Portal:Geschichte/Anif
Aus Salzburgwiki
Anif im Salzburgwiki. Artikel dort auch editieren!
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte Anifs
Anif scheint um 788/790 unter „Anua“ auf, Niederalm deutet man von „Alm“ kommend, wie einst die Königsseeache hieß. Rif, von „ripa“, „Flussufer“ stammend, wird erstmals 1194 als „Rive“ urkundlich bezeugt. 788 wurde auch erstmals urkundlich "die Kirche bei Anif" erwähnt[1]. In einem Verzeichnis des Erzstifts St. Peter wird Anif dann um 1100 wieder erwähnt. Auch das Benediktiner-Frauenstift Nonnberg erwähnt in Dokumenten Besitzungen in Anif und Niederalm. Niederalm wurde für die Salzgewinnung der Fürstpropstei Berchtesgaden von Bedeutung.
Vom Mittelalter erhalten steht mitten im Ort gegenüber dem heutigen Hotel Friesacher der Taidingtisch, mit der Inschrift: "Historische Thingstätte (später Landschranne) Anif. Hier wurde im Mittelalter am Montag nach Georgi das Thaiding abgehalten, das Landrecht verkündet, Recht gesprochen." Allerdings handelt es sich bei diesem [Anifer] Thaidingtisch um kein Original.
Anif als Gemeinde wurde erst durch ein Gesetz vom 17. Juli 1894 mit dem Ortsteil Niederalm von der Gemeinde Grödig getrennt. Später entwickelte sich noch der Ortsteil Neu Anif. Der erste Bürgermeister der Gemeinde Anif hieß Matthias Schnöll.
Anfang 1915 entstand im heutigen Neu Anif das Lager Niederalm für u. a. russische Gefangene. Daher erhielt dieses Lager auch den Namen Russenlager und daher rührt der heutige Name des Russenfriedhof. Neu-Anif bestand damals noch nicht, es gab nur den Namen Niederalm als Ortsbezeichnung. Um 1930 wurden Teile des ehemaligen Lagers Niederalm als Lehrlingserholungsheim Niederalm - Grödig genutzt. Nach 1938 war dort eine "Führerschule" für die Hitlerjugend. In den Jahren 1944/45 wurden wiederum Flüchtlinge in den noch bestehenden Baracken untergebracht. In dieser Zeit erhielt die Barackensiedlung den Namen Schwabenlager.
Im Wasserschloss Anif nahm der bayerische König Ludwig III. am 7. November 1918 Zuflucht, während in München der Freistaat Bayern ausgerufen wurde. Am 12. November folgte dann seine Anifer Erklärung.
1922 verlor die Gemeinde das Gebiet von Hellbrunn und Teile der Alpenstraße (Porsche Alpenstraße) an die Stadt Salzburg.
1928 wurden bei Aushubarbeiten Gräber aus der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts entdeckt.
Neubau Seniorenwohnhaus Anif auf geschichtsträchtigem Boden
Der von der regierenden ÖVP Anif 2008 beschlossene Neubau des Seniorenheims Anif auf einem 8.000 qm großen Grundstück in Niederalm neben dem Schloss Lasseregg brachte eine kleine Sensation mit sich. Bei Vorgrabungen entdeckte man Reste eines bajuwarischen Dorfes, das man zwischen dem 5. und 8. Jahrhundertn. Chr. datiert. Bekannt war ja, dass die Bajuwaren in Salzburg herrschten. Rupert von Worms, der als Landespatron Hl. Rupert in die Geschichte einging, wurde vom Bayernherzog Theodo II. nach Salzburg berufen. Darüber hinaus, so Univ.-Prof. Dr. Heinz Dopsch in der Anifer Chronik, nahm man bisher an, dass die Orte südlich der Linie von Gnigl, Parsch und Gois der keltischen Namensgebung zuzurechnen waren.
Aus dieser Sicht erscheint der Fund eines bajuwarischen Dorfes, noch dazu besonderer Größe, tatsächlich eine echte Sensation zu sein. Leider sind die bisher gefundenen Reste optisch so gering, dass sie fotografisch nicht darstellbar sind. Aber die Forscher erhoffen sich nun neue Erkenntnisse über die Besiedlung von Anif Niederalm[2].
Generationendorf Lasseregg
- Hauptartikel: Generationendorf Lasseregg
Allerdings wurde der ursprünglich Zweck, ein Seniorenheim auf diesem Grundstück zu errichten, nach politischen Streitereien und einer Volksbefragung wieder geändert in eine Wohnanlage für junge Familie, was sich aber Anfang 2011 abermals aus finanziellen Gründen änderte. Das bestehende Seniorenheim soll saniert und modernisiert werden.
Brände
- 1867: Großbrand in Anif
- 1985, 4. September: Großbrand beim Madlbauer
- 1989, 10. September: Großbrand im Zentrum von Anif
- 1999, 9. August: Großbrand beim Kastnerbauern