Raitenhaslach

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die ehemalige Stiftkirche inmitten des ausgedehnten ehemaligen Klosterareals
Karte

Das ehemalige Zisterzienserkloster Raitenhaslach liegt in Bayern an der Salzach.

Geschichte

Das 1803 im Zuge der Säkularisierung aufgelöste Kloster Raitenhaslach liegt südlich von Burghausen. Der ursprüngliche Gründungsort des Klosters war Schützing an der Alz (im Dreieck Altötting - Marktl - Burghausen gelegen). 1145 wurde das Zisterzienserkloster dann nach Raitenhaslach verlegt. Gegründet wurde es schon 1143 von Graf Wolfher von Tegernbach und seiner Gemahlin. Durch großzügige Schenkungen von weltlichen und geistlichen Herren vermehrte sich der Grund– und Güterbesitz des Klosters. Im 13. Jahrhundert erblühte das Kloster unter den Salzburger Erzbischöfen.

Der Besitz eines möglichst umfangreichen Ablassschatzes war den Mönchen des Klosters stets sehr wichtig. So findet sich der frühestes Ablassbrief bereits im Jahr 1262, datiert mit 13. April.

Der barocke Umbau erfolgte in den Jahren 1690 bis 1696. Im 18. Jahrhundert fanden weitere umfangreiche Baumaßnahmen statt. Die heutige Gestalt und Fassade der Basilika stammen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und sind im Stil des Rokoko gehalten.

Bis zur Auflösung des Klosters im Jahre 1803 war es eng mit dem bayerischen Herrscherhaus verbunden. In der Zeit von 1396 bis 1502 wurden hier Angehörige der Wittelsbacher beigesetzt. Die meisten Klostergebäude wurden nach der Aufhebung verkauft. Einige Gebäude sind dann abgerissen worden, wie das Refektorium und die Bibliothek.

Klosterküche

Die klösterliche Küche des heutigen Klosterbräus basiert teilweise auf einem Kochbuch von 1719, ist aber vom Chefkoch in Harmonie mit den heutigen Gaumengewohnheiten gebracht worden.

Als im April 1782 Papst Pius VI. auf seiner Rückreise von Wien nach Rom spontan einer Einladung von Kurfürst Karl Theodor nach München folgte, herrschte im Zisterzienserkloster Raitenhaslach große Aufregung: Würde der Papst das Kloster womöglich als Nachtlager nutzen? Bis auf die Innbrücke in Braunau am Inn wurde Papst Pius VI. offiziell vom österreichischen Grafen Kobenzel begleitet. Dann nahm ihn dann eine kurbayerische Deputation in Empfang. Sein Weg streifte das damals berühmte Kloster im nur sieben Kilometer entfernten Marktl, wo die Pferde gewechselt wurden. Am 25. April 1782 traf Pius im altehrwürdigen Wallfahrtsort Altötting ein, um von dort über Ramsau nach München weiter zu reisen.

Das Kloster Raitenhaslach, etwa in der Mitte der Route gelegen, schien also die ideale Übernachtungsstätte für den Heiligen Vater zu sein. Abt Theobald Weissenbach, ein Bierwirtssohn aus Wemding, wollte den Papst nicht nur entsprechend bewirten, sondern ließ das mit religiösen Motiven bereits prunkvoll ausgemalte Gästezimmer auf Hochglanz bringen und versah die linke Zimmerecke mit einem verzierten Schrank – in der Form identisch dem großen geschwungenen Kaminofen in der rechten Zimmerecke – um den Leibstuhl dezent zu kaschieren. Der barocke Prunksaal („Steinerner Saal“) wurde feierlich geschmückt, ebenso die große Klosterkirche. An den Küchenmeister erging der Auftrag, sowohl eine üppige Mahlzeit mit mehreren Gängen als auch eine bescheidene Brotzeit (ganz in der Tradition des Ordens, also fleischlos) vorzubereiten. Dazu ein frisches Bier aus der klostereigenen Brauerei oder ein Wein (Muskateller oder grüner Veltliner) aus den Lesegärten des Klosters in Weinzierl bei Krems ().

Ob der Heilige Vater nun tatsächlich im Kloster übernachtet und, falls ja, was er dort gegessen hat – das ist bedauerlicherweise nicht belegt. Wohl aber weiß man, dass alles für den Fall bereitet war. Und dass es in Strömen regnete an jenem Apriltag anno 1782.

Pfarrkirche heute

1806 wurde aus der ehemaligen Klosterkirche die heutige Pfarrkirche. Die Innenausstattung der Kirche wurde immer dem aktuellen Kunststil angepasst. Besonders sehenswert sind die Altäre, die Fresken und der Kreuzgang mit den Grabplatten.

Bildergalerie

Quellen