Holzbrotbackofen

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Verfallender Holzbrotbackofen im Hüttwinkltal
Roswitha Hubers Holzbrotbackofen auf der Kalchkendlalm

Der traditionelle bäuerliche Holzbrotbackofen im Pinzgau ist ein eigenständiges, vor dem Hof befindliches, aus Bachsteinen aufgemauertes Kleingebäude, dessen Satteldach mit Holzschindeln gedeckt ist.

Brotbacken im Holzbrotbackofen

Das Brotbacken im Holzbrotbackofen beginnt traditionell bereits am Vorabend. Es wird die benötigte Menge Mehl in den Teigtrog gegeben und im Mehl mit der Hand ein Kreuzzeichen geformt. Dann wird das „Dampfl“ aus Mehl, Germ (früher wurde Sauerteig verwendet) und warmem Wasser angerührt. Es bleibt über Nacht in der Stube. Um drei Uhr früh wird der Holzbrotbackofen mit 16 meterlangen Scheitern angeheizt und der Teig mit lauwarmem Wasser und etwas Salz geknetet und anschließend zwei Stunden „rasten gelassen“, damit er „aufgeht“.

Wenn die Scheiter im Holzbrotbackofen „abgeheizt“ sind, wird mit einem nassen Strohbesen die Asche ausgekehrt. Die schon geformten Brotlaibe und Brotwecken werden auf Backbretter gelegt und mit der „Ofenschießl“ auf die glühenden Steine des Ofens eingeschossen. Nach ca. zwei Stunden werden die Brote herausgeholt, mit dem Roßhaarbartwisch mit Wasser „angestrichen“ und zuletzt zum Auskühlen abgelegt.

Angeregt durch Roswitha Huber, die unlängst ihr zweites Buch zum Thema Brot mit dem Titel Gutes Brot veröffentlicht hat und mit der Schule am Berg auf der Kalchkendlalm versucht, Kindern den Ursprung der Nahrungsmittel begreiflich zu machen, wurden beispielsweise in Rauris nicht mehr benützte Backöfen restauriert und werden wieder benutzt. Andere Holzbrotbacköfen wurden neu aufgesetzt und werden ebenfalls regelmäßig zum Brotbacken verwendet.

Quellen

  • Richard Treuer, Bergheimat Pinzgau, Verlag der Salzburger Druckerei 1977