig Franz Freiherr von Rehlingen (* 1619, † 4. August] 1684) wurde wie sein älterer Bruder hochfürstlich-salzburgischer Beamter: 1644 wirklicher Hofrat, Landschaftsmitverordneter und Generalsteuereinnehmer, 1657 geheimer Rat, 1665 Kämmerer. Er war zweimal verheiratet: 1649 mit Anna Maria Grimming von Niederrain (* 1631, † 1651); 1657 mit Maria Ursula von Plaz (* 1637, † 1680).

Er hatte die Kinder

Johann Friedrich Freiherr von Rehlingen (* 25. Oktober 1667, † 10. Oktober 1725) wurde Beamter (1692 Kämmerer, 1706 Oberstsilberkämmerer). Er kam durch Heirat in den Besitz der Hofmark Ursprung und des Hauses Sigmund-Haffner-Gasse 18, erhielt nach seinem Vetter Raimund Franz von Rehlingen 1704 Elsenheim (mit Gartenau usw.), erhielt 1707 den Straßhof, verkaufte 1719 Gartenau. Vermählt war er 1. (23. November 1692) mit der um 29 Jahre älteren Maria Katharina Barbara geb. von Nitzwitz († 13. September 1694), Witwe nach Augustin Friedrich Freiherrn von Hegi, 2. (12. Februar 1696) mit Eva Margaretha geb. Gienger von Grienbichl.

Dieser zweiten Ehe entstammten sieben Kinder, darunter:

Johann Paris Freiherr von Rehlingen

Johann Paris Freiherr von Rehlingen, von Radeck, zu Ranten und Thurnegg (* 1624, † 1693) wurde wie seine älteren Brüder hochfürstlich-salzburgischer Beamter: 1652 Pfleger und Hauptmann von Fohnsdorf (Steiermark), 1653 hochfürstlicher Rat, 1668 geheimer Rat, 1669 Verwalter der Pfleg Moosham. Er erhielt bei der väterlichen Erbteilung Radeck, das er 1670 ganz neu baute, aber 1685 an den Domherrn Franz Anton Grafen Königsegg verkaufte. Er heiratete 1652 Maria Susanna Teufl von Pichl.

Sie hatten die Kinder

Die Familiengruft in St. Peter

Die Häupter der Linie zu Goldenstein sind in der Stiftskirche St. Peter begraben.

    • Raimund Franz (* 1659, † 1704)
  • Johann Josef (* 1704, † 1773)
    • Georg Johann Josef (* 1740, † 1807) [1]

Rehlingen-Haltenberg und Knöringen

Am 24. Mai 1709 erhielten Raimund Dionys und Franz Anton Johann Freiherren von Rehlingen zu Haltenberg die salzburgische Landmannschaft.

Franz Anton Johann Freiherr von Rehlingen war vermählt mit Magdalena Renz[in] von Sauldorf. Sie hatten den Sohn Johann Christof (* 1618).

Johann Christof Freiherr von Rehlingen (* 1618, † September 1693 Radstadt), leistete in Spanien und in den Niederlanden Kriegsdienst, wodurch sein in Schwaben angelegtes Vermögen ziemlich geschwächt wurde; den Rest legte er in dem von seinem Schwiegervater erkauften Gut Knöringen bei Burgau (Schwaben) an. „In Ansehung seines guten Verstandes und seiner Kriegsexperienz" wurde er 1668 salzburgischer Kämmerer und Oberstleutnant, 1670 Pfleger von Radstadt, Er war vermählt mit Isabella Maria, Tochter des Heinrich Freiherrn von Knöringen und der Franziska Freiin von Weiden († 1. März 1695 Gastein). Sie hatten die Kinder

Der bereits genannte Raimund Dionys (* 7. Dezember 1674 Radstadt, † 8. März 1734 Laufen), Sohn des Johann Christof Freiherrn von Rehlingen und der Isabella Maria geb. Freiin von Knöringen, stand in hochfürstlich-salzburgischen Diensten: 1704 Pfleger von Tittmoning, 1708 von Laufen, wo er den Haidenthalerhof besaß. Er vermählte sich (23. Oktober 1704 Tittmoning) mit Maria Violanta Genoveva Freiin von Lichtenau (* 1682 Neuötting, † 5. September 1731 in Laufen als Letzte ihres Stammes). Sie hatten drei Söhne, von denen zwei im Krieg umkamen, und vier Töchter:

Johann Franz Raimund (* 26. Februar 1707 Tittmoning, † Salzburg 20. August 1770) trat gleich seinem Vater in hochfürstlich-salzburgischen Dienste (1731 Kämmerer, 1731 Hofrat, 1732 Pfleger von Stauffenegg, 1733 von Lofer, 1737 von Kaprun, 1752 Landschaftsverordneter, 1753 Hofkammerdirektor, 1756 Vizehofmarschall, 1762 Hofkammervizepräsident). Er war zweimal verheiratet: 1. mit Maria Franziska Sibilla Freiin von Reichlin-Meldegg-Fellheim (†28. April 1756 Saalfelden) und 2. mit Maria Franziska Freiin von Frauenhofen († 29. April 1770). Aus der ersten Ehe hatte er drei Töchter:

Johann Franz Raimund war damit der Letzte dieser Linie. Die Töchter Sybilla und Franziska verkaufen Schloss Neudeck in Nonntal 1772 dem Johann Heilmayer.

Franz Anton Freiherr von Rehlingen-Haltenberg und Knörringen

(als Kommandeur des Ruperti-Ritterordens);
gefallen 1713 bei der Verteidigung von Freiburg im Breisgau

Rehlingen zu Hainhofen

Diese Linie war und ist im Bayrischen Schwaben ansässig.

Einzelne Vertreter

Ferdinand Freiherr von Rehlingen zu Hainhofen (* 1619, † 30. Juli 1687) hatte mit seiner Gemahlin Franziska Emanuela Kyrus von Horberg zwei Söhne:

Rehlingen auf Horgau und Radau

Julius Heinrich Freiherr von Rehlingen-Radau (* 27. August 1662 Augsburg; † 19. Juni 1732), 1724 bis 1732 Fürstpropst von Berchtesgaden. Ein Sohn des Augsburger Ratsherrn Franz Freiherrn von Rehlingen († 11. September 1675) und der Maria Rosina zu Brunn und Burghausen.[2]

Salzburger Erbe

Nach dem Aussterben der Goldensteiner Linie ging der Rehlingensche Salzburger Besitz auf die Hainhofener Linie, und zwar auf Franz Joseph Freiherrn von Rehlingen zu Hainhofen, über. Dieser veräußerte das Gut Ursprung im Jahr 1820 an seine Brüder Ferdinand und Johann Nepomuk, der es im Jahr 1823 an den Bräuer Sigmund Hofmann verkaufte.[3]

Damit verschwindet die Familie Rehlingen aus den Salzburger Annalen.

Fußnoten

  1. Auch: Joseph Georg Freiherr von Rehlingen, Herr auf Ursprung und Schloss Elsenheim, Vice-Oberstallmeister und Hofkammerrat (1781).
  2. Vgl. den Wikipedia-Artikel „Julius Heinrich von Rehlingen-Radau“, [1]
  3. Ludwig Pezolt, Das Schloß Ursprung bei Salzburg und seine Besitzer. Ein Beitrag zur Geschichte der salzburgischen Schlösser, in: MGSLK 51, 1911, S. 53 ff, hier: S.  69 f

Quellen

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