Propter-Homines-Orgel

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Die Propter-Homines-Orgel ist eine 2010 eingeweihte Orgel im Großen Saal der Stiftung Mozarteum.

Allgemeines

Seit 1990 brachte die alte Arco-Orgel im Großen Saal des Mozarteums keinen ernst zu nehmenden Ton mehr hervor. Die 1970 anstelle der Originalorgel von 1914 (Orgelbau "Gebrüder Rieger") errichtete einzige Konzertorgel Salzburgs habe von Anfang an unter gehörigen Schwächen gelitten, sie sei eigentlich schlecht gewesen, sagt der Präsident der Internationalen Stiftung Mozarteum, Johannes Honsig-Erlenburg, selbst ausgebildeter und praktizierender Organist. Die mangelnde Klangwirkung und Schäden an den Windladen ließen sie ab den 1990er Jahren kaum noch konzertant genutzt werden.

Also schien es Honsig geboten, als ersten Akzent seiner 2006 gestarteten Amtszeit dem Saal eine neue, diesmal wieder exakt passende Orgel zu geben. Mit der Propter-Homines-Stiftung aus Liechtenstein fand man auch den Geldgeber für das eine Million Euro teure neue Instrument, das in den alten Prospekt in vierjähriger Planungs- und zweijähriger Bauzeit eingebaut wurde. Am 6. Mai 2010 erklang das Instrument erstmals.

Jede einzelne der 3933 Pfeifen, verteilt auf 51 Register, kennt Gregor Hieke, der Chefintonator der Orgel, quasi "persönlich", es gebe "Lieblinge" darunter, aber auch "Hunde", erzählte er bei einem Blick in das Innere. Die größte Pfeife ist fünf Meter lang, die kleinste zehn Millimeter. Letztlich aber zähle die Einheit. Und im Besonderen der Raum: Denn auf dessen Charakter müsse der Orgelklang abgestimmt sein. Als eine Grundherausforderung nannte der Intonator die "Flötencharakteristik" von Mozarts Orgelstücken, die ein Leitbild gewesen sei.

Man habe die "innere Struktur" etwas verändert, das Hauptwerk in die Mitte geholt, die hohen Register oben angeordnet. Als "frisch, klar, farbenreich" beschreibt Hieke diesen Teil, als "weich und in der Lautstärke gedeckt" das dritte Manual.

Mit der neuen Orgel jedenfalls hat Salzburg ein Universalinstrument für ein Repertoire, das derzeit nirgends Platz hat: im Konzertfach von Bach bis in die Gegenwart, mit einem Fokus auf die Romantik, in Verbindung mit Kammermusik, mit Stimme oder mit Orchester. Oder, ein besonderes Zuckerl: mit Stummfilmen.

Quelle

  • Salzburger Nachrichten, 30. April 2010 (Karl Harb)