Lasser von Zollheim

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Die Familie von Lasser zu Zollheim[1] war ein osttirolisch-salzburgisches Adelsgeschlecht.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft und Stand

Auf ihrem alten Edelsitz Zollhaim in Matrei in Osttirol saßen seit altersher die Herren von Lasser. Das Geschlecht war schon 1525 in der Adelsmatrikel der Salzburger Landstände verzeichnet.[2]

Ältester bekannter Lasser dieser Linie ist ein Wolf(gang) Adam Lasser (Ehefrau: Benigna Schärdinger [† 5. Mai 1620 Windisch-Matrei]).[3]

Durch Wolfgang Adam, Verwalter des Hofurbargerichtes Brixen[4], war das Geschlecht seit dem 9. Juli 1574 wappenfähig.[2]

Im Jahr 1708 wurden die Brüder (nach Anderen[5]: Vettern) Wolfgang Andreas Lasser, Pfleger zu Windisch-Matrei, und Johann Adam Lasser († 1734 zu Friesach in Kärnten, salzburgischer Rat und Vize-Domamts-Verweser) von Kaiser Josef I. mit dem Prädikat "von Zollhaimb" in den Reichsritterstand erhoben.[2]

Die Freiherren von Lasser besaßen 1620, (ein weiterer) Wolf Adam Lasser von Zollheim erhielt 1741 die Salzburgische Landmannschaft.[6]

Ämter

Mitglieder des Geschlechts standen im 17. und 18. Jahrhundert als Pfleger von Windisch-Matrei und Hopfgarten, Vizedome von Friesach und in der Steiermark in fürsterzbischöflichen Diensten.[7]

Die Familie Lasser zu Zollheim stellte ab 1597[2], nach anderen ab 1617 den Pfleger der salzburgischen Besitzungen in Osttirol, der in Windisch-Matrei (seit 1918: Matrei in Osttirol; im Folgenden kurz "Matrei") seinen Sitz hatte. Von 1721 bis 1804 war das Pflegamt in der Familie erblich.[2]

Einzelne Vertreter

(Angaben, soweit nicht anders angegeben, nach Granichstaedten[2].)

Wolfgang Andreas Lasser, der eine der 1708 Geadelten, soll bei der Vertreibung der 750 protestantischen Bewohner des Defereggentales im Oktober 1680 besonders streng vorgegangen sein.

Johann Andreas,
nach anderer Angabe[3] Andreas Ludwig Lasser (* 2. April 1749 Matrei), verh. mit Maria Anna Prandtner; 14 Kinder.

Da alle Söhne des Ignaz (Wolfgang Adam) von Lasser Matrei verließen, verschwanden die Lasser laut Granichstaedten[12] mit dem Tod des Ignaz 1804 endgültig aus Matrei.

Der zweite der 1708 Geadelten, der salzburgischer Rat und Vize-Domamts-Verweser Johann Adam Lasser (*26. Juli 1671 Matrei, † 18. Februar 1734 Friesach [Kärnten]), war verheiratet mit Maria Elisabeth von Hebenstreit und Glurnshör († 18. Februar 1734 Friesach)[13];

Bekanntester Vertreter des Geschlechts ist der erwähnte k. k. Minister des Innern Josef Freiherr Lasser von Zollheim.

Fußnoten

  1. Die überlieferten Familiennamen und Adelsbezeichnungen schwanken. Häufig sind "Freiherr von Lasser", "Freiherr Lasser von Zollheim", weniger häufig "Ritter von Lasser zu Zollheim". Womöglich gehörte das Geschlecht dem Salzburger Freiherrenstand an, bevor es in den Reichsritterstand erhoben wurde.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 [Rudolf] Granichstaedten: Die Matreier Pfleger-Familie Lasser zu Zollheim, in Osttiroler Heimatblätter Nr. 2/1960 (Heimatkundliche Beilage des "Osttiroler Boten").
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 3,6 3,7 3,8 3,9 Quellensammlung Thomas, umfassend
    • Auszüge – Kopien aus dem Salzburger Landesarchiv, "Frankkartei" – Familie Lasser von Zollheim
    • Zeitungsauszüge
    • Kopien und Abschriften aus dem Genealogischen Verein Adler, Wien.
  4. Und zwar wohl das damals salzburgische Brixen im Thale, Nordtirol, nicht der damalige Fürstbistumssitz Brixen in Südtirol
  5. 5,0 5,1 http://genforum.genealogy.com/wohlgemuth/messages/92.html genforum-Posting zu "Austrian Wohlgemuth - Verwandtschaft Wohlgemuth Lasser (von Zollheim) + Jud"
  6. Quelle: Artikel "Salzburger Landstände."
  7. Constant von Wurzbach, Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich, XIV. Teil (Wien 1865), 174 ff.
  8. A.S., Aus dem Archiv, in Pfarrbrief Saalfelden Dezember 2008 S. 12.
  9. 9,0 9,1 9,2 9,3 9,4 9,5 9,6 9,7 www.familysearch.org,Batch Number 8305323.
  10. Ludwig Pürstl: Leoganger Heimatkunde (erschienen 1953/54) S. 49.
  11. Deren Grabplatte ist auf einer Säule des Salzburger-Sebastianfriedhofes verzeichnet.
  12. A.a.O.; der angegebene Zeitpunkt scheint aber unzutreffend zu sein, da Kinder von (Johann) Alois Augustin noch 1818, 1820 und 1822 in Matrei getauft wurden.
  13. Siehe Franz Lorenz Hohenauer, Die Stadt Friesach. Ein Beitrag zur Profan- und Kirchengeschichte von Kärnten. Klagenfurt 1847. S. 84 und 114; Lebensdaten laut Quelle Thomas, wie oben.
  14. Koch von Sternfeld: "Frankkartei", Lasser von Zollheim, Salzburger Landesarchiv.
  15. 15,0 15,1 15,2 15,3 15,4 15,5 www.familysearch.org, Batch Number 2360361
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