Ilse Aichinger

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Ilse Aichinger (* 1. November 1921 in Wien) ist eine bedeutende österreichische Schriftstellerin, die knapp 20 Jahre in Großgmain bei Salzburg lebte.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Ilse Aichinger wuchs mit ihrer Zwillingsschwester Helga Michie in Wien und Linz auf. Als sich der nationalsozialistische Vater und die jüdische Mutter scheiden lassen kommt Ilse Aichinger in die Obhut der Großeltern in Wien. 1939 kann ihre Schwester noch nach England fliehen, die Großmutter wird 1942 nach Minsk deportiert.

1948 erscheint der Roman Die größere Hoffnung, der eigene Erfahrungen unter der Nazizeit verarbeitet. Im Umfeld der deutschen Literatengruppe Gruppe 47 avanciert sie zu einer Schriftstellerin, der rasch Aufmerksamkeit zuteil wurde. Sie lernte den Lyriker Günter Eich kennen, den sie 1953 heiratete und mit dem sie nach Oberbayern (Lenggries, dann Chiemsee) übersiedelte. Das Paar hatte zwei Kinder, Clemens (1954 - 1998) und Mirijam (* 1957).

1963 übersiedelt die Familie nach Großgmain von wo aus die beiden Schriftsteller ihr literarisches Schaffen fortsetzen. 1971 ist Ilse Aichinger zu den ersten Rauriser Literaturtagen eingeladen. 1972 stirbt Günter Eich an einer Herzkrankheit. Nach dem Tod ihrer Mutter zieht Ilse Aichinger zuerst nach Frankfurt, später nach Wien.

Ihre Literatur ist Widerstand. Gegen Unrecht, Gewalt, Verlogenheit, auch in Zeiten scheinbaren Friedens, auch in uns selbst. Sie steht nicht auf der Seite der Gekaderten, sondern auf jener der Opfer, die sie in ihrer Sprache birgt. Diese Sprache ist analytisch, sinnlich, konkret und zugleich raum- und zeitlos, sie ist welthaltiges Symbol und von irritierender Doppelbödigkeit. Ilse Aichinger ist die Dichterin der Fremdheit, der Anarchie, von ihrem ersten Roman Die größere Hoffnung an bis zu ihren Gedichten, Hörspielen und Erzählungen, bis zur surrealen Kurzprosa der schlechten Wörter und den luziden Kolumnen, die sie als über 80-Jährige schreibt.

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