Oriental Visions in Concert (Kritiken)
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- Konzert: Oriental Visions in Concert
Mein persönlicher Eindruck, meine persönliche Meinung
- Veranstaltungsort: Urban-Keller in Salzburg-Schallmoos
- Datum: 30. März 2010
Ihr seid so ernst meinte Marwan Abado und nach einer kurzen Pause fügte er hinzu: wir auch. Doch diese ernste Stimmung änderte sich im Laufe des Programms und endete mit dem Mitsummen des Publikums.
Die Oud[1] von Abado und die an diesem Abend ausgesprochen reine und Nuancen reiche Stimme von Simone Klebel-Pergmann prägten das Konzert. Nach dem gefühlvollen arabischen Lied richataan kam eine schwungvolle, ja fast orientalisch-Jazz'ige Melodie, lam'ma l'hammam, der auch Klebel-Pergmann mit Jazz-Intonationen einen durchaus angenehmen Klang verlieh. Dann aber folgte der erste Höhepunkt des Abends. Simone Klebel-Pergmann sang in ihrer unvergleichlichen Interpretation das traditionelle jiddische Frühlingslied sphalt sich himml, das in einem Ghetto entstand. Dieses sanfte und doch kraftvolle Lied klang mir in meinen Ohren noch lange nach Ende des Konzerts nach.
Bevor sefardische Liebeslieder fast Fado[2]-ähnliche Weltschmerz-Stimmung in den Urban-Keller brachten, bot Abado noch mit mat'r - rain is coming ein ruhiges arabisches Lied der Hoffnung, der Hoffnung auf Regen in der Wüste, der Leben bedeutet. Dabei entlockte Bernie Rothauer, der Dritte im Bunde an diesem Abend, seiner Udu[3] interessante Klänge.
Dann aber erzählte das sefardische[4] Lied adio kerida von einer unglücklichen Liebe. Nicht viel besser ging es dem Verehrer, von dem im nächsten sefardischen Liebeslied gesungen wurde. los caminos - ...nicht einmal als Stöpsel im Waschbecken (frei übersetzt) wollte ihn seine Angebetete haben. Der Text - etwas herb, wie manch andere Texte dieses Genre auch.
Nach einer Reihe ruhiger Melodien faszinierte Abado mit dem Lied fattouch, das einen herrlichen Frühlingssalat musikalisch darbietet. Er entlockte mit seiner virtuosen Fingerkunst seiner Oud eine wahre orientalische Klangwolke. Dem folgte, nach dem israelischen Volkslied erev shel shoshanim noch ein weiterer, kraftvoller musikalischer Ausdruck des Hüftbebens - hazza. Ausgelöst wieder von Abado und seiner Oud. Simone Klebel-Pergmann fiel mit ihrer an diesem Abend auffallend kraftvollen, reinen Stimme in dieses Beben (hazza = Beben) ein und beschloss so gemeinsam mit Abado und Rothauer einen wahrhaft orientalischen Visions-Abend.
"Wir können die Völker nicht befrieden, aber wir können Lieder schreiben für die Menschen auf beiden Seiten" meinte Marwan Abado und verabschiedete sich mit den Worten geht in Frieden, Schwestern und Brüder.
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Fußnoten
- ↑ eine Kurzhalslaute aus dem Mittelmeerraum beziehungsweise dem Nahen Osten
- ↑ siehe Wikipedia Deutschland Fado
- ↑ das ist ein Idiophon (Selbsttöner, Selbstklinger) aus gebranntem Ton siehe auch Wikipedia Deutschland Udu und about Udu drum (englischsprachige Seite) sowie Hörbeispiele
- ↑ als Sepharden werden jene Juden bezeichnet, die bis zu ihrer Vertreibung um 1500 in Portugal und Spanien lebten; die Sprache ist demnach auch eine Mischung aus Jiddisch, Portugiesisch und Spanisch