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Geschichte Bischofshofens

Durch Pollenproben ist nachweisbar, dass es bereits im 6. Jahrtausend v. Chr. menschliche Ansiedlungen am Götschenberg gegeben hat. Es ist denkbar, dass es sich dabei um mittelsteinzeitliche Jäger gehandelt hat.

Aus der Zeit zwischen 750 und 450 v. Chr. stammen Hinweise auf bedeutende Ansiedlungen oberhalb des Gainfeldwasserfalls. Weitere Siedlungsspuren aus dieser Zeit finden sich im Bereich der heutigen Frauenkirche. Um 700 v. Chr. wurde bereits der Name „Pongo“ bzw. „Pongawi“ für das Gebiet um Bischofshofen gebraucht.

Die Kelten siedelten in der Alpenregion, so auch in Bischofshofen, bis diese Region 15 v. Chr. unter römische Herrschaft fiel. Die Römer gaben den primären Ansatzpunkt für das Heimischwerden des Christentums, was die allmähliche Entwicklung des Ortes zur Folge hatte. Weiters trug dazu die günstige Lage an der Abzweigung des Fritztales vom Salzachtal bei. Beide Täler waren uralte Handelsstraßen. Grabungen unter der Frauenkirche lassen vermuten, dass sich in diesem Bereich ein römischer Gutshof aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. befunden hat.

Um 711 gründete Bischof Rupert von Worms ein kleines Kloster, die Maximilianzelle. Sie wurde im Laufe der Zeit mehrmals zerstört und wieder neu aufgebaut. Bei späteren archäologischen Grabungen fand man unter der Maximilianzelle Reste einer römischen Siedlung. Im Lauf der Jahrhunderte war das Kloster, das heute der Kastenhof ist, Augustiner Chorherrenstift, Sitz der Bischöfe von Chiemsee im Hoch- und Spätmittelalter sowie eine bedeutende Kultstätte der Verehrung des hl. Maximilian bis zur Säkularisierung der Erzdiözese.

Am Beginn des 12. Jahrhunderts wurden die Herren von Pongowe das erste Mal erwähnt.

Name der Stadt Bischofshofen

Nach der Gründung des Bistums Chiemsee im Jahre 1216 wurde der Kastenhof von den Bischöfen von Chiemsee, die zugleich Salzburger Weihbischöfe waren, als Residenz und Verwaltungszentrale eingerichtet. Davon erhielt der Ort seinen heutigen Namen: Hof des Bischofs – Bischofshofen.

1421 erteilte Erzbischof Eberhard III die Erlaubnis einmal im Jahr, am Maximilianstag einen Markt am Buchberg abzuhalten, der später als Pferdemarkt große Bedeutung erlangte.

Im 16. Jahrhundert wurde Bischofshofen und der Buchberg Zentrum des Bauernaufstandes, der mit der Hinrichtung der beiden Rädelsführer Wilhelm Egger und Hans Steiner endete.

Der Protestantismus weitete sich aus. Am 31. Oktober 1731 wurde von Erzbischof Firmian von Salzburg ein Emigrationspatent erlassen. Daraufhin verließen die meisten Protestanten Bischofshofen und wanderten nach Preußen und Amerika aus.

Ende des 19. Jahrhunderts trug der Bau der Giselabahn wesentlich zum Wirtschaftsaufschwung des Ortes bei. Am 9. Februar 1900 wurde Bischofshofen, auf Grund der gewerblichen Entwicklung, von Kaiser Franz Joseph I. zum Markt erhoben. 1908 fiel ein großer Teil des Ortskerns einer Brandkatastrophe zum Opfer.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat sich Bischofshofen zu einem zentralen Wirtschaftsstandort entwickelt. Das gab den Ausschlag, dass der Markt am 24. September 2000, dem Namenstag des Hl. Rupert, zur Stadt erhoben wurde.

Bauwerke

Pfarrkirche

Hauptarikel: Pfarrkirche hl. Maximilian

Die Pfarrkirche hl. Maximilian ist ein sehenswerter Sakralbau, der seit 1450 in seiner heutigen Form besteht. Der 'Kastenhof' mit Kastenturm stammt aus dem 12. Jahrhundert und diente den Bischöfen von Chiemsee als Getreidespeicher. Daran angeschlossen ist der Kastenhof, in dem u. a. das Stadtamt untergebracht ist. Das Lebzelter-Haus ist ein barocker Gewerbebau aus dem Jahr 1775.

Frauenkirche

Hauptarikel: Frauenkirche

Die Frauenkirche (Marienkirche) wurde um 1359 erstmals urkundlich erwähnt. Das Bauwerk besteht aus einer spätgotischen Bausubstanz mit einem markanten, 62 Meter hohem Spitzturm.

Georgskirche

Hauptarikel: Georgskirche

Die Georgskirche ist die älteste Kirche der Stadt. Man erreicht sie über einen Treppenaufgang, an fünf Kreuzwegstationen vorbei zum Friedhofsvorplatz. Sie steht auf einer Terrasse oberhalb der Frauenkirche, in einer Achse mit ihr und der Pfarrkirche.

Missionshaus St. Rupert

Hauptarikel: Missionshaus St. Rupert

Das Missionshaus St. Rupert wurde von Arnold Janssen, dem Stifter des Steyler Missionswerkes, im Jahre 1904 gegründet. Es ist sowohl ein kleines missionarisches Zentrum für den Pongau als auch ein katholisches Privatgymnasium.

Buchbergkirche

Hauptarikel: Buchbergkirche St. Primus

Die Buchbergkirche wurde 1370 erstmals urkundlich erwähnt. Man betritt die kleine Kirche durch ein romanisches Eingangsportal aus dem 12. Jahrhundert. Ein gotischer Chor, ein frühbarocker Hochaltar mit den Figuren der hl. Rupert und Virgil an den Seiten sowie wertvolle Fresken an der Außenfassade mit Darstellung der Kirchenpatrone Primus und Felician, die Kreuzigung mit Maria, Johannes, Katharina und Margareta und eine stillende Maria aus spätromanischer Zeit zieren das Bauwerk.

Burgruine Bachsfall "Pongowe"

Hauptartikel: Ruine Pongowe

Die Burgruine Bachsfall "Pongowe" befindet sich oberhalb des Gainfeldwasserfalls. Sie war mit hoher Wahrscheinlichkeit um 1200 der Herrschaftssitz der Herren von Pongowe. Noch heute sind die Grundmauern der einst mächtigen Turmburg sichtbar.

Wappen

Der Entwurf des Wappens wurde gleichzeitig mit dem Antrag auf Markterhebung im Jahre 1899 vorgelegt. Wer das Wappen gestaltet hat ist nicht bekannt. Es spiegelt die Vergangenheit von Bischofshofen wieder. Die Gemeindefarben Gold, Rot und Blau bilden die Grundfarben der drei Felder des Stadtwappens. Der obere Teil stellt das ehemalige Fürstbistum Chiemsee dar. Der untere Teil zeigt einen Richterstab als Erinnerung daran, dass Bischofshofen als einstige Hofmark des Fürstbischofs von Chiemsee Gerichtsbarkeit besaß.

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