Hagenauer

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Das Geschlecht der Hagenauer wurde im Jahr 994 mit dem Freisinger Bischof "Gottschalk ex stirpe nobili de Hagenau" erstmals urkundlich erwähnt. Die Hagenauer stammten aus der Gegend bei Freising in Bayern, wo sich ein Weiler und ein Forst Hagenau nördlich von Schrobenhausen befand.

Inhaltsverzeichnis

Historischer Überblick

Der Freisinger, Braunauer und Böheimkirch´ner Stamm

Mit dem Freisinger Bischof Gottschalk von Hagenau (auch Gottschalk von Freising) begann Ende des 10. Jahrhunderts der einstweilige Aufstieg der Hagenauer. Die erste urkundliche Erwähnung Gottschalks stammt aus dem Jahr 994, in der er mit dem Edlen Gerolt Liegenschaften zu Notzing gegen andere zu Biberbach tauschte. Im Jahr 996 nahm Bischof Gottschalk am ersten Italienfeldzug Otto III. und an dessen Kaiserkrönung in Rom teil. Dort führten Bischof Gottschalk von Freising und Erzbischof Hartwig von Salzburg den gemeinsamen Vorsitz auf der Krönungssynode Otto III.. Dabei gewährte Kaiser Otto III. auf Rat und Zustimmung des Papstes Gregor V. sowohl Bischof Gottschalk als auch Erzbischof Hartwig Marktprivilegien, die das Marktrecht am Domort (Freising und Salzburg), das Münzrecht, sowie königlichen Geleitschutz für die Marktkaufleute beinhalteten. Im November desselben Jahres erhielt Gottschalk von Hagenau von Kaiser Otto III. die Schenkung eines Gebietes in "Ostarrichi" von ca. 1000 Hektar bei Neuhofen an der Ybbs (südlich von Amstetten in Niederösterreich) für sein Bistum Freising. Ferner hatte er bis zu seinem Tod im Jahr 1005 urkundlich belegten engen Kontakt zum Bayern-Herzog Heinrich II., dem späteren Kaiser. Zwischen den Jahren 1006 und 1039 wird im Stammgebiet der Hagenauer bei Freising mehrmals ein Guntpolt als Zeuge bei Tauschhandlungen nördlich von Freising genannt. 30 Jahre später wird ebenfalls ein Guntpolt von Hagenau (wahrscheinlich sein Enkelsohn) im Freisinger Raum genannt, dessen Bruder Hartwich von Hagenau im Jahr 1068 eine Urkunde als Vogt von Eichstätt bezeugte. Zwischen den Jahren 1078 und 1098 werden in zahlreichen Urkunden Guntpolt (der Jüngere) und Sigipolt von Hagenau bei Freising erwähnt, die sich in manchen Urkunden auch "von Aigelsdorf" nannten, wo sie Besitzungen hatten. Guntpolt von Hagenau (und Aigelsdorf) scheint im Jahr 1078 als Vogt des Klosters Neustift bei Brixen auf. Er hatte vier Kinder Namens Liutold, Guntpolt, Herrant (Domherr in Freising) und Erkenbert von Hagenau.

Im Zuge der Missionierung, Erschließung und Rodung neuer Territorien des altbayrischen Stammesgebietes, siedelten Ende des 11. Jahrhunderts einige Edelfreie Hagenauer, von ihrem bayrischen Stammsitz Hagenau bei Schrobenhausen (nördlich von Freising) kommend, in Richtung südöstlicher Grenze. Sie bekleideten Ämter der Suffraganbistümer Salzburgs als Vögte des Hochstiftes Freising, des Hochstiftes Regensburg und zumeist des Hochstiftes Passau. Um 1080 wird in einer Urkunde Guntpolt (Gumpoldus) von Hagenau auf seinem Lehen in Neuburg am Inn (bei Vornbach südlich von Passau) genannt. Guntpolts Bruder, der Edle Hartwicus von Hagenau, wird im Jahr 1088 auf seinem Stammsitz der Burg Hagenau bei Braunau in Oberösterreich (50 km südwestlich von Neuburg am Inn) genannt, wo er im Auftrag des Hochstiftes Passau saß. Auf dem dritten Stammsitz der Hagenauer, der Veste Hagenau-Kasten bei Böheimkirchen in Niederösterreich (200 km östlich von Neuburg am Inn), wird der Sohn Hartwigs und ebenfalls aus Freising stammende Domvogt von Passau, Reimprecht (oder Reginbert I.) von Hagenau, im Jahr 1098 erstmals erwähnt. Der Witwer Reimprecht von Hagenau heiratete 1108 die ebenso verwitwete Helena von Lanzendorf (geborene von Stille und Heft), deren vermögender Mann Lanzo ermordet worden war. Mit seinem Schwager, dem Edelfreien Udalschalk von Stille und Heft, wird er als Mitstifter des Klosters Seitenstetten gesehen. Reimprecht hatte fünf Kinder namens Hartwig (Sitz in Braunau, Vogt in Vöcklabruck), Richarda (Nonne), Reginbert II. (Bischof von Passau), Werinhart (Vogt von Mondsee) und Odalricus (Ulrich). Reimprecht selbst war von 1110 bis 1114 Vogt des Regensburger Klosters Mondsee, dessen Vogtamt sein jüngster Sohn Werinhart übertragen bekam. Ein angeheirateter Verwandter (Schwager?) Reimprechts war der Passauer Bischof Ulrich I. (auch Ulrich von Passau), der zwischen 1092 und 1121 das Passauer Bischofs-Amt inne hatte. Reimprechts zweitgeborener Sohn Reginbert II. (auch Reginbert der Jüngere) sollte 17 Jahre später von 1138 bis 1148 (übernächster) Bischof von Passau werden. Durch ihn erwarb die niederösterreichische Linie der Herren von Hagenau weitere Ämter (z.B. Vogt von Vöcklabruck), Lehen und Eigenbesitz in Oberösterreich und Salzburg.

Nachdem sich die Hagenauer Ende des 11. Jahrhunderts in drei Linien verzweigt hatten, besass die "Freisinger Linie" ihren Stammsitz Hagenau vorerst weiterhin bei Schrobenhausen (ab 1348 bei Allershausen) in Bayern. Die "Braunauer Linie" saß auf der Burg Hagenau bei St. Peter am Hart in Oberösterreich und die "Böheimkirchner Linie" hatte ihren Stammsitz auf der Veste Hagenau bei Außerkasten in Niederösterreich. Streng genommen waren es nur zwei Linien, da der oberösterreichische Sitz bald von der Böheimkirchner Linie übernommen wurde. Heute existiert von diesen ehemaligen Stammsitzen keiner mehr. Selbst das heutige Schloss Hagenau in Braunau ist ein späterer Bau aus dem Jahr 1636 neben der 1571 durch Feuer und Hochwasser zerstörten alten Burg Hagenau. Inzwischen waren die Herren von Hagenau zu einem vielverzweigten und weitverbreiteten Geschlecht erblüht. Durch enge Verbindungen zur Kirche, Versippung mit mächtigen Familien, hohe Ämter, Nepotismus und vermehrten Landbesitz waren sie im 12. Jahrhundert einflussreich geworden. "Betrachtet man das zahlreiche Auftreten der Freisinger Hagenauer in den Urkunden des 12. Jahrhunderts, so darf man daraus schließen, daß es sich um ein bedeutendes Geschlecht handelte, das eng mit Grafengeschlechtern dieses Jahrhunderts verwandt bzw. eine Seitenlinie eines Grafengeschlechts des 11. Jahrhunderts gewesen sein muß" (Dr. Pankraz Fried). Der Regestenforscher Willibald Hauthaler nahm an, dass die Hagenauer eine Seitenlinie der Grafen von Plain waren, mit denen sie 1167 im Auftrag von Kaiser Friedrich I. Barbarossa gegen Salzburg zogen um die Reichsacht zu vollziehen. Dabei wurde die Stadt und Festung Salzburg verwüstet und niedergebrannt. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht besaßen die Herren von Hagenau etliche Lehen im heutigen Bayern, in Oberösterreich, Niederösterreich, Salzburg, Tirol, Südtirol, Frankreich und in Kroatien. In den folgenden Jahrhunderten siegelten und unterzeichneten Mitglieder aus dem Geschlecht der Hagenauer als Stifter, Zeugen, Lehensnehmer, Bischöfe, Äbte, Vögte, Pfleger oder Burggrafen, in manchen Urkunden findet man sie auch als Kreuz- oder Raubritter wieder.

Die Herren von Hagenau waren zwar mit mächtigen Adelsfamilien versippt, allerdings begann schon im 13. Jahrhundert ihr Abstieg. Bedingt wurde dies durch Veränderungen der sozialen Strukturen, durch den Niedergang des Hochstiftes Freising als Landesherrschaft, sowie durch den Aufstieg der Wittelsbacher. Schließlich kamen noch massive Konflikte mit dem bayrischen Herzog Otto II. (aus dem Geschlecht der Wittelsbacher) und dem Passauer Hochstift hinzu. Sämtliche Besitzungen des in Bayern, Salzburg, Ober- und Niederösterreich sehr begüterten Edlen Ludowicus von Hagenau (letzte Erwähnung 1239) wurden nach seinem Tod vom bayrischen Herzog (unrechtmäßig) eingezogen. Mitte des 13. Jahrhunderts scheint die Braunauer Linie, welche die wohlhabendste aller Linien gewesen war, mit den beiden Söhnen des Edlen Ludowicus von Hagenau erloschen zu sein. Seine beiden Söhne werden zumindest nach der Einziehung der Güter in keinen Urkunden mehr erwähnt. Einige Historiker vertreten jedoch die Meinung, dass diese oberösterreichische Linie bereits Mitte des 12. Jahrhunderts erloschen gewesen war, und deren Burg und Lehen hingegen von der Böheimkirchner Linie oder einem Ministerialengeschlecht (das sich nach der Burg Hagenau benannte) übernommen wurde. Wie auch immer, ein weitere Ursache für den Niedergang der Hagenauer war das Ende der Staufer, deren getreue Gefolgsmänner die Hagenauer gewesen waren. Im Konflikt zwischen Welfen und Staufern stand der Passauer Bischof Reginbert II. von Hagenau auf der Seite der Staufer. Auf dem 2. Kreuzzug nach Jerusalem hatten die zwei Brüder Reginbert II. und Hartwig von Hagenau den Stauferkönig Konrad III. begeleitet und dabei ihr Leben gelassen. Für den Staufer-Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) waren die Hagenauer mit den Grafen von Plain gegen Salzburg gezogen um die Reichsacht zu verhängen. Im Jahr 1250 brach aber die staufische Machtstellung zusammen und die Wittelsbacher, mit denen die Hagenauer zuvor Konflikte gehabt hatten (Herzog Otto II.), waren am Aufstieg.

Das Hochstift Freising, in dessen Hoheitsbereich sich das Stammgebiet der bayrischen Herren von Hagenau befand, war durch dessen Niedergang als Landesherrschaft als Schutzmacht verloren gegangen. Die Isolierung der Herren von Hagenau nach den Konflikten mit dem Passauer Hochstift (ihrem einst wichtigsten Protektor) und dem Bayrischen Herzog Otto II., sowie der daraus folgende Verlust von Lehen und Ämtern, hatte die Hagenauer ihrer einstigen Stellung beraubt. Im 14. Jahrhundert wurde durch den Schwund an Familienmitgliedern und die Einziehung vieler Lehen, der ehemals so weit verzweigten und reich begüterten Sippe der Hagenauer, ihr ohnedies bereits beschnittener Einfluss noch geringerer. Die Herren von Hagenau hatten sich in die Ministerialität von Kirchenfürsten, Kirchen und Klöstern begeben, jedoch dann deren Wohlwollen verloren. Die Folge war die Verarmung der noch bestehenden Böheimkirchner und Freisinger Linien. Der Stammsitz bei Böheimkirchen wurde bereits im Jahr 1347 aufgegeben. Die verbliebenen Güter der Böheimkirchner Linie wurden eines nach dem anderen verkauft, wie in einer St. Pöltner Urkunde von 1374, in der Friedrich der Hagenauer dem Stifte seinen Hof zu Anger in der Pfarre Böheimkirchen und noch andere Güter und Gülten verkaufte. Oder in einer 1431 von Bischof Christoph von Wiener Neustadt ausgestellten Urkunde, in der "Hanns Hagenauer, Bürger von Wiener Neustadt und Affra seine Hausfrau 22 1/2 Pfund Pfennig jährlichen Überzins von ihrer Mühle gelegen in dem Moos an der Fischau..." stifteten. Ob der 1434 zu "Gotesprunn gesessene Larenz (Lorenz) Hagenauer und Dorothe, sein hausfrau" in einer Wiener Urkunde (Schuldbrief) auch zur Sippe der Herren von Hagenau gehörten ist ungewiss. Schließlich starb mit dem Edlen Georg Hagenauer nach 1439 (letzte urkundliche Erwähnung) auch die Böheimkirchner Linie aus, und auch hier konnte die Freisinger Linie keine Besitzungen oder Lehen übernehmen.

