Lamberg

Aus Salzburgwiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Lamberg ist der Name eines österreichischen Adelsgeschlechts, dem einige Mitglieder des Salzburger Domkapitels, fürsterzbischöfliche Beamte sowie ein k. k. Landeshauptmann von Salzburg entstammten.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Das Geschlecht stammt aus der slowenischen Kernlandschaft Krain und ist schon im 12. Jahrhundert urkundlich belegt. Es teilte sich schon früh in verschiedene Linien und Zweige, deren einzelne in den Reichsgrafen- oder den Reichsfürstenstand aufstiegen.

Die Lambergs und Salzburg

Der früheste in Salzburg aufscheinende Lamberg ist der Domherr Balthasar von Lamberg (* 1483 † 1530). Er war ein besonderer Vertrauter des Fürsterzbischofs Matthäus Lang von Wellenburg. Sein Bruder Ambros(ius) von Lamberg († 1551) wurde 1519 Domherr und 1530 Domdechant, sein Bruder oder Cousin Christoph († 1579) 1520 Domherr, 1551 Domdechant und 1560 Dompropst. Caspar (* 1492, † 1544), ein weiterer Bruder Balthasars, heiratete in zweiter Ehe Margaretha Lang von Wellenburg, eine Nichte des Fürsterzbischofs und war fürsterzbischöflicher Pfleger. Auch einige seiner Nachkommen standen in fürsterzbischöflichen Diensten. Zu den Nachkommen Caspars zählt Hugo Raimund von Lamberg, Landeshauptmann (18721880) von Salzburg.

Eine andere Linie des Hauses Lamberg, und zwar die in den Reichsfürstenstand erhobene, hatte von 1685[1] (23. Jänner: Franz Josef I. Reichsgraf, dann Reichsfürst von Lamberg (* 1637, † 1712) bis zumindest 1797 (Tod des Johann (Nepomuk) Friderich Fürsten von Lamberg) das Erbamt des Salzburger Erbtruchsesses inne.[2]

Vertreter des Geschlechts gehörten dem Salzburger Ritterstand seit 1543 an.

Persönlichkeiten

Weltliche

Geistliche (Domherren)

Mitglieder des Domkapitels waren:

Die Lambergs in der Salzburger Landtafel

Dem Salzburger Landadel gehörten die Lamberg als Mitglieder des Ritterstandes von 1543 bis zum Ende des Erzstiftes an. In den Landtafeln verzeichnet findet man die folgenden Personen:[8]

Landtafel von 1620 (scil.: alles Söhne bzw. Enkel Sigmunds Freiherrn von Lamberg-Orteneck-Ottenstein (* 1536, † 1616)):

Landtafel von 1739:[9]

Die salzburgischen Lehen, die die Grundlage der Aufnahme in die Landtafel bildeten, lagen im Brixental sowie allenfalls dessen Umgebung (genannt werden Weyerstätten im Brixental, Herrschaft Itter, Güter Röcking, Jochberg, Stegen, Hopfgarten, Oberachen ua.), zeitweise auch im Rupertiwinkel (Pflegegericht Staufenegg).[10]

Auffällig ist, dass die in der Landtafel von 1739 Angeführten der Linie von Amerang, die in der Landtafel von 1620 Angeführten aber der Linie von Greifenfels angehörten. Die Linie von Greifenfels starb aber nicht aus, sondern bestand in Kärnten weiter. Nun ist urkundlich belegt[11], dass im Jahr 1726 die durch den Tod des Grafen Johann Raimund II. erledigten Salzburgischen Lehen – Weyerstätten im Brixental sowie die Güter Racking, Jochberg und Stegen – dem Johann Philipp von Lamberg(-Kitzbühel, * 1684, † 1735), Sohn des 2. Fürsten von Lamberg, verliehen wurden (der 1735 kinderlos verstarb). Erst im 19. Jahrhundert prozessierte Anton Raimund Graf von Lamberg, Urgroßneffe Johann Raimunds II., gegen Gustav Ernst Fürsten von Lamberg, Urgroßneffen zweiten Grades des Johann Philipp von Lamberg-Kitzbühel, um diese Salzburger Lehen[12].

