Lichtenstein (Südtiroler Adelsgeschlecht)

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Die Lichtenstein oder Liechtenstein waren ein Südtiroler Adelsgeschlecht, das einen Salzburger Erzbischof und eine Anzahl von Domherren stellte.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Mit dem Fürstenhaus von und zu Liechtenstein[1] (gefürstet 1608 bzw. 1623), dessen Name auf eine Burg in Niederösterreich zurückgeführt wird, und dem steirischen Ministerialengeschlecht von Lichtenstein[2], aus dem der mittelalterliche Dichter Ulrich von Lichtenstein stammt, besteht eine bloße Namensgleichheit oder –ähnlichkeit.

Die Lichtenstein sollen im Mittelalter aus Graubünden nach Südtirol gekommen sein, und hier das Schloß Lichtenstein, von dem eine Ruine geblieben ist, erbaut haben. Sie waren ursprünglich Ministerialen der Bischöfe von Trient und der Grafen von Tirol. Das Geschlecht stellte selbst zwei Bischöfe von Trient, Georg I. von Liechtenstein (Bischof 1390 – 1419) und Ulrich IV. von Liechtenstein (Bischof 1493 – 1505).

Salzburgbezug

Dem Geschlecht entstammten

Die frühe Tiroler Ära

Das Geschlecht erscheint bereits 1472 in den Tiroler Adelsmatrikeln.[3]

Eine der drei Linien dieses Hauses war die des Landeshauptmannes Wilhelm von Lichtenstein, der mit seiner Gemahlin, einer geborenen von Stötten, u.a. die Kinder Balthasar und Ursula (verh. Gräfin Fugger, † 1573) hatte.[4]

Balthasar († 1478) stand in den Diensten des Bischofs von Trient und des Erzherzogs Sigismund von Tirol. Mit seiner Gemahlin Dorothea Fuchs von Fuchsberg hatte er drei Söhne:

Die Freiherren und Grafen von Lichtenstein-Kastelkorn

Paul war Hofmarschall Erzherzogs Sigismunds von Tirol und Kämmerer des Landesherrn und Kaisers Maximilian I. 1499 wurde er von seinem Bruder, dem Bischof Ulrich, mit Castelcorno bei Rovereto (Trentino) belehnt, von dem der Namenszusatz Kastelkorn abgeleitet ist. 1500 wurde er in den Grafenstand erhoben. Er war mit Barbara von Schrofenstein, Tochter des Oswald von Schrofenstein[1] verheiratet. Aus dieser Ehe gingen folgende Söhne hervor:

Christoph Philipp († 1547) hatte mit seiner Gemahlin Margarethe Freiin von Rappoltstein folgende Kinder.

Von der Nachkommenschaft Christoph Philipps († 1547) werden im Folgenden drei Linien dargestellt, und zwar unter Einschluss auch weiblicher Linien, soweit deren Angehörige wiederum durch ihren Salzburgbezug von Interesse sind:

Barbara Gräfin von Lodron

Barbara hatte mit Paris Grafen von Lodron (* 1538) einen Sohn

Georg Philipp Graf Lichtenstein

Georg Philipp, verh. mit Margareta Gräfin von Helfenstein

Wilhelm Philipp Graf Lichtenstein

Wilhelm Philipp, um 1540 Landeshauptmann von Tirol, verh. mit 1. Kunigunde von Plieningen (auch: Plenningen, Pfläminger), 2. Kunigunde von Eck