München war zuerst an den Bischof von Freising und später an die Wittelsbacher gefallen. Um 1328 wurde München Residenzstadt des römisch-deutschen Kaisers Ludwig IV.. Im 14. und 15. Jahrhundert wurden die Freisinger Hagenauer in zahlreichen Münchner sowie Indersdorfer Tausch-, Kauf- und Stiftungs-Urkunden genannt. Ihre verbliebenen Lehen lagen nun vorwiegend in ihrem ursprünglichen Stammgebiet nördlich von München, im Umkreis von Freising. Der Abstieg ging stetig voran und es gelang den Hagenauern nicht mehr Ämter von Vögten oder Burggrafen und Landrichtern zur Verwaltung fürstlicher oder kirchlicher Güter zu erlangen. Bereits im 14. Jahrhundert hatten sich einige Familienmitglieder der Freisinger Linie dazu entschieden, sich in den Schutz der Residenzstadt München zu begeben, wo sie später Bürger wurden. Das gleiche hatten ja auch Mitglieder der Böheimkirchner Linie in Wien, Wiener Neustadt und St. Pölten getan. Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts hatte jedoch auch die bayrische Linie der Hagenauer alle ihre Lehen und Güter verloren. Sie waren wirtschaftlich tief gefallen und 1484 verkaufte der "ehrbare Herr Stephan Hagenauer zu Allershausen" den bayrischen Stammsitz Allershausen (Indersdorfer Urkunde). Der ursprüngliche Stammsitz, der "Edelsitz Hagenau" bei Schrobenhausen, war ja bereits 1348 aufgegeben worden. Stephans Vetter Ulrich Hagenauer de Allershausen, der 1470 geheiratet hatte, besaß ein Gut in Nähe des Stammsitzes bei Allershausen, das um 1503 sein Sohn Georg übernahm und wahrscheinlich bereits 1530 aufgegeben wurde. Georgs Sohn, Sebastian Hagenauer de Allershausen, verließ um 1546 wegen des Schmalkaldischen Krieges, in dem mehrere zehntausend Landsknechte plündernd und brandschatzend durch diese Gegend zogen, Bayern und zog mit seinem Sohn Georg Richtung Salzburg.

Die "Salzburger" Linie

Von Freising (nach der Chronistin Marianne Freifrau von Hauser) über das Pflegschaftsgericht Tittmoning - Teisendorf kommend, ließ sich Mitte des 16. Jahrhunderts Sebastian Hagenauer de Allershausen im Erzbistum Salzburg nieder. Sebastian Hagenauer, Nachkomme der vormals Hoch- und Edelfreien Herren von Hagenau, wurde 1554 bei Hammerau (nördlich der Stadt Salzburg) erwähnt. Sein Sohn Georg besaß bereits wieder ein Gut mit einer Mühle in unmittelbarer Nähe bei Ainring, damals Erzbistum Salzburg heute Oberbayern, und ließ 1568 seinen Hof erbauen oder erweitern. Georg Hagenauer de Ainring (auch de Hagenau) war der Stifter der Ainringer (Salzburger) Linie, die aus der Freisinger (bayrischen) Linie hervorgegangenen war (Willibald Hauthaler). Seine zwei Söhne, die "ehrbaren Herren" Wolf (Wolfgang) und Georg Hagenauer, scheinen um 1600 als Besitzer respektive als "Mayer" (Meier war die Bezeichnung eines Verwalters oder Großbauern) von Gütern mit Höfen, Stallungen und Mühlen in Piding und Ainring auf. Die Ainringer Linie spaltete sich eine Generation später in drei Linien, wobei ein Linie bereits 100 Jahre danach aussterben sollte. Nun aber findet man das inzwischen wieder blühende Geschlecht der Hagenauer in den Salzburger Urkunden als Besitzer von Gütern, Höfen, Mühlen oder Wirtschaften, sowie als Angehörige des geistlichen Standes und als Mitglieder katholischer Bruderschaften wieder. Sie hatten in alteingesessene Familien des Rupertiwinkels (mit Guts-, Wirtschafts- und Mühlenbesitz) eingeheiratet. Ab dem 17. Jahrhundert scheinen sie auch als Bürger, Ratsherren und Handelsherren der Stadt Salzburg auf. 1671 wurde den drei Brüdern Paulus, Georg (V.) und Johann Hagenauer de Hagenau als Salzburger Untertanen ein erweitertes Familienwappen vom kaiserlichen Hofpfalzgraf Ferdinand Wilhelm Metzger von Meggenburg (Comes palatinus Caesareus) bestätigt. Das Wappen der Hagenauer wurde durch eine Triangel geteilt und mit zwei seitlich des Stammwappens (Hagenstrauch auf Dreiberg) befindlichen schwarzen Adlern auf goldenem Grund erweitert. Die Helmdecke wurde nun in den Farben Salzburgs (Schwarz-Gold und Rot-Weiß) tingiert (Siebmacher). Die Hagenauer konnten sich erneut empor arbeiten, ohne jedoch jemals ihre einstige Stellung zu erlangen, wenngleich einigen Mitgliedern der Familie der erbliche Adelsstand bestätigt werden sollte.

Durch den Handel mit Gewürzen, kostbaren Stoffen und Metallen wurden die Hagenauer wieder zu einer hoch angesehenen Familie. Ihr Reichtum, die große Anzahl an Familienmitgliedern und ihr Nepotismus hatten sie zu einer der einflussreichsten Salzburger Familien werden lassen. Sie bekleideten hohe Ämter und Ehrenämter der Stadt Salzburg, wie die von Ratsherren, städtischen Kämmerern, von Verwaltern der Stadtpfarrkirchen, Verwaltern des Pflasterfundationsfonds oder des Ziegelamts, das Amt des Quartiermeisters, sowie Ehrenämter von berittenen Offizieren der Salzburger Garde. Die Hagenauer erhielten am Salzburger Fürstenhof Titel und Ämter wie die von Hofkammerräten, eines Galerie-Inspektors, eines Generalsteuereinnehmers, eines Hofbau-Direktors, eines Hof-Statuarius, eines Hofbau-Verwalters, eines Hofkammerdieners, eines Hofkochs oder eines Truchsessen, sowie andere Positionen im fürsterzbischöflichen Verwaltungsbereich. Zusätzlich waren sie noch mit kirchlichen Ämtern und Ehrenämtern, wie dem eines Abtes, eines Subpriors, eines Vikars, eines Vorstands des Armenfonds oder dem Präfektenamt marianischer Bruderschaften betraut. Auch außerhalb des Erzbistums Salzburg pflegten die Hagenauer ihre freundschaftlichen Beziehungen zu den Mächtigen, vor allem über die Kirche und die Kunst. Sie hatten belegte enge Verbindungen zum Bischof von Gurk, zu Mitgliedern des Münchner Hofs, zum Staatskanzler Kaunitz, zu Mitgliedern des Wiener Hofs und zu den (jeweiligen) Fürstbischöfen von Passau. Daneben besassen die Hagenauer gut ausgebaute geschäftliche als auch private Verbindungen in ganz Europa (Rom, Bologna, Venedig, Triest, Marseille, Hamburg und Rotterdam) und einzelnen Familienmitgliedern scheint auch das Netzwerk ihrer Logenverbindungen oder zumindest die Nähe zu Freimaurern (vor allem) in Wien, Passau und Triest nützlich gewesen zu sein.

Die drei Brüder Paulus, Georg und Johann Hagenauer de Hagenau, denen 1671 das erweiterte Familienwappen bestätigt worden war, waren wesentlich am erneuten Aufstieg der Hagenauer in Salzburg beteiligt. Paulus, der Älteste, hatte das Gut in Hagenau übernommen und einer seiner Nachkommen sollte der Begründer des späteren Wiener Zweiges werden. Die beiden jüngeren Brüder Georg V. (1649-1736) und Johann (1653-1724) hatten Handelshäuser in Salzburg gegründet. Johann (der Jüngste) wurde Salzburger Rats- und Handelsherr und durch seine Tuch- und Seidenhandlung am Kranzlmarkt vermögend. Sein einziger Sohn Franz Dominikus Hagenauer, dessen sechs Geschwister frühzeitig verstorben waren, war jedoch in das Kloster Wessobrunn eingetreten. So vermachte Johann die Tuchhandlung am Kranzelmarkt seiner Nichte Maria Theresia (Tochter Georgs), die den Handelsherren Franz Anton Lechner geheiratet hatte. Johanns älterer Bruder Georg Hagenauer de Hagenau sollte jedoch die Linie fortsetzen, aus der Ende des 18. Jahrhunderts der Triester Zweig hervorging. Georg wurde 1673 Salzburger Bürger und Handelsherr und heiratete 1676 die Meraner Kaufmannstochter Anna Maria Kaufmann, wobei deren Bruder Johann Kaufmann (später "von Saalhamb") den Heiratsvertrag ausgehandelt hatte. Georg IV. erwarb im selben Jahr das Haus Getreidegasse Nr.7 und wurde 1677 Stadtrat. 1682 erwarb er die Familiengruft zu St. Peter und im Jahr 1686 wurde er vom kaiserlichen Palatin Ferdinand Wilhelm Metzger von Meggenburg in den untitulierten Adelstand erhoben. Georgs Geschäfte gingen so gut, dass er zu seiner Haupthandlung in der Getreidegasse 7 noch vier weitere Verkaufsgewölbe anmieten musste. Im Jahr 1703 erwarb er für seinen jüngeren Sohn Georg Christoph bereits sein zweites Stadthaus, das Nachbarhaus Getreidegasse Nr. 9, welches später als Mozarts Geburtshaus Berühmtheit erlangen sollte. Von 1704 bis 1725, also über den ungewöhnlich langen Zeitraum von 21 Jahren, war Georg mit dem Amt des Stadtkämmerers Salzburgs betraut worden, wobei die durchschnittliche Dauer dieses Amtes bei neun Jahren lag. In zweiter Ehe war Georg mit der aus einer Salzburger Handelsfamilie stammenden Witwe Maria Mayr verheiratet. Nach deren Tod heiratete er seine dritte und letzte Frau, die Witwe Christine Stockhammer, die er auf Grund seines hohen Alters von 87 Jahren aber ebenfalls überlebte. Aus Georgs zwei ersten Ehen gingen 13 Kinder hervor, von denen über die Hälfte nicht das Erwachsenenalter erreichten. Auf der Familiengruft (Nr. XV.) zu St. Peter ist Georg mit seinen 13 Kindern und seinen 3 Frauen (die damals bereits verstorbenen mit Hut) dargestellt. Georgs IV. Sohn Georg Christoph hatte 1716 geheiratet und aus dieser Ehe eine einzige Tochter, die 1740 den Handelsmann Johann Christian Reifenstuel heiratete. Georgs älterer Sohn Josef Martin, diente vorerst ein Jahr lang in der bayrischen Armee, studierte dann Theologie bei den Jesuiten in Innsbruck und gründete schließlich mit Hilfe seines Vaters ein eigenes Handelshaus in Salzburg. Josef Martin heiratete, bekam vier Kinder und setzte mit seinem Sohn Johann Lorenz I. (dem einzigen männlichen Enkelkind Georg V.) die Linie fort. Nachdem bei Josef Martins Handelshaus der gewünschte Erfolg ausgeblieben war und 1725 auch noch seine Frau starb, trat er in einem Akt der Verzweiflung im selben Jahr in ein Kavallerie-Regiment des kaiserlichen Heeres ein. Dort blieb er, trotz mehrmaliger Versuche seiner Verwandten ihn zur Rückkehr zu bewegen, bis er schließlich 1732 in Belgrad starb. Seine zurückgelassenen Kinder wurden inzwischen von seinem Vater Georg V. aufgezogen und schließlich sollte Georgs einziges männliches Enkelkind, Johann Lorenz I., das blühende Handelshaus mit den Stadthäusern in zentraler Lage und einem dazugehörigen Landgut übernehmen.