Genealogie

(Auszug) Noch in der Krain finden wir Georg von Lamberg († 1499), Stammvater der hier interessierenden Orteneggschen Linie(n).[13]Seine Nachkommen sind auszugsweise:

Lamberghut

Der Lamberghut war ein in den 1920er- und 1930er-Jahren modischer Salzburger Trachtenhut, der auch als Ausdruck deutschnationaler, dann aber ständestaatlicher Gesinnung getragen wurde.[18] Seine Erfindung wurde dem Landeshauptmann Lamberg zugeschrieben. [19]

Literatur

Quellen

Fußnoten

  1. Am 23 Jänner 1685 belehnte Kaiser Leopold I. den Grafen [später: Reichsfürsten] Franz Josef Lamberg und seine Nachkommen mit dem Erbtruchsessenamte im Erzbistum Salzburg (Urkunde im OÖ. Landesarchiv / Herrschaftsarchiv Steyr.
  2. Vgl. den Artikel "Salzburger Erbämter"
  3. Bestätigungsurkunde des Caspar von Lamberg vom 25. April 1538.
  4. vgl. den Artikel Nothaft und die dortigen Quellen.
  5. Oskar Dohle, 150 Jahre Salzburger Landeshauptleute (1861–2011). Schriftenreihe des Salzburger Landesarchivs Nr. 17. Salzburg (Land Salzburg) 2011. S. 12.
  6. Quellen: Riedl, Wagner.
  7. www.catholic-hierarchy.org.
  8. Lorenz Hübner, Beschreibung der hochfürstlich-erzbischöflichen Haupt- und Residenzstadt Salzburg und ihrer Gegenden verbunden mit ihrer ältesten Geschichte, Zweiter Band (Statistik), Salzburg 1793. S. 277 und 279.
  9. Die hier angeführten Personen, deren Vornamen nach dem Muster Johann ... Cajetan gebildet sind, scheinen in den gängigen Genealogien überwiegend so nicht auf, können aber mit Personen aus der sogenannten bayerischen Linie zu Amerang (einer Nebenlinie der gefürsteten Linie) gleichgesetzt werden; es sind dies die Brüder Franz Joseph Cajetan (* 1680/1686, † 1758/1753), Philipp Neri[us] Ignaz Cajetan (Propst des Collegiatstiftes zu Straubing, † 1761) und Johann Friedrich Cajetan (* 1701, † 1744) sowie des letzteren Sohn Joseph Cajetan Friedrich (* 1734, † 1796).
  10. Puschnig, aaO S. 29 und (insb.) 69.
  11. Puschnig, S. 29.
  12. Puschnig, S. 31.
  13. Die Quellen divergieren hier insoferne, als es damals mehrere in Betracht kommende Georgs gab. Im Text wird grundsätzlich der Darstellung Wittings gefolgt.
  14. Siehe den Artikel Nothaft.
  15. Sandgruber aaO S. 88.
  16. Vgl. den Artikel Thun und Hohenstein.
  17. Nach Witting ist Sigismund (wie hier im Text) ein Bruder, nach anderen (zB Wurzbach) jedoch ein Sohn Georgs. Je nach dem war dann Dompropst Christoph ein Sohn oder ein Neffe Georgs, d.h. ein Bruder oder Cousin von Balthasar, Ambros und Caspar.
  18. Ulrike Kammerhofer-Aggermann, Dirndl, Lederhose und Sommerfrischenidylle, In: Robert Kriechbaumer (Hg.), Der Geschmack der Vergänglichkeit: Jüdische Sommerfrische in Salzburg. (Wien, Köln, Weimar: Böhlau, 2002) S.  315 ff
  19. Hanns Haas, Bilder vom Heimatland Salzburg, in: Robert Kriechbaumer (Hrsg): Liebe auf den zweiten Blick.Landes- und Österreichbewusstsein seit 1945. Wien 1998. Supplementband zu Herbert Dachs / Ernst Hanisch /Robert Kriechbaumer, Geschichte der österreichischen Bundesländer seit 1945 S. 149 ff (171).

Weblinks

Persönliche Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Ressourcen
salzburg.com
Werkzeuge