Literatur

Quellen

Fußnoten

  1. Siehe „Haus Liechtenstein“ auf Wikipedia.
  2. Vgl. „Ulrich von Liechtenstein“ auf Wikipedia
  3. Martha Schad: Die Frauen des Hauses Fugger von der Lilie (15. - 17. Jahrhundert): Augsburg, Ortenburg, Trient. (Mohr Siebeck, 1989, ISBN 3165454787, 9783165454789), S. 30 f
  4. Martha Schad a.a.O. S. 30 f
  5. Laut Zedler sind alle vier mit Virginia Gräfin von Arco gezeugten Kinder jung verstorben und entstammen insbesondere die Söhne Georg und Vespasian der zweiten Ehe. Johann Riedl hingegen hat im Aufschwörungsstammbaum Nr. 150 Virginia Gräfin von Arco als Georgs Mutter.
  6. Laut Zedler führt Hübner Paris fälschlich als Sohn von Georgs Bruder Vespasian an.
  7. Die Lodronschen Genealogien führen den Namen von Barbaras Ehemann nicht an. Nähere Informationen liegen daher leider nicht vor. Es könnte spekuliert werden, dass Paris Lodron (1612 Domprobst, 1619 Erzbischof) zunächst die Ehe seiner Schwester mit einem Angehörigen der Familie des Salzburger Domherrn Lichtenstein-Kastelkorn vermittelt und später (1624), im Sinne seines bekannten Nepotismus, einen weiteren Angehörigen derselben, nunmehr verschwägerten Familie zum Bischof von Chiemsee gemacht hat.
  8. Laut Aufschwörungsstammbaum ihrer Söhne Johann Christoph und Konstantin (III.) jedoch Tochter des Melchior Guidobald Freiherrn von Wolkenstein-Trostburg und der Genovefa Cristine Freiin zu Spaur und Valör.
  9. Descendants of Margarete von Rappach (-1522) gen 1-6 of 8 gen
  10. V. Houdek: Moravské vývodny erbovní (Brno 1917) S. 50 f und Gregor Wolny: Die Markgrafschaft Mähren, topographisch, statistisch und historisch geschildert. II. Band, 2. Abtheilung: Brünner Kreis. Selbstverlag des Verfassers, in Commission der L. W. Seidel'schen Buchhandlung. Brünn 1837. S. 289.
  11. Quelle: Heiss/Bastl ua., Patronage- und Klientelsystem am Wiener Hof, hier: Kurzbiographien der Hofdamen.
  12. Vgl. zu ihm auch V. Houdek: Moravské vývodny erbovní (Brno 1917) S. 51 und Gregor Wolny (a.a.O S. 289).
  13. Die Darstellung, er habe seine vier Söhne Philipp Paul, Jakob Ernst, Maximilian Rudolf und Thomas Josef als Erben eingesetzt, muss verworfen werden, da mit seinem geistlichen Stand nicht vereinbar und da auch gut bezeugt ist, dass der Vater dieser vier Söhne sein Bruder Franz Karl Graf von Liechtenstein-Kastelkorn war - siehe Gregor Wolny: Die Markgrafschaft Mähren, topographisch, statistisch und historisch geschildert. III. Band: Znaimer Kreis. Selbstverlag des Verfassers, in Commission der L. W. Seidel'schen Buchhandlung. Brünn 1837. S. 172 und ebenda IV. Band: Hradischer Kreis. Brünn 1838. S. 284. Wolny schildert im Zusammenhang mit der Besitzgeschichte der Allod-Herrschaft Mallenowitz mit dem Gut Pohořelitz im IV. Band auf S. 284 f in glaubhafter Detailliertheit Folgendes: Gewisse (namentlich genannte) Erben, darunter Katharina Karolina Gräfin von Liechtenstein geb. von Pawlowsky, überließen Mallenowitz mit Pohořelitz am 22. April 1792 dem Miterben Franz Karl von Liechtenstein-Kastelkorn um 80.000 Rheinische Gulden. Nach dessen Tode fiel dieses Gut infolge der zwischen den drei Söhnen Jakob Ernst, Maximilian Rudolf und Thomas Josef vereinbarten Erbteilung vom 13. Jänner 1724 dem mittleren Sohn Maximilian Rudolf zu. Von Maximilian Rudolf ging der Besitz im Erbweg auf seine beiden Brüder und in der Folge auf einen der beiden, den Salzburger Fürsterzbischof Jakob Ernst, über. Dieser vererbte den Großteil seines Besitzes seinem Neffen Karl Otto Grafen von Salm-Neuburg. Wolny führt drei Söhne Jakob Ernst, Maximilian Rudolf und Thomas Josef an, nach anderer Quelle (Zlin.cz - informační server - Majitelé malenovického hradu) waren es vier Söhne: Philipp Paul, Jakob Ernst, Maximilian Rudolf und Thomas Josef.
  14. http://genealogy.euweb.cz/bohemia/podstat2.html
  15. Es ist nicht sicher, dass sich die Angaben Johann Riedls zu dem Domherrn auf den verheirateten Christoph Philipp beziehen (ein Domherr musste unverheiratet sein, konnte aber nach Verzicht auf sein Kanonikat heiraten).
  16. V. Houdek: Moravské vývodny erbovní (Brno 1917) S. 50 f und Gregor Wolny: Die Markgrafschaft Mähren, topographisch, statistisch und historisch geschildert. II. Band, 2. Abtheilung: Brünner Kreis. Selbstverlag des Verfassers, in Commission der L. W. Seidel'schen Buchhandlung. Brünn 1837. S. 289.
  17. V. Houdek, aaO S. 51.

Siehe auch

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