Hans Landesmann

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Hans Landesmann (* 1. März 1932 in Wien; † 18. September 2013 ebendort) war ein österreichischer Kulturmanager.

Leben

Als Sohn einer großbürgerlichen Familie wurde Hans Landesmann 1932 geboren. In seiner Geburtsstadt Wien sowie in Budapest, wo er in den Jahren 1938 bis 1945 aufwuchs, studierte er Klavier. Ein Chemiestudium in Paris und New York schloss er mit dem Doktorat ab. An der Wiener Hochschule für Musik und darstellende Kunst besuchte er dabei die Klavierklasse von Prof. Richard Hauser.

1949 bis 1956 absolvierte er an der Sorbonne in Paris, Frankreich, und an der Columbia University in New York, Vereinigte Staaten von Amerika, das Studium der Chemie. 1957 trat er in das Familienunternehmen Alexander Landesmann & Sohn ein.

Tätigkeit im Kulturmanagement

Wien

Ab 1964 war er Direktionsmitglied, ab 1974 Vizepräsident, 1977 bis 1983 Generalsekretär der Wiener Konzerthausgesellschaft, wo er maßgeblich an der Öffnung des Wiener Konzertbetriebs für die Musik des 20. Jahrhunderts beteiligt war.

1980 bis 1983 war er Mitglied des Programm-Komitees der Wiener Festwochen.

1984 bis 1988 war er künstlerischer Leiter des Jugendorchesters der Europäischen Gemeinschaft. Da in diesem Orchester Jugendliche aus Österreich und den östlichen Nachbarstaaten nicht mitwirken durften, gründete er 1986 gemeinsam mit Claudio Abbado das Gustav-Mahler-Jugendorchester, das in der Folge zu einem der bedeutendsten Jugendorchester der Welt heranwuchs.

Er richtete zwei Webern-Festivals aus und führte sein Publikum in neuen Konzertreihen an die musikalische Gegenwart heran.

Maßgeblich war er 1988 an der Gründung des Festivals „Wien Modern“ durch Claudio Abbado beteiligt.

Salzburger Festspiele

1989 wechselte er als Kaufmännischer Leiter und Konzertdirektor zu den Salzburger Festspielen, wo er die Strukturreform nach Herbert von Karajan und die Ära Mortier mit ermöglichte. Mit Konzertprojekten um Pierre Boulez, Maurizio Pollini, György Ligeti und György Kurtág setzte er moderne Akzente und ermöglichte das von Markus Hinterhäuser und Tomas Zierhofer-Kin ausgerichtete "Zeitfluss"-Festival. Bis 2001 prägte Landesmann das Festival nachhaltig.

Wiener Festwochen

2001 verließ Hans Landesmann mit Mortier das Festival und wurde Musikdirektor bei den Wiener Festwochen. Auch hier setzte er sich besonders für die Neue Musik ein.

Ab 2000 war Hans Landesmann zudem Mitglied des Aufsichtsrates der Wiener Staatsoper, der Volksoper, des Burgtheaters und der Theater Service GmbH.

Salzburg Biennale

Von 2007 bis 2009 war Hans Landesmann künstlerischer Leiter und damit auch einer der Gründungsväter der Salzburg Biennale, die erstmals an vier Wochenenden im März 2009 stattfand.

Auszeichnungen

2001 wurde Hans Landesmann mit dem Ring der Stadt Salzburg ausgezeichnet. Daneben erhielt er unter anderem 2007 das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien

Werke

Zusammen mit anderen Autoren war Hans Landesmann an folgenden Büchern beteiligt:

  • Salzburger Festspiele 1992 bis 2001 (zwei Bände), Verlag: Zsolnay, 2001, ISBN 3552051708
  • Herbert von Karajan und die Salzburger Festspiele, Residenz Verlag GmbH, 1994, ISBN 3701708444

Quellen