"Der wohledl und wohlfürnehme Herr" Johann Lorenz (I.) Hagenauer hatte 1738 die Tochter einer ebenfalls vermögenden Handelsfamilie aus Thalheim bei Wels geheiratet. Mit ihr hatte er 16 Kinder, wobei zwei der Kinder bereits bei der Geburt gestorben waren. Jedoch nur ein einziges Enkelkind von Johann Lorenz, Josef Paul der Sohn von Ignaz Joachim (Ignaz II.), sollte später in Triest diese Linie der Hagenauer fortsetzen. Johann Lorenz baute die internationalen Geschäfte des geerbten Handelshauses weiter aus und wurde mit dem Spezereiwarenhandel (Gewürzhandel) einer der reichsten Handelsherren in Salzburg. Er wurde als Hausherr, Förderer und Freund der Familie Mozart bekannt, wobei in seinem Haus neben dem Klerus, dem Adel und dem Großbürgertum (Großkaufleute und Handelsherren) auch viele Künstler verkehrten. Johann Lorenz besaß neben einer Sammlung von Reliquien auch eine (teilweise geerbte sowie von ihm erweiterte) Kunstsammlung von Stichen, Ölgemälden und Skulpturen. In dieser Sammlung befanden sich viele Heiligendarstellungen, aber auch Veduten und Portraitmalereien. Von diesen sind ein zeitgenössisches Portrait von Paracelsus, Portraits der Familie Mozart und Johann Michael Haydns erwähnenswert. Seine Bibliothek von wissenschaftlichen und (auf Grund seiner Religiosität) vielen theologischen Büchern, sollte später hauptsächlich in den Besitz seines Sohnes Cajetanus Rupertus (Taufname) übergehen. Cajetanus Rupertus, für den Wolfgang Amadeus Mozart und Johann Michael Haydn Messen komponiert hatten, wurde als Abt Dominikus des Erzstiftes St. Peter bekannt. Ein anderer Sohn von Johann Lorenz, Ignatius Joachim, erfuhr seine Ausbildung als Handelsherr unter anderem in Venedig und gründete 1775 ein Handelshaus in Triest. Ignaz Joachim heiratete 1785 Elisabeth von Thys und wurde der Begründer der heute noch blühenden Triester Linie der Hagenauer. Drei Cousins des Ignaz Joachims, die Brüder Wolfgang, Johann Baptist und Johann Georg von Hagenauer, von denen zwei ebenfalls in den erblichen Adelsstand erhoben wurden (bzw. dieser bestätigt werden sollte), prägten mit ihren Bauwerken und Skulpturen das Stadtbild des spätbarocken und klassizistischen Salzburgs. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts waren Familienmitglieder der Hagenauer ebenso in Triest (Friaul, Italien), Passau und Wien ansässig, wobei die Verbindung zu Salzburg stets aufrecht erhalten wurde.

Einer der letzten in Salzburg lebenden männlichen Hagenauer war der um 1801 verstorbene erzbischöfliche Hofbauverwalter, hochfürstliche Kammerdiener und Hof-Architekt Wolfgang V. Hagenauer, dessen Sohn Johann Wolfgang 1816 nach Linz ziehen sollte. Abt Dominikus Hagenauer, der das Schicksal des Stiftes St. Peter durch die Zeit der Krise mit Bravour gelenkt hatte, starb im Jahr 1811. Er wurde als letzter Abt des Stiftes St. Peter in einem offen Sarg durch Salzburg getragen und fand in der Äbtegruft der Stiftskirche St. Peter unter dem Hochaltar seine letzte Ruhestätte. Der Handelsherr Leopold Hagenauer (Leopold Judas Thaddäus) war Besitzer des Pauernfeindschen Handelshauses auf dem Kranzlmarkt (Hasenhaus) und mit Anna Popp verheiratet. Ihr Vater Josef Virgil Popp war der Besitzer von Salzburgs größter Bier-Brauerei, dem Steinbräu. Zum Besitz des Steinbräus gehörten der Gasthof "Zur goldenen Sonne" in der Kaigasse 31 und später noch der "Sauwinkel" in der Steingasse 12. Als Leopold Hagenauer im Jahr 1828 starb, wurde sein Sohn Josef Leopold Besitzer des Steinbräus sowie des "Hagenauer-Schlösschens" am Mönchsberg. Josef Leopold war der letzte in Salzburg lebende Hagenauer und starb im Jahr 1850 ohne Nachkommen. Um 1870 wurde das Steinbräu von seinen Erben stillgelegt und im Jahr 1887 das Schloss Mönchstein veräußert.

Der einzige Hagenauer, der Salzburg verlassen hatte und in der Zeit von Salzburgs Krisenjahren auch wieder dorthin zurückkehren sollte, war der hochfürstliche Architekt Johann Georg von Hagenauer. Nach seinem Studium der Architektur in Wien war er zuerst Zeichner und Architekt in Salzburg, dann ab 1773 als Baudirektor im "Eigenbistum" Gurk und schließlich ab 1783 im Fürstbistum Passau tätig. Im Jahr 1786 wurde dem Hochwohlgeborenen Johann Georg II., wirklicher Hofkammerrath, hochfürstlichen Baudirektor und Architekt, sein Adelsstand von Fürstbischof Kardinal Joseph Franz Anton von Auersperg in Passau bestätigt. Er hatte die Freiin Karoline de La Marre (Tochter des k.k. Hauptmanns Anton Freiherrn von La Marre und der Karoline Barbara von Altmannshofen) im Passauer Dom geheiratet und sollte Ahnherr der späteren Wiener Linie der Hagenauer werden. 1803, nachdem das Hochstift Passau aufgelöst wurde, kehrte Johann Georg II. mit seinem erst 14jährigen inzwischen mutterlosen Sohn Franz de Paula I. nach Salzburg zurück, wo der Architekt nun als kaiserlicher Rat und Baudirektor tätig war. Laut einer zeitgenössischen Beschreibung residierte der sehr vermögende Bau-Director mit seiner Dienerschaft in einem "palastartigen Gebäude", welches der seit 1748 im Besitz der Familie befindliche Gurkerhof war (salzb. Adressbuch von 1813). Johann Georg II. verbrachte die letzten Jahre seines Lebens seit seiner Pensionierung 1819 mit kleineren architektonischen Aufträgen (wie dem Umbau des Schlosses Mirabell nach dem Brand), vor allem aber mit Zeichnen und Malerei. Er starb 87jährig in Salzburg im Jahr 1835 und wurde von seinem inzwischen in Linz lebenden Sohn Franz de Paula (I.) in der Salzburger Familiengruft begraben. Sein Sohn Franz de Paula I. von Hagenauer hatte sich zwar in der Wallfahrtsbasilika Maria Plain bei Salzburg mit der Edlen Barbara Schloßgängl von Edlenbach (Tochter des hochfürstlichen Hofrats Edler Josef Schloßgängl von Edlenbach und der Edlen Antonie von Leon) 1823 vermählt, lebte aber nach 1816, als Salzburg Teil des "Landes Österreich ob der Enns" geworden war, in der neuen Hauptstadt Linz.

Der Triester und der Wiener Zweig

Die napoleonischen Kriege und die zwischen 1803 und 1816 durch den viermaligen Regierungswechsel einschneidensten Umwälzungen Salzburgs, hatten sowohl das ehemalige Erzbistum als auch die Hagenauer in eine tiefe Krise gestürzt. Salzburg war nun keine eigenständige Provinz im Kaiserreich Österreich geworden, sondern als Salzburgkreis lediglich fünfter Landkreis des Erzherzogtums Österreich ob der Enns, mit dem Verwaltungssitz in Linz. Dies führte nach dem Verlust der jahrhundertelangen Machtposition des Landes im süddeutschen Raum zu einer Krise, die sich in den massiven wirtschaftlichen Einbußen und dem drastischen Bevölkerungsrückgang im gesamten Salzachkreis zeigte. Die Handelsgeschäfte der Hagenauer gingen schleppend, die männlichen Nachfolger zur Übernahme der Handelshäuser fehlten, und auch die einst in einflußreichen Positionen des Erzbistums sitzenden Verwandten waren nicht mehr vorhanden. Um 1816 waren die meisten Hagenauer in Salzburg bereits ohne männliche Nachkommen gestorben oder, wie das Gros der einflußreichen und bedeutenden Salzburger Familien, von dort weggezogen. In der neuen Hauptstadt Linz lebten nun die beiden Cousins Johann Wolfgang und Franz de Paula I. von Hagenauer, wobei beide in der Landesverwaltung tätig waren, einer als Architekt und der andere als Jurist. Wahrscheinlich hatten sie die unsicheren Krisenjsahre dazu bewegt in den beständigeren Staatsdienst zu gehen. Im Jahr 1812 hatte Johann Wolfgang in der Wallfahrtsbasilika Maria Plain bei Salzburg Leopoldine Enk von der Burg, die Tochter eines Juristen und Hofkammerraths, geheiratet. 1816 übersiedelte das Paar nach Linz, wo Johann Wolfgang als Amts und Kreis-Ingenieur und später als k.k. Wasserbau-Director tätig war und im Jahr 1850 ohne Nachkommen sterben sollte. Sein Cousin Franz de Paula I., Sohn des hochfürstlichen Baudirektors Johann Georg II. von Hagenauer, wurde Doktor der Rechts-Wissenschaften und vorerst k.k. "Statthalter-Concipient", später k.k. Registraturs-Direktor in Linz. Er hatte die Edle Barbara Schloßgängl von Edlenbach geheiratet, die (gleich wie die Frau seines Cousins Johann Wolfgang) aus einer Familie des höheren Beamtenstandes stammte und die Tochter eines Juristen und hochfürstlichen Hofrates war.

Das gesellschaftliche Umfeld der beiden Cousins Johann Wolfgang und Franz de Paula von Hagenauer im biedermeierlichen Linz bestand nun hauptsächlich aus hohen Beamten und deren Familien, Mitgliedern des Klerus, sowie Künstlern. Zu den Beamtenfamilien gehörten unter anderem die Ritter von Spaun, die Enk von der Burg, die Schloßgängl von Edlenbach, die Steyrer von Riedenburg, die Grafen Chorinský oder die Freiherrn von Vogelsang. Mit ihnen waren die Hagenauer meist nicht nur verwandt oder verschwägert, sondern oft auch beruflichen verbunden. Am stärksten aber verband all diese Familien ihre starke Religiosität und die Frömmigkeit im Glauben, sowie ihre Leidenschaft zur Kunst. Die Hagenauer Cousins waren ja in Passau und Salzburg in der beeindruckenden Umgebung von Kirchenfürsten, hohen Geistlichen und herausragenden Künstlern (Musikern, Bildhauern, Architekten und Malern) aufgewachsen. Nun waren auch in den Linzer Salons, bei Konzertabenden oder bei den sogenannten "Landpartien" dieser Familien häufig Künstler geladen. Einige dieser Künstler wurden von den Familien gefördert, mit manchen verband sie auch eine lebenslange Freundschaft. Der heute Bekannteste war sicherlich der Komponist Franz Schubert. Aber auch die Maler Moritz von Schwindt (der Trauzeuge bei einer Hagenauer-Hochzeit wurde) und Leopold Kuppelwieser, die Schriftsteller Adalbert Stifter (der Hauslehrer der Hagenauer-Kinder wurde), Franz Grillparzer und Eduard von Bauernfeld, oder die Dichter Freiherr Ernst von Feuchtersleben sowie Franz von Schober (und einige mehr) gehörten zum engeren Kreis der Familien. Die Kinder des Registraturs-Direktors Franz de Paula I., Franz de Paula II. (*1824, †1885 Bad Ischl), Eugen (*1825, †1880 Linz), Julius (*1826, †1879 Linz) und Helene (*1835), wurden zu Hause von dem Schriftsteller und Maler Adalbert Stifter unterrichtet. Dennoch wurden alle drei Brüder wie ihr Vater Jurist und blieben vorerst als Beamte in Linz. Nur der älteste Sohn, Franz de Paula (II.), sowie dessen Neffe Arnold (Sohn des Julius) sollten später nach Wien übersiedeln. Die jüngste Tochter Helene von Hagenauer hatte 1852 Major Karl Elßler (Sohn des Johann Elßler, Joseph Haydn´s Leibkopist) geheiratet, dessen Schwestern die berühmten Tänzerinnen Therese (verheiratet mit Prinz Adalbert von Preußen, Freifrau von Barnim) und Fanny Elßler waren.

Den Sommer verbrachten die Hagenauer oft auf Schloss Klaus in Kirchdorf in Oberösterreich, wo sie eine Jagd hatten und später auch der erste Sohn Franz de Paula II. (Simon I.) auf die Welt kommen sollte. Sie standen dabei in regem Kontakt mit der Familie Spaun (Förderer Franz Schuberts), die 1848 in Traunkirchen (OÖ) das ehemalige Landrichterhaus erworben hatten. Diese sich heute noch im Besitz der Nachkommen (Freiherren von Spaun und Freiherren von Cornaro) befindliche "Villa Spaun" am Traunsee wurde als Gedenkstätte für Franz Schubert und später auch Arnold Schoenberg bekannt. Im Jahr 1851 hatte Franz de Paula II. von Hagenauer die Edle Marie von Spaun (Tochter des Anton Ritter von Spaun und der Henriette Freiin von Vogelsang) in Traunkirchen geheiratet. Vorerst blieb Franz II. als k.k. "Statthalterei-Rath" im Staatsdienst in Linz tätig, später sollte er in die Privatwirtschaft wechseln und nach Wien ziehen. In Wien hatte Franz de Paula II. anläßlich seiner Taufe (oder Geburt 1824) die Hälfte eines grossen Barockhauses am Haarmarkt (heute Rotenturmstrasse) von seinem Großvater Anton Freiherrn von la Marre überschrieben bekommen, was den späteren Umzug nach Wien erleichtern sollte. Um 1870 übersiedelte schließlich die Familie mit den drei Kindern Simon I. (*1852 Kirchdorf, Schloss Klaus), Maria (*1855, Vöcklabruck) und Gertrud (*1863, Linz). In Wien wurden noch die Tochter Therese-Walburga (*1873) und der jüngste Sohn Franz de Paula III. geboren, der allerdings mit fünf Monaten starb. Der Neffe von Franz de Paula II., Arnold von Hagenauer, übersiedelte zwanzig Jahre später nach Wien, wo er vorerst Veterinärmedizin studierte, bevor er freier Schriftsteller werden sollte. Franz II. war in Wien Direktor der (1838 in Triest gegründeten) Versicherungs-Gesellschaft "Assicurazioni Generali" geworden, die heute der größte Versicherungskonzern (Generali) Italiens ist. Beruflich reiste er öfters nach Triest, wobei ihn manchmal seine Kinder begleiteten und er seine Triester Verwandten besuchte. Franz (II.) de Hagenauer hatte zwei grosse Leidenschaften, die Jagd und die katholische Kirche. Für sein Engagement in der katholischen Kirche wurde er vom Papst zum römischen Baron erhoben. Im Jahr 1884 verlieh Papst Leo XIII. dem "Nobile Francesco de Hagenauer di Salisburgo" für seine Verdienste um die römisch-katholische Kirche, als auch für die Verdienste seiner Vorfahren, die erbliche römische Baronie und ernannte ihn zum Kollar-Ritter des päpstlichen Piusordens. Franz de Paula II. Barone romano de Hagenauer di Salisburgo starb 1885 auf seinem Jagdgut und wurde in Bad Ischl begraben.

Nachdem der letzte in Linz lebende Hagenauer, Eugen von Hagenauer, 1880 ohne männlichen Nachkommen gestorben war, findet man Familien-Mitglieder nur mehr in Triest (damals zu Österreich gehörend) und Wien wieder. In Triest waren die Hagenauer seit der Gründung des Handelshauses im Jahr 1775 durch Ignaz Joachim Hagenauer, der Freimaurer in der Loge "la Concordia" war und 1785 Elisabeth von Thys geheiratet hatte, sehr erfolgreich gewesen. Seine beiden Söhne Johann Lorenz III. und Josef Paul hatten die Handelsgesellschaft übernommen (u.a. Triester Ostindien-Compagnie) und die Geschäfte des Handelsunternehmens stetig ausgeweitet. Schließlich wurde das Handelshaus der Hagenauer nach einigen wirtschaftlichen Rückschlägen wieder zum "Ersten Haus in Triest". Der ältere der beiden Brüder, Johann Lorenz III. de Hagenauer (auch Giovanni Hagenauer), wurde Präsident der österreichischen Lloyd (Lloyd Austriaco), die die größte Schiffahrtsgesellschaft Österreich-Ungarns mit ihrem Sitz in Triest war. 1848 wurde er Abgeordneter der konservativ-austroloyalen Partei sowie Vize-Präsident des ersten österreichischen Reichstags. Johann Lorenz III. (eigentlich Johann Lorenz Demeter) starb 1877 unverheiratet in Triest. Der jüngere Bruder Josef Paul hatte 1832 Maria Theresia Rovis in Triest geheiratet und setze die Triester Linie fort. Seine Kinder waren Ersilia Caecilia (*1836 in Triest, †1911 in Wien als Freifrau von Beck; Nachkommen sind die Freiherren von Allmayer-Beck), Camilla (*1838 in Triest, †1914 in Triest als Freifrau von Buchta) und Ignaz II. (*1841 in Triest, †1898 in Triest). Joseph Paul starb aber bereits im Jahr 1851, 26 Jahre vor seinem Bruder Johann Lorenz. So nahm Johann Lorenz III. die Familie seines verstorbenen Bruders Josef Paul in seinem Triester Schloss auf, der ehemaligen Villa des Königs von Neapel ("Villa Murat"). Da Ignaz II. schon als Zehnjähriger seinen Vater verloren hatte, wurde er unter die strengen Fittiche seines Onkels Johann Lorenz III. genommen. Ignaz II. studierte Rechtswissenschaften und hatte während seiner Studentenzeit durch seinen "Bourgeoisen Lebensstil" und Spielschulden ein beträchtliches Vermögen (mehrere Besitzungen und Güter) der sehr begüterten Triester Linie verloren. Er trat als fertiger Jurist auf den "ausdrücklichen Wunsch" seines Onkels in die österreichische k.k. Armee bei der Kavallerie ein und wurde Offizier. Die von seinem Onkel Johann Lorenz III. erhofften Veränderungen traten bei Ignaz aber auf Grund seiner skandalträchtigen Liasons, Duell-Forderungen und erneuter Spielschulden vorerst nicht ein. Ignaz Schulden wurden durch den Verkauf von Immobilien und Kunstgegenständen beglichen, wobei Familien-Mitglieder aus Wien etliche Stücke erwarben. Schließlich wurde auch nicht mehr wie zuvor bei höchsten militärischen Stellen interveniert und Ignaz schied aus der Armee aus. Vielleicht nahm man auch Rücksicht auf die Karrieren seiner beiden Schwäger Anton von Beck und Heinrich von Buchta, wobei Dr. Beck Hofrat und Direktor der k.u.k. Hof- und Staatsdruckerei in Wien werden sollte, während Buchta (v. Buchtitz) hingegen Karriere bei der k.k. Kriegsmarine machte und k.k. Vizeadmiral als Seebezirkskommandant von Triest wurde. Der unmittelbare Vorgesetzte des Vizeadmirals Freiherr von Buchta war der Marinekommandant und Chef der Marinesektion des k.u.k. Reichskriegsministeriums, Admiral Freiherr von Spaun. Hermann Freiherr von Spaun war nicht nur mit der Triester Hagenauer-Linie befreundet, sondern auch der Onkel von Simon I. Barone de Hagenauer (Direktor einer Triester Versicherung) aus der Wiener Linie. Jedenfalls hatte Ignaz II. in Triest geheiratet und kehrte zu einem "geordneten Leben" zurück. Er erwarb ein Reitgut das er mit einer Reitschule für die höhere Triester Gesellschaft ausbaute. Auf diesem Gut wuchsen auch seine drei Kinder Wanda (*1885 in Triest), Ilda (*1887 in Triest) und Pyrrhus (*1890 in Triest) auf, jedoch starb Ignaz II. bereits 1898.

Um 1900 lebten gerade noch vier männliche Nachkommen aus dem Geschlecht der Hagenauer; einer in Triest und drei weitere in Wien. In Triest war dies der 1890 geborene Pyrrhus de Hagenauer, dessen Urgroßvater Ignaz I. die Triester Linie begründet hatte. Pyrrhus wuchs am Reitgut seines Vaters Ignaz II. in Triest auf, wobei er im Alter von acht Jahren seinen Vater verloren hatte. Nach dem Gymnasium trat Pyrrhus in die österreichische Armee bei der Kavallerie ein und wurde schließlich k.u.k. Rittmeister im Dragonerregiment Nr.5. Er galt seinerzeit als einer der besten und leidenschaftlichsten Reiter der Donaumonarchie und gewann viele Trophäen bei Military- und anderen Reitturnieren. 1914 hatte Pyrrhus im Dom von Görz (Gorizia) die älteste von drei Schwestern geheiratet, die aus Cormons in Friaul stammende Baronessa Carlotta Locatelli (*1889), Tochter des George dei Locatelli Baron zu Eulenburg und Schönfeld und der Maria Henriette Gräfin von Boos zu Waldeck und Montfort. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges und der späteren Beschlagnahme der Locatelli-Güter in Friaul durch die italienische Armee im Jahr 1916, zog Pyrrhus mit Carlotta und ihren Schwestern sowie deren Eltern auf das Salzburger Gut der Grafen von Boos zu Waldeck und Montfort (Eltern von Maria Henriette Freifrau von Locatelli) bei Salzburg. Pyrrhus ältester Sohn Georg VI. (Carlo Giorgio) kam 1917 in Salzburg (noch als österreichischer Staatsbürger) auf die Welt, starb jedoch 1942 an den Folgen einer schweren Lungenentzündung. Pyrrhus setzte aber nicht nur die Triester Linie der Hagenauer fort, sondern auf Grund der Adoption durch seinen Schwiegervater, George dei Locatelli Baron zu Eulenburg und Schönfeld, auch die aussterbende Linie der Barone Locatelli (mit späterer Adelsübertragung). Pyrrhus sollte 1919 zum Haupterben der Locatelli-Besitzungen werden. Seine beiden Schwägerinnen Maria (*1892) und Margherita Charlotte (*1897) waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht verheiratet. Die Jüngste, Margherite Charlotte Freiin von Locatelli (*1897), hatte erst 1921 Fortunat-Michael Graf von Wolkenstein Freiherr zu Rodenegg geheiratet, mit dem sie fünf Söhne haben sollte. Das Locatelli-Weingut Angoris, das Kaiser Ferdinand III. 1644 dem Oberst Locatello Locatelli di Eulenberg e Schönfeld als Dank für seinen 18jährigen Militärdienst vermacht hatte, war mit seiner Villa ebenso wie der Stadtpalast in Cormons während des Ersten Weltkrieges von den italienischen Behörden 1916 beschlagnahmt worden. Das auf diesem Weingut stehende Schloss "Villa Angoris" (1735 erbaut) wurde für die Dauer des Krieges in ein Feldlazarett mit über 250 Betten umgewandelt und der Besitz erst im Juni 1919 zurückgegeben. Da Pyrrhus´ Adoptivvater Georg Freiherr von Locatelli bereits im Februar 1919 in Salzburg gestorben war, erhielten die Besitzungen nun die Haupterben Pyrrhus und Carlotta, die für den Fortbestand der Linie durch ihren Sohn Georg gesorgt hatten. Pyrrhus schied bald darauf aus der Armee aus, wurde Gutsverwalter und baute das herabgekommene Gut nach dem Krieg wieder auf.

Als das bereits seit 1918 zu Italien gehörende Triest im Jahr 1919 durch den Vertrag von Saint-Germain gemeinsam mit Istrien und Ostfriaul auch formell dem Königreich Italien zugesprochen wurde, war Pyrrhus Baron dei Locatelli de Hagenauer nun automatisch italienischer Staatsbürger geworden. Die beiden jüngeren Kinder von Pyrrhus, Baronessa Helene (*1920) und Barone Alexander (*1924) kamen auf dem zurückerstatteten Weingut Angoris in Cormons (Friaul) bereits als italienische Staatsbürger auf die Welt. Im September 1923 wurde die Villa Locatelli (neben der Kirche von San Giusto) in Cormons an den Orden der "bamherzigen Brüder" (Fatebenefratelli) verkauft. Vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges hatte Pyrrhus aus Furcht einer Wiederholung der Beschlagnahme der Güter (wie im 1. Weltkrieg), das Gut Angoris bereits 1937 verkauft (Anm.: 1968 wurde das Gut Angoris von einer namensgleichen Familie Locatelli aus Mailand erworben, die jedoch nicht mit der ursprünglichen Besitzerfamilie der Freiherren von Locatelli verwandt war). Nach der Landung alliierter Truppen in Süditalien im Juli 1943 und der italienischen Kapitulation am 8. September durch König Viktor Emanuel III. wurde Norditalien von deutschen Truppen besetzt. Darauf hin wurde Pyrrhus als Reservist und ehemaliger Kavallerie-Offizier der österreichischen Armee zur Wehrmacht eingezogen. 1944 hatte man "Rittmeister Pyrrhus Baron von Hagenauer" als Adjutant der Aufklärungsabteilung des Panzer-Regiments 33 in Istrien eingesetzt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde er Bankier und Verwalter der verbliebenen Besitzungen. Pyrrhus starb 1961 in Cormons, doch sein jüngster Sohn Barone Alexander dei Locatelli de Hagenauer heiratete 1962 Contessa Gabriella Barsotti da Verzano aus Lucca (Toskana, Italien) und setzte die Linie fort. Nachkommen der Baroni dei Locatelli de Hagenauer leben in Florenz.

In Wien hingegen lebte der 1871 in Linz geborene unverheiratete Literatur-kritiker und Schriftsteller Arnold von Hagenauer. Er reiste viel, verweilte aber oft in Salzburg und schrieb neben vielen Essays und Romanen auch einen "Salzburger Biedermeier-Roman". Dieser Salzburger Roman wurde erstmals 1919 als mehrteilige Romanbeilage "Leonhard und Rosa" im Salzburger Volksblatt veröffentlicht. Arnold starb bereits im Jahr 1918 nach einem Unfall in Grinzing (Wien) an Lungenentzündung. Sein Cousin, der 1852 geborene Simon Barone Romano de Hagenauer war Jurist und wurde Direktor der 1831 in Triest gegründeten Versicherungs-Anstalt Riunione Adriatica di Sicurtà (heutige RAS Holding) in Wien, wo er hauptsächlich im Bereich kirchlicher Versicherungs-Angelegenheiten tätig sein sollte. Simon I. hatte 1878 im Wiener Stephansdom die aus streng katholischem und sehr wohlhabenden Haus stammende Französin Emilie (Tochter des August Thomas und der Mathilde Rebattu) geheiratet. Emilies Vater (aus einer in Mailand lebenden französischen Familie) war um 1835 noch sehr jung nach Wien gekommen und in das Bankhaus Arnstein & Eskeles eingetreten. Später gründete er ein eigenes Bankhaus und wurde schließlich (auf Grund seiner Freundschaft mit Heinrich Freiherr von Pereira-Arnstein und Freiherr von Eskeles) Direktor der Staats- und Südbahn. In Wien wurden seine zwei Kinder Alfred (der die Freiin von Pitha heiraten sollte) und Emilie geboren. Emilie war im Wiener Stephansdom getauft worden, wobei die musikbegeisterte Mäzenin Wilhemina Freein von Brentano-Cimaroli (spätere Freifrau von Eskeles) ihre Taufpatin war. Emilies Vater Auguste (aus einer ursprünglich Dijon´er Familie stammend), unter dessen Vorfahren sich auch der französische Komponist Jean-Philippe Rameau (* 1683 Dijon, † 1764 Paris) befand, spielte ausgezeichnet Klavier und Violine und war mit einer großen Anzahl von Musikern wie Francesco Pollini, Gaetano Donizetti, Giovani Fadolini, Franz Liszt, Jacques Offenbach und anderen sehr eng befreundet. Von diesen Freundschaften zeugt eine Sammlung von signierten Lithographien, sehr frühen Fotografien (ab 1840) und Briefen der Musiker, wobei etliche dieser Musiker auch die als "legendäre Schönheit" bezeichnete Tochter Emilie verehrt haben sollen. Neben der Leidenschaft zur Musik verband diese Familien aber eine ebenso tiefe Religiosität in ihrem katholischen Glauben. Wie sein Vater Baron Franz II. sollte sich auch Simon I. in der katholischen Kirche sehr engagieren. Viele von Simons Bekannten waren katholische Publizisten, Politiker oder Sozialreformer, wie auch dessen enger Freund und Verwandter Karl Freiherr von Vogelsang. Ihn traf er oft bei den sogenannten "Enten-Abenden" in Wien, oder Vogelsang besuchte Hagenauer manchmal auf dessen Landsitz. Simon reiste beruflich öfters nach Triest, wohin er und seine Geschwister schon früher ihren Vater (Franz II.) auf dessen Geschäftsreisen begleiten durften. Dort traf Baron Simon die "Triester Verwandten", zu denen auch sein Onkel, der Marinekommandant Admiral Freiherr von Spaun, engen Kontakt pflegte. In Triest hatte 1892 Admiral Spaun die beinahe 30 Jahre jüngere Emma Lobmeyr (aus der Wiener Glas-Dynastie Lobmeyr) geheiratet, die in Wien mit einem Geparden (Geschenk ihres Mannes) an der Leine spazieren zu gehen pflegte. Simon I. reiste aber nicht nur nach Triest, sondern öfters auch nach Venedig und München (wohin seine Schwestern geheirateten hatten), sowie nach Salzburg. In Salzburg stand er in regem Kontakt mit dem Abt des Stiftes St. Peter Willibald Hauthaler, der sich als Regestenforscher und Historiker sehr für die Familiengeschichte der Hagenauer interessiert hatte. Seit 1887 war Simon I. Mitglied des katholischen "Bonifatius-Verein"s und 1892 wurde er Mitbegründer der "Österreichischen Leo-Gesellschaft", dessen Ziel die Förderung von Wissenschaft und Kunst auf katholischer Basis war. Ebenso wurde er Vizepräsident des 1905 gegründeten "Österreichischen Pius-Vereins", dessen Hauptaufgabe die Stärkung der katholischen Presse war. Baron Simon hatte ebenso das Amt der Überbringung der jährlichen Kollekte des "Peterspfennigs" an den Papst im Vatikan über viele Jahre hinweg übernommen. Im Jahr 1889 wurde er von Papst Leo XIII. "für den Eifer in der Verteidigung der katholischen Religion" zum Ritter des Gregorius-Ordens ernannt und ihm der Gregorius-Orden (Großkreuz) verliehen. Dieser päpstliche Ritterorden war eine der höchsten Auszeichnungen des Papstes an Laien.

Baron Simon I. starb im Jahr 1920, doch mit seinem 1881 geborenen Sohn Simon II., sowie dessen Schwestern Mathilde (*1880) und Sabine (*1890), setzte sich die Wiener Linie fort. Baron Simon II. wurde wie sein Vater Jurist und war vorerst bei der Landeshauptmannschaft in Graz tätig. In Graz hatte er 1924 die ebenfalls aus sehr religiösem Haus stammende Bertha Ritter geheiratet, die in der NS-Zeit Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime werden sollte. Zwischen 1921 und 1926 wurde der inzwischen zum wirkl. Hofrath ernannte Verfassungsjurist Dr. Hagenauer in der burgenländischen Landeshauptmannschaft mit der Ausarbeitung der Gesetzte für das jüngst zur Republik Österreich hinzugekommene Bundesland Burgenland betraut. Im Jahr 1929 war durch die Lateranverträge der päpstliche Adel der Hagenauer als italienischer anerkannt worden. Mit einem Dekret König Viktor Emanuel III. wurde der ausgeweitete Freiherrenstand des Hof- und Gerichtsadvokaten "Simon (II.) Barone romano Hagenauer", für seine Frau Bertha und seinen Sohn Wolfgang (VI.) als "Baroni de Hagenauer di Salisburgo" bestätigt. 1938 wurde der Verfassungsjurist Baron Simon II. nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Österreich auf Grund seiner "untragbaren christlichen Gesinnung" seines Amtes enthoben und aus dem Staatsdienst entlassen, worauf er nach Wien zurückkehrte und zwei Jahre später 1940 starb. 1944 wurde die verwitwete Bertha Baronin de Hagenauer di Salisburgo als Mitglied des katholisch-konservativen Lagers in Wien wegen „Hochverrats“ von der Gestapo verhaftet und inhaftiert. Sie überlebte die Gefangenschaft trotz Folter und mehrerer Herzinfarkte und kam 1945 frei. Ihr Sohn Baron Wolfgang VI. (*1925) war vorerst auf dem St. Gallener Internat "Institut auf dem Rosenberg" in der Schweiz, nachdem zum Teil das Akademische Gymnasium sowie die Theresianische Akademie in Wien nach dem "Anschluss" 1938 von den Nationalsozialisten geschlossen worden war. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Wolfgang VI., nach der Verhaftung seiner Mutter durch die Gestapo in Wien, die Einreise in die Schweiz verwehrt. Aber nicht nur Wolfgangs Mutter war von den Nationalsozialisten verhaftet worden, sondern auch Wolfgangs Onkel Dr. Adolf Proksch (Ehemann seiner Tante Sabine), der als ehemaliger Finanzberater des Bundeskanzlers Kurt Schuschnigg als "Hochverräter" im KZ Dachau interniert worden war. Gezwungenermaßen legte Wolfgang die Matura "auf deutschem Boden" in Ettal (Garmisch-Partenkirchen, Bayern) ab. Danach wurde er zur Wehrmacht in Norditalien eingezogen, entkam und schloss sich italienischen Widerstandskämpfern (Resistenza) an. Baron Wolfgang VI. leistete bei den italienischen Partisanen in den Bergen Liguriens (Nordwestitalien) bewaffneten Widerstand gegen das faschistische und das NS-Regime. Er kämpfte unter dem Decknamen "piccino" ("der Kleine", obwohl oder weil er über 1,90 m groß war) an der Seite einer christlich-demokratischen Widerstandsgruppe italienischer Aristokraten, unter denen sich Familienmitglieder berühmter italienischer Geschlechter wie der Grafen Spinola oder der Grafen Gramatica befanden. Die Wehrmachtsjustiz ging mit erbarmungsloser Härte gegen so genannte Fahnenflüchtige vor, 22.750 wurden zum Tode verurteilt und viele wurden noch in den letzten Kriegstagen umgebracht.

Nach dem Ende des Krieges kehrte Baron Wolfgang VI. nach Wien zurück, wo er wie sein Vater Rechtswissenschaften studierte und Jurist wurde. 1957 hatte er Monika Zacherl geheiratet, die Tochter des Univ.-Profs. Dr. Hans Zacherl und der Berta Böhm (aus dem bayrischen Bankhaus Adolf Böhm). Monika Zacherl (*1935) stammte aus einer erzkatholischen und ehemals einer der vermögendsten Fabrikanten-Dynastien Österreichs. Ihr Vater, Univ.-Prof. Dr. Hans Zacherl, war (wie Wolfgangs Vater Baron Simon II.) nach dem Einmarsch Deutscher Truppen in Österreich 1938 auf Grund seiner religiösen Überzeugung seiner Ämter als Vorstand der Grazer Frauenklinik und Universitätsprofessor enthoben worden. Univ.-Prof Dr. Hans Zacherl (Dekan der Medizinischen Fakultät in Wien) war Ritter des päpstlichen Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, während sein Vater, der Fabrikant Johann Evangelist Zacherl (Monikas Großvater), einer der größten und wichtigsten Förderer der "österreichischen katholischen Leogesellschaft" gewesen war. Die österreichische Leogesellschaft hatte wiederum Wolfgangs Großvater (Simon I. Barone romano de Hagenauer) 1892 mitgegründet. Dr. Wolfgang Hagenauer wurde schließlich Staatsbeamter in der Niederösterreichischen Landesregierung, wirklicher Hofrat und unter anderem Mitbegründer des Alpenforums. Er war, wie bereits sein Vater und sein Großvater zuvor, der jeweils letzte lebende männliche Hagenauer des Wiener Zweiges, setzte aber ebenfalls die Linie fort. Seine Söhne sandte er auf das Salzburger Internat Werkschulheim Felbertal, in die Heimat seiner Ahnen. Nachkommen der Baroni de Hagenauer di Salisburgo leben in Wien.

Reminiszenzen

Die wohl bekannteste Urkunde, abgesehen von den Mozartbriefen, die in einem direktem Zusammenhang mit der Familie Hagenauer steht, ist die oben erwähnte Urkunde aus dem Jahr 996. In dieser hatte Bischof Gottschalk von Hagenau eine Schenkung von Gebieten in Österreich durch den römisch-deutschen Kaiser Otto III. erhalten. Vor allem aber findet man in dieser Urkunde die älteste schrifliche Erwähnung des Namens Österreichs (Ostarrichi). Bemerkenswert ist auch die Stiftung des Stiftes Seitenstetten im Jahr 1112 durch den Mitstifter Reimprecht von Hagenau, sowie die Weihe der Stephanskirche (spätere Stephansdom) in Wien im Jahr 1147 durch dessen Sohn, den Passauer Bischof Reginbert von Hagenau.

Heute ist die Familie primär durch ihr Mäzenatentum und ihre Freundschaft zur Familie der Mozarts bekannt. Das Hagenauerhaus in der Salzburger Getreidegasse war später Mozarts Geburtshaus, in dem sich heute ein Museum befindet. Für Musikwissenschaftler sind die große Anzahl der zumeist erhaltenen Mozartbriefe an Familienmitglieder der Hagenauer von Bedeutung, wobei die meisten an den "wohledlen und wohlfürnehmen Herrn Johann Lorenz Hagenauer" gerichtet waren. Auch die Freundschaft der Hagenauer zu Michael Haydn sowie die Leistungen des Abtes Dominikus für das Stift St. Peter und Salzburg sind erwähnenswert. Ferner hatten die drei Brüder Wolfgang, Johann Baptist und Johann Georg von Hagenauer künstlerische Spuren in der Stadt und im Erzbistum Salzburg hinterlassen. Bekannt sind hier vor allem das Siegmundstor, die Mariensäule auf dem Domplatz und das umgebaute Schloss Mirabell. Aber auch Kirchenbauten und Altäre in Hallein, Mattsee, Bergheim, Elsbethen, Matrei in Osttirol und in Brixen im Thale wurden von ihnen geschaffen. Außerhalb des Erzbistums Salzburg finden wir viele von Johann Georg von Hagenauer für kirchliche Fürsten errichtete Bauten, wie das Schloss Pöckstein in Zwischenwässern (Kärnten), das Theater und den Redoutensaal in Passau, Schloss Straß in Burgheim, Schloss Haidenhof und schließlich das Schloss Freudenhain mit seiner großen Parkanlage in Passau. Die für den königlichen Schlosspark Nymphenburg in München und für den kaiserlichen Schlosspark Schönbrunn in Wien von Johann Baptist von Hagenauer geschaffenen Skulpturen und Brunnen sind kunsthistorisch interessant. Der um 1900 in Wien lebende Schriftsteller Arnold von Hagenauer hingegen schrieb Romane über Salzburg, die geschätzte Heimat seiner Ahnen.

Auffallend ist die stets enge Bindung der Familie Hagenauer an die römisch-katholische Kirche, sei es als Stifter, Vasallen, Kreuzritter, Lehensnehmer, Künstler oder als fürsterzbischöfliche bzw. fürstbischöfliche Dienstnehmer. Etliche Familienmitglieder waren ja selbst Bischöfe, Äbte oder Würdenträger anderer geistlicher Kirchenämter und somit offizielle Vertreter der amtlichen Kirche. Diese Bindung zwischen der römisch-katholischen Kirche und dem Hause Hagenauer manifestierte sich in der Vergabe von Lehen, kirchlicher Vogt- und Verwaltungsämter, in der Auszeichnung des Hauses durch die Verleihung der erblichen römischen Baronie, in den von Päpsten persönlich verliehenen höchsten Orden, sowie in der Aufnahme in die päpstlichen Ritterorden des Piusordens und des Gregoriusordens. Eine verhältnismäßig große Anzahl von Familienmitgliedern waren Angehörige des Klerus und katholischer Ordensgemeinschaften, aber auch katholischer Bruderschaften sowie anderer Laien-Organisationen, denen sie oft in führender Position vorstanden. Einige Hagenauer waren auch Mitglieder ("Brüder") in den von Kirche oder Staat zeitweise verbotenen Freimaurerlogen, wobei andere Familienmitglieder wiederum die Freimaurerei bekämpften.

Name

Im Jahr 994 wurde das Geschlecht der Hagenauer als "stirpe nobili de Hagenau" (Geschlecht der Edlen von Hagenau) erstmals urkundlich erwähnt. Der Name leitet sich von der Herkunft aus dem Stammgebiet Hagenau nördlich von Freising in Bayern, beziehungsweise von dem sich dort befindlichen Edelsitz Hagenau (damals ein befestigter Weiler) ab. Aus den Urkunden ist allerdings nicht ersichtlich, ob mit "Hagenau" das Stammgebiet oder der einstige Stammsitz gemeint war.

Der Name "von Hagenau" wandelte sich nach dem Regestenforscher und Historiker Abt Willibald Hauthaler in "Hag(e)nowe", "Hag(e)nower" und schließlich in "Hagenauer". Manchmal tauchen in früheren Regesten auch abweichende Schreibweisen wie Hagenovve oder Hagnawe auf. Seit Ende des 14. Jahrhunderts nannten sich einige Hagenauer sowohl "von Hagenau" als auch "Hagenauer". Gleichbedeutend mit dem Vorwort "von" ist die Endsilbe "-er", und diese Namensform ist dort verblieben wo es sich um die Herkunft nicht "von" einem Ort, sondern aus einer Gegend handelte. So ist der Name "von Hagenau" mit "Hagenauer" ident, ebenso wie bei anderen alten Familien wo z. B. aus "von Gauel" "Galler" oder aus "von Prein" "Preiner" (Breunner) wurde. Ab dem 15. Jahrhundert nannten sich alle Familienmitglieder endgültig nur mehr "Hagenauer".

Der Name Hagenau ist aus den Begriffen Hagen und Au zusammengesetzt. Hagen leitet sich von dem althochdeutschen Wort hagan, was soviel wie "Hain, Einhegung" bedeutet, ab. Hag wiederum geht auf den germanischen Begriff haga/ hagaz, auch hagjô, hagjôn "Umzäunung", "Gehege" zurück und umfasst auch den Begriff "Schutz" wie in hegen und behaglich. Unter Hagen verstand man also die Umfriedigung eines Geländes durch gekapptes Buschholz oder eine lebende Hecke: Hierzu dienten dornige Sträucher wie Hagedorn (Weißdorn), Hagerose (Hunds-Rose) oder stark verwachsende Pflanzen wie die Hagebuche (Hainbuche), etc..

Das Wort Au oder Aue (von Wasser umflossenes Land) leitet sich von dem althochdeutschen Begriff Awa (Owa) ab, der sich im Mittelhochdeutschen zu Ouwe wandelte. Unter Au oder Aue versteht man eine fruchtbare und ebene Flusslandschaft, die für eine Niederlassung bei frühen Urbarmachungen und Besiedlungen ideale Voraussetzungen mit sich brachte. In diesem umfriedeten Gelände stand meist ein Hof, ein Gehöft, ein Weiler oder eine Mühle. Später wurde dies in der Grenzlandschaft öfters zu einem Turm oder einer (meist hölzernen) Feste ausgebaut. Somit verstand man unter Hagenau die mit einem „Buschholz begrenzte Landschaft bei einem Fluß“ bzw. die „gehegte Landschaft bei einem Fluß“ .

Die Semantik des Namens Hagenau stimmt sowohl mit dem (redenden) Familienwappen, als auch mit der historischen Rolle der Herren von Hagenau überein. Das Hagenauer Stammwappen ist ein Hagenstrauch auf einem Dreiberg (1671 durch zwei Adler erweitert), wobei der Strauch für Hagen und der Dreiberg für Au stand. Die Verantwortung der Herren von Hagenau (als meist kirchliche Vögte) bestand in der Verwaltung neuer Gebiete, was auch die Aufsicht über Rodung, Urbarmachung, Pflege und Christianisierung beinhaltet hatte. Also dem "Hagen" neuer Territorien im altbayrischen Grenzgebiet (östlich und südöstlich vom heutigen Bayern). Dabei waren die Hagenauer stets in "Auen" bei Flüssen (Paar, Amper, Moosach, Perschling, Traisen, Inn, Saalach, Salzach, Donau) angesiedelt.

Herkunft

Der ursprüngliche Herkunftsort der Herren von Hagenau, Schrobenhausen, war einst Residenz der Andechser zu Hohenwart. Die Hagenauer waren ein vielverzweigtes und weitverbreitetes Geschlecht und werden (von Koch-Sternfeld) zur großen Sippe der Huosi (Huosierer) und Andex (Andechser), in näherer Beziehung der von Tauer und Hohenwart, gezählt. Pangraz sieht in den Hagenauern eine Seitenlinie der Grafen von Ottenburg-Grögling (Kreglingen).

Wir finden als ältesten Sitz der Hagenauer einen Weiler und einen Forst Hagenau bei Freising, ein „Dorff sampt eim Vorst oberhalb Schrobenhausen“. Dort saß Guntpolt von Hagenau, der zwischen 1006 und 1036 mehrmals in Urkunden erwähnt wurde und Ahnherr aller nachfolgenden Hagenauer war. Die Herren von Hagenau waren als Vögte im Auftrag des Bistums Freising und des Hochstiftes Passau mit der Verwaltung neuer Gebiete, deren Rodung, Pflege, sowie deren Christianisierung groß geworden. Von Freising aus siedelte ein Hagenauer 150 km weiter östlich bei Neuburg am Inn. Gumpoldus nobilis de Hagenowe (um 1080) besaß dort laut einer alten österreichischen Chronik ein Lehen in der Grafschaft Neuburg am Inn. Von dort aus begab sich im Auftrag des Hochstiftes Passau sein Bruder, der Edle Hartwicus von Hagenau 50 km südlich nach St. Peter am Hart bei Braunau, wo er um 1088 einen Sitz errichtete und die zweite Linie begründete. Die dritte Linie wurde 1098 220 km weiter östlich in Außerkasten bei Böheimkirchen in Niederösterreich von Hartwigs Sohn Reimprecht von Hagenau begründet. Der aus Freising stammende Domvogt von Passau Reimprecht von Hagenau errichtete dort seinen Stammsitz und erwarb durch seine Ehe mit Helena von Stille und Heft mehrere Lehen. Später erwarben die Hagenauer auch einige Lehen bei Salzburg. Entlang der Siedlungs-Routen, die hauptsächlich an Flüssen lagen, begegnet uns eine massive Anhäufung von Landschaften, Weilern oder Gütern, die teilweise noch heute Hagenau genannt werden.

"Neben den im 11. Jahrhundert großen, durch Amt, Besitz oder Rodungstätigkeit bedeutenden Adelsfamilien gab es zahlreiche kleinere Geschlechter, Edelfreie, Nebenlinien der großen Häuser oder auch Burgherren, die sich in die Vasallität oder gar Ministerialität des Königs, des Herzogs oder eines mächtigen Grafen begaben. ... Nach ihren Lehensbindungen an größere Dynasten läßt sich eine den Andechsern zugeordnete Gruppe von Edelfreien feststellen, ... eine den Ortenburgern zugehörige Gruppe mit den edelfreien Herrschaften Baumgarten, Haidburg, Rotenberg, Griesbach, Warth-Reisbach, Raiding und Rottau, wobei jedoch die Mehrzahl dieser Herren zugleich eng mit dem Hochstift Passau verbunden war. ... Ebenso hatten die (Edelfreien) von Hagenau Passauer Hochstiftsgut." (Handbuch der Bayrischen Geschichte)

Die Herren von Hagenau besaßen Lehen des Hochstifts Freising und der Grafen von Vornbach (Formbach), deren Güter nach dem Aussterben der Vornbacher von den Grafen von Andechs übernommen wurden. Als Nebenlinie der Andechser erhielten auch die Hagenauer einige Lehen. Nach dem Aussterben der Andechser gingen diese Güter in den Besitz des Bistums Passau über und die Hagenauer waren somit auch Passauer Lehensnehmer, was im 13. Jahrhundert noch zu massiven Konflikten zwischen den Hagenauern und dem Hochstift Passau führen sollte.

Im 12. Jahrhundert hatten die Hagenauer gleichzeitig drei Stammsitze inne:

Der Wandel der politischen und sozialen Verhältnisse seit dem Ende des 12. Jahrhunderts isolierte die Hagenauer zunehmend. Im 13. Jahrhundert erscheinen die Hochfreien Hagenauer noch auf der gleichen Stufe mit den Reichsministerialen. Die Entstehung der Wittelsbacher in diesem Raum, als auch der Niedergang des Hochstiftes Freising als Landesherrschaft, trug dazu bei, dass das Geschlecht von seiner einstigen Höhe herabsank.

Am 24. April 1109 übergaben die Edlefreien Reginbert (auch Reimprecht) von Hagenau und sein Schwager Udalschalk von Stille dem Hochstift Passau ein kleines Chorherrenstift, das sie in Seitenstetten gegründet hatten. Dieser als Mitstifter von Seitenstetten bekannte Reginbert I. von Hagenau aus der niederösterreichischen Linie, hatte fünf Kinder: Den Ältesten Sohn Hartwig von Hagenau (Besitzer des oberösterreichischen Gutes Hagenau bei Braunau), seine Tochter Richarda von Hagenau, die in die Familienstiftung Seitenstetten als Nonne eintrat, den zweiten Sohn Reginbert II. (auch Reinbert) von Hagenau (Bischof von Passau), den dritten Sohn Werinhart von Hagenau (Vogt von Mondsee), der drei Kinder hatte, und schließlich Ulrich von Hagenau. Reinberts Sohn Reginbert II. wurde um 1130 Propst des Stiftes St. Pölten und im Jahr 1139 von Papst Innozenz II. zum Priester sowie zum Bischof von Passau geweiht. Dieses Bischofsamt hatte zuvor ein naher Verwandter seiner Mutter Helena Stille und Heft (vielleicht Reginberts Onkel) zwischen 1092 und 1121 inne, der als Passauer Bischof Ulrich I. bzw. als Ulrich von Passau in den Urkunden genannt wurde. 1146 ernannte Reginbert II. von Hagenau seinen ältesten Bruder Hartwig zum Vogt des Spitals in Vöcklabruck. Er überzeugte seinen kinderlosen Bruder Hartwig ein Testament zu Gunsten des Passauer Erzbistums zu machen, bevor sich beide Brüder als getreue Gefolgsmänner der Staufer mit König Konrad III. auf den Zweiten Kreuzzug (1147 - 1149) begaben. In diesem Kreuzzug verloren beide ihr Leben; Reginbert wurde 1148 "mit vielen tausend anderen Kreuzfahrern von den Türken in Kappadocien eingeschlossen und getötet", Hartwig starb am 23. November 1149 auf der Rückreise. Hierauf entbrannte ein Streit um das Erbe Hartwigs von Hagenau zwischen der Witwe Hartwigs (Hildegard von Moosbach), dem Erzbistum Passau und dem jüngsten Bruder Hartwigs, Werinhart von Hagenau, der ebenfalls Ansprüche am Lehen angemeldet hatte. Eine Entscheidung diesbezüglich fällte Herzog Heinrich auf einem Gerichtstag, in der das Lehen Hagenau bei Braunau dem Erzbistum Passau zugesprochen wurde. Die Witwe Hartwigs übergab 1150 das Lehen dem nunmehrigen Bischof von Passau Konrad I. und ging in ein Kloster. Werinhart (Werinhard I.) von Hagenau und dessen Söhne Dietrich und Wernhard II. wurden vorerst entschädigt, der vierte Sohn Ulrich von Hagenau war anscheinend bereits verstorben. Aber bereits 1152 oder 1153 vergab das Passauer Hochstift die Burg Hagenau bei Rott am Inn wieder an die Hagenauer (Koch-Sternfeld).

Der nun letzte Besitzer der Burg Hagenau bei Braunau am Inn (Innviertel, ), aus der (wie hier vermutet wird) Böheimkirchner Linie der Herren von Hagenau, war der sehr vermögende Edle Ludowicus von Hagenau. Im Jahre 1231 verkaufte Ludwig von Hagenau seine Ansprüche an der Vogtei von Reichersberg dem Erzbischof von Salzburg, Eberhard II. von Regensberg. Ludwig taucht in den folgenden Jahren noch ein paar mal in verschiedenen Papst- und Königsurkunden betreffend seiner Besitzungen auf. Er hatte aber auf Grund von Besitzunklarheiten (Urbare) massive Konflikte mit dem Hochstift Passau und auch mit dem bayrischen Herzog Otto II.. Nachdem Ludovicus schließlich einige Passauer Lehensmänner gefangen genommen und diese aus dem Hoheitsgebiet des Hochstiftes Passau vertrieben hatte, wurden ihm nach einem Gerichtsurteil Herzog Otto II. eine große Anzahl von Lehen und Besitzungen (in Bayern, Ober- und Niederösterreich) als Entschädigung weggenommen. Diese satisfactio, diese Buße, die Ludwig zu leisten hatte, dürfte für ihn eine schwere Belastung gewesen sein. Er verlor zehn Meierhöfe, zwölf Lehen und eine Mühle. Hinzu kamen noch 32 homines, die Kinder miteingerechnet. Auf Grund von fehlender Unterstützung des Bistums Freising und weiterer Konflikte mit dem bayrischen Herzog Otto II. wurde 1239 der gesamte Besitz Ludovicus von Hagenau nach dessen Tod vom bayrischen Herzog unrechtmäßig eingezogen. Ludovicos Söhne waren somit verarmt und scheinen ab diesem Zeitpunkt auch nicht mehr in Regesten auf.

Nachdem verschiedene anderen Familien als Lehensnehmer der Burg Hagenau eingesetzt wurden, wurde um 1320 das Lehen an das Geschlecht Aham vergeben, die es bis 1538 besaßen. Da sich diese neuen Besitzer (Aham von Hagenau) ebenfalls nach der Burg nannten, wäre eine Verwechslung mit den Hagenauern leicht möglich. Hier lassen sich jedoch keine direkten verwandtschaftlichen Beziehungen zu dem Geschlecht der Hochfreien von Hagenau nachweisen, obwohl einige Forscher der Meinung sind, das dieses Geschlecht "mit den Bannerherren v. Hagenau einen Ursprung hat". Jedoch verwendeten dieses Ahamer Geschlecht ein anderes Wappen / Siegel. Auch von dieser Burg Hagenau steht heute nichts mehr. Im Jahre 1571 wurde die Veste Hagenau von Feuer und Hochwasser derart zerstört, dass 1636 daneben ein neues Renaissanceschloss gebaut wurde, das ebenfalls den Namen Hagenau trägt. Heute erinnert dort nur mehr der Namen Hagenau an die ursprüngliche Burg und das Geschlecht der Hagenauer.

Wie bereits erwähnt, standen die Herren von Hagenau im 13. Jahrhundert noch auf der gleichen Stufe mit den Reichsministerialen und gingen im 14. Jahrhundert in der Ministerialität unter. Die Hagenauer siegelten nun in Urkunden als Stifter oder Zeugen, in denen sie als Verwalter im Range eines Burggrafen, als Ritter, Nobile, Edle oder Herren genannt wurden. In einer Klosterneuburger Urkunde vom 23. April 1314 verkaufte Chunrat Hagenauer (Hagnower) zwei Lehen zu Albrechtsdorf an das Stift. 1322 verkauften wieder jener "Chunrat der Hagenauer von Rezzing, Margret seine Hausfrau u. Chunrat deren Sohn an Offen von Ozberch u. dessen Hausfrau Getraud ihr rechtes Eigen, 9 Schilling Pfg. Gült auf den Hof datz dem Dürrenhag" (Archiv Starhemberg), welches bei dem Burg Hagenau in Außerkasten lag. Dessen Bruder Seifridus de Hagenau, der sich bereits auch Hagenauer nannte, war 1378 als Abt des Stiftes Melk eingesetzt worden, starb aber am 5. August 1382. In einer St. Pöltner Urkunde von 1374 verkaufte "Friedrich der Hagenauer" dem Stifte seinen Hof zu Anger in der Pfarre Böheimkirchen und noch andere Güter und Gülten. In einer St. Pöltner Urkunde aus dem Jahr 1374 werden die drei "Brüder Hanns, Jacob und Stephan die Hagenauer" als Zeugen genannt. Karl von Hagenau (auch Karl von Hagenauer genannt) war Pfleger (Vogt) und Richter zu Ereneck (1387-1390). "Stefan der Hagenauer" (ein weiterer Bruder des Abtes von Melk) war 1394 Burggraf zu Perchtoldsdorf. Der "ehrbare Ritter Hans Hagenauer" siegelte und bezeugte 1428 einen Vermächtnisbrief des Herbot von Auersperg (dieser Name sollte im 18. Jh. bei der Familie wieder eine Rolle spielen). Der "Edle Georg Hagenauer" (1439 melkerische Urkunde) und jener Ritter Hans Hagenauer waren (laut F. Wissgrill) die Letzten der niederösterreichischen Linie die in Urkunden genannt wurden, womit auch die Böheimkirchner Linie ausgestorben war.

Im späten Mittelalter verarmten viele Ritter und die ritterliche Kultur ging endgültig zu Ende. Als im 15. Jahrhundert die Feuerwaffen aufkamen verloren die Ritter ihre ursprüngliche Funktion als Krieger. Viele konnten ihren Unterhalt nur noch durch Raubüberfälle auf Bürger und Bauern bestreiten und oft endeten sie in Knechtschaft um nicht verhungern zu müssen. Wenn sie es geschickt anstellten wurden sie Bauern oder Müller, oder noch besser, wenn es ihnen gelang Bürger einer Stadt zu werden. Manche Familien stiegen auf der sozialen Leiter wieder auf, anderen gelang es nicht mehr.

Nachdem die Freisinger Hagenauer ihren bayrischen Stammsitz Hagenau bei Schrobenhausen aufgegeben hatten, finden wir ein solchen in Allershausen, der bereits in früheren Urkunden als Besitz der Herren von Hagenau erwähnt worden war. Der letzte Besitzer dieses Allerhausener Stammsitzes war Stephan Hagenauer zu Allerhausen, der zuletzt im Jahr 1487 in einer Urkunde genannt wurde (Oberbayrisches Archiv). Im 15. Jahrhundert tauchten viele Hagenauer der Bayrischen Linie in Freisinger Urkunden und in Urkunden des Stiftes Indersdorf auf. Im Jahr 1420 bestätigte Georg Hagenauer die Übergabe einiger seiner Güter und im Jahr 1431 verkaufte Arnold Hagenauer 2 Huben an den Herzog Wilhelm III. von Bayern. In einem Protokoll von 1432 finden wir den in Moosburg geborenen Herren Peter Hagenauer (Canonicus) als Zeugen. Im Jahr 1435 bezeugte Conrad Hagenauer die Stiftung einer Wochenmesse an den Dom von Freising und 1464 tauchte der bereits oben erwähnte "Stephan Hagenauer der Erbar" bei Freising erneut in einer Urkunde auf. Im Jahr 1487 finden wir noch einmal "Stephan Hagenauer zu Allershausen" bei Freising, der aber bereits 1484 sein dortiges Gut verkauft hatte.

Nicht allzuweit vom Allerhausener Stammsitz der Hagenauer (letzte Besitzer Stephan Hagenauer zu Allerhausen) befanden sich weitere Güter im Besitz von Hagenauern, die auch als Münchner Bürger aufscheinen. Einige Hagenauer sind seit dem späten 14. Jahrhundert in Münchner Urkunden zu finden und werden im 15. Jahrhundert auch als Münchner Bürger genannt. In einer früheren Urkunde aus dem Jahr 1362 wurde bereits ein Konrad (Conrad) Hagenauer in einer Stiftungssurkunde mit seinem Gut bei Reitpach genannt. An Hand von Urkunden kann man diese "Münchner Hagenauer" der Freisinger Linie der Herren von Hagenau zuordnen. Unter anderem durch eine Münchner Urkunde aus dem Jahr 1456, in der wiederum jener Conrad Hagenauer genannt wird, der bereits im Jahr 1435 in einer Indersdorfer Urkunde eine Messtiftung für den Freisinger Dom bezeugte. Ferner werden in den Münchener Urkunden neben diesem Conrad Hagenauer auch sein Bruder Hans genannt. Conrads Cousin Jorg (Georg) hatte einen Bruder namens Hans, dessen Sohn ebenfalls Georg (Georius) hieß und der Geistlicher war. Dieser Geistliche Georius (Georg) Hagenauer erschien häufig in den Münchner Urkunden: 1472 verlieh er zu Oberneuching seinen Hof und 1475 einen weiteren Hof zu Nansheim. 1479 verkaufte er 2 Huben "Weitenberg" zu Harthausen dem Abt Heinrich zu St. Ulrich von Augsburg. 1489 erscheint Georg das letzte Mal in einer Urkunde.

In der Nähe des Hagenauer Stammsitzes, dessen Besitzer der "zu Allershausen gesessenen Stephan Hagenauer" (bis 1484) war, befand sich das Gut "Kuttenthreuer" in Westerndorf. Sein Besitzer war der um 1440 geborene Cousin Stephans, Ulrich Hagenauer de Allershausen. Im Jahr 1503 übernahm dieses Gut Ulrichs Sohn Georg, der um 1470 geboren worden war. Georgs Sohn Sebastian und Georgs Enkelsohn Georg waren wahrscheinlich die letzten in Bayern lebenden Hagenauer aus dem Geschlecht der Herren von Hagenau. Die 50 Jahre später, am Ende des 16. Jahrhunderts, in der Nähe von München oder in München angesiedelten Hagenauer (zB. die Heilige Barbara, im Riedler Kloster 1570 gestorben) scheinen jedoch nicht verwandt gewesen zu sein. Wahrscheinlich war auch das im 14. und 15. Jahrhundert in der Schweiz auftretende ebenfalls adelige Geschlecht von Hagenauern (Hagenower), die Äbte, Ritter und Vögte stellten, nicht mit den Herren von Hagenau verwandt. Aus diesem schweizer Geschlecht ist jedoch der erste zürcherische Vogt über Grüningen (ab 1416), Herr Heinrich Hagenauer, oder der 1492 genannte Abt zu Mury, Herr Johannes Hagenower, erwähnenswert. Das dem Abt Johannes Hagenauer von Muri am 22. Juli 1492 von Kaiser Maximilian I. erteilte Wappen, wurde auf das Geschlecht Hagenauer zu Zürich am 16. Oktober 1494 ausgeweitet. Der Ritter Hans Hagenauer (auch Johannes von Hagenau), ebenfalls aus einem Züricher Geschlecht, wird in der Liste der gefallenen Adeligen auf Habsburger Seite in der Schlacht bei Sempach 1386 angeführt. Er führte jedoch ein anderes Wappen (abgebildet unter den Wappentafeln in der Schlachtkapelle von Sempach) als das ehemals edelfreie Geschlecht der Hagenauer. In den Urkunden jedenfalls findet man keinerlei Hinweise über eine verwandtschaftliche Beziehung der beiden namensgleichen Geschlechter. Aus welchem Geschlecht hingegen Simon Hagenauer der Lieblingsfalkner Kaiser Maximilian I. war, den er als seinen besten Oberfalkner bezeichnete, ist leider unbekannt. Simon wurde 1510 vom Kaiser zur Verwaltung seines geliebten aber abgelegenen Anwesens in Belgien, der Burg und dem Jagdrevier Turnhout geschickt, wo auch Simons Tochter Kathelijne van Hagenau(e)r (1501 als Katharina Hagenauer in Hall in Tirol geboren) lebte, ca. 1516 Friedrich von Ghent (von Gent oder Dergent) heiratete und 1559 in Turnhout starb. Zurück zu unseren Freisinger Hagenauern; Georg Hagenauer, Herr aus Westerndorf, hatte im Jahr 1503 geheiratet und (er oder sein Sohn) das Gut um 1530 aufgegeben (Indersdorfer Urkunde). Auf Grund der Verwüstungen im Zuge des Schmalkaldischen Krieges 1546 verließen seine Nachkommen Bayern und tauchten acht Jahre später in Hammerau bei Salzburg auf.

Somit hatten die Hagenauer bis zum Ende des 15. Jahrhunderts alle ihre Stammsitze und offensichtlich bis Mitte des 16. Jahrhunderts auch sämtliche Besitzungen (in Österreich und Bayern) verloren. Diese Güter waren entweder unrechtmäßig eingezogen, gestiftet oder verkauft worden. Wiguleus Hund zu Sulzenmos vermutete in seinem Bayrischen Stammbuch aus dem Jahr 1585, dass die österreichischen Hagenauer "von und zu Hagenau" Ende des 15. Jahrhunderts ausgestorben sein könnten. Tatsächlich war damals die Böheimkirchner und auch die Braunauer Linie (die beiden Söhne des Ludowicus von Hagenau scheinen nach seinem Tod in keinen Regesten mehr auf) im Mannesstamm erloschen. Nur die verarmte Freisinger Linie der Hagenauer von Hagenau, von der (wie von den beiden anderen Linien) etliche Mitglieder im Bayrischen Stammbuch nicht angeführt wurden, blühte bald in Salzburg (das damals nicht zu Österreich oder Bayern gehörte) weiter. Sie setzte sich mit Stephan, (dessen Cousin) Ulrich und Georg Hagenauer von und zu Allershausen, sowie Sebastian und dessen Sohn Georg Hagenauer von Hagenau bei Ainring fort. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts finden wir somit die Nachkommen der Herren von Hagenau im Erzbistum Salzburg wieder. Sie hatten dort Anfang des 17. Jahrhunderts Mitglieder alteingesessener Familien des Rupertiwinkels wie die von Apfalt(er), von Altham(er), von Altmutt(er), von Perg(er), von Sur(er) geheiratet. Ihr Adel war zwar verdunkelt aber sie trugen weiterhin das Stammwappen der Hagenauer, einen Hagenstrauch auf einem Dreiberg. Das Wappen wurde ihnen als Salzburger Bürger im 17. Jahrhundert (erweitert um zwei Adler und der Decke in den Farben Salzburgs) vom kaiserlichen Palatin bestätigt.

Laut dem Regestenforscher Willibald Hauthaler gaben die "Herren von Hagenau" dem Weiler "Hagenau" bei Ainring seinen Namen. Dieses "Hagenau" (Hagenauer Mühle) bei Ainring wurde bereits im 11./12. Jahrhundert als solche bezeichnet, wie dies auch bei etlichen anderen Landschaften oder Weilern entlang der Siedlungsrouten der Hagenauer der Fall war. Auch bei dem daneben liegenden Hagenau bei Bergheim (Maria Plain) befand sich ein Gut/Lehen der Hagenauer, das bereits vor 1239 existiert haben muß. Dieses Gut Hagenau (Hagenaw) nördlich von Salzburg lag an der Salzach zwischen dem Salzburger Stadtteil Itzling und der Gemeinde Bergheim. Es wurde nach Ludowicus von Hagenauers Tod zusammen mit allen anderen seiner Besitzungen (trotz zweier männlicher Erben) durch den Bayrischen Herzog Otto III. eingezogen. Der als "Hagenau" bezeichnete Hof bei Anthering sowie die Mühle Hagenau bei Ainring lagen nur 4,5 km voneinander entfernt, und waren beide ehemalige Besitzungen der Herren von Hagenau. "Für die benachbart liegenden Anwesen der Wispecken zu Ainring, Eham, Hagenauer Mühle, Ödhof und Ottmaning, alles freieigene Güter, liegt erst 1286, und nur für Ottmaning, ein Eigentumsbeweis vor" (Historischer Atlas von Bayern). Noch im 14. Jahrhundert wurde "das hofbare Gut der Grundherrschaft des Erzbischofs von Salzburg im Amt Perchheim - officium Anthering unter Nr. 9 der Hof der Hag(e)naw genannt" erwähnt. Beide ehemaligen Besitzungen der Herren von Hagenau (bzw. die dortige Gegend) werden noch heute als "Hagenau" bezeichnet.

In manchen Publikationen des 18. und frühen 19. Jahrhunderts wurde angenommen, dass es sich bei der bayrischen Linie und den österreichischen Linien der Herren von Hagenau um verschiedene Geschlechter handlen könnte. Dies wurde aber bereits in Publikationen des späteren 19. Jahrhunderts widerlegt. Ferner wurden die Hagenauer des im 12. Jahrhundert erneut übernommenen Lehens bei Braunau manchmal auch als Burgmannen der Herren von Hagenau bezeichnet, die sich nach ihrem Sitz Hagenau benannten. Man erklärte sich den Rückgang des Vorkommens der österreichischen Hagenauer in den Urkunden Mitte des 12. Jahrhunderts unter anderem damit, dass es sich hier (wiederum) um zwei unterschiedliche Geschlechter gehandelt hätte. Nämlich um das bedeutende Hochfreie "Grafengeschlecht" bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts und danach um das Edelfreie Ritter- bzw. Ministerialengeschlecht. In einer neueren Publikationen sieht man auch das Geschlecht der Herren von Zelking in Niederösterreich als eine Nebenlinie der Herren von Hagenau an (die sich manchmal auch von Zelking genannt hatten). Somit gab und gibt es über die österreichischen Zweige der Herren von Hagenau verschiedenste unter Historikern nicht unumstrittene Theorien, sowohl die Linien des Stammbaumes als auch den Zeitpunkt des Verschwindens betreffend. Das reicht von der These unterschiedlicher Geschlechter, über den Untergang in der Ministerialität (Rückgang in den Urkunden), bis hin zur Theorie des Weiterbestehens der niederösterreichischen Linie in dem (erst 1634 erloschenen) Geschlecht der Zelkinger. Mit Sicherheit kann man jedoch sagen, dass Ende des 15. Jahrhunderts die Herren von Hagenau (als solche) in keinen österreichischen Urkunden mehr zu finden sind, und dass sie im Gegensatz zu vielen anderen edelfreien Familien nie in den Grafenstand aufgestiegen waren. Die Hagenauer gehörten zur Klasse der Freyen (liberi), also dem Herren-Stande an, wie die Herren von Weilheim, die Herren von Stein oder die Herren von Biburg. Sie waren niemals Grafen, wie man sie in manchen Publikation fälschlich bezeichnet hatte (Burggraf war eine Amtsbezeichnung und keine Stand).

Da aber die oberösterreichische Linie nach 1239 ohnedies aussterben sollte, die niederösterreichische nach 1439, der bayrische Zweig der Hagenauer hingegen weiterhin bestand, ist dies hier ein sekundäres genealogisch-historisches Problem. Für die weitere Geschichte der Familie Hagenauer ist es aber irrelevant. Als Nachweis, ob die neuen Besitzer des oberösterreichischen Lehens nach 1149 ebenfalls aus dem Geschlecht der Hochfreien von Hagenau stammten, könnte man auf Grund mangelnder Urkunden auch das Stammwappen der Hagenauer (wenn sich ein solches bei Ludowicus finden könnte) heranziehen. Dieses ist ja auf dem Epitaph des Hochfreien Reginbert von Hagenau (dem Mitstifter von Seitenstetten) 1137 abgebildet, das der Nachkomme Otto von Hagenau 1337 aus der Burg seiner Vorväter ausbauen und zusammen mit einem Grabstein seiner Eltern in der Stiftskirche St.Pölten aufstellen ließ. Dieses Wappen, ein Hagenstrauch auf einem Dreiberg, findet man in den kommenden Jahrhunderten in vielen an Urkunden angehängten Siegeln und auf Grabstätten der Hagenauer. So zum Beispiel in zwei an einer Urkunde angehängten Siegeln des Jahres 1314, die von den Brüdern Chunrat und Seifrit Hagenauer bezeugt wurde. Auch 1367 finden wir das Wappen im Siegel des Abtes von Melk, Seyfried von Hagenau, oder im Siegel des Edlen Georg Hagenauer an einer Urkunde des Jahres 1439. Ferner befindet sich das Stammwappen der Hagenauer (als erweitertes Wappen) auf der Familiengruft in Salzburg, die 1682 Georg Hagenauer errichten ließ, sowie auch auf dem Siegel des Abtes von St. Peter Dominikus Hagenauer im Jahr 1786.

In den Salzburger Urkunden tauchen die Hagenauer oft mit dem Zusatz de, in, von und zu Hagenau auf. Die ersten urkundlich erwähnten "Salzburger" Hagenauer wurden als Hagenauer von Allershausen, von Hammerau, von Ainring oder als Hagenauer von Piding (also nach ihrem Herkunftsort) genannt. Erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts, als sich die Hagenauer in dem Weiler Hagenau bei Ainring niedergelassen hatten, nannten sich Familienmitglieder wieder "Hagenauer von Hagenau". Dabei ist die Bedeutung "Hagenauer" mit "von Hagenau" ident und somit ein Pleonasmus (siehe Kapitel Namen). Interessanter Weise werden in manchen Urkunden Familienmitglieder auch als "Hagenauer von Hagenau" bezeichnet, obwohl sie nicht in Hagenau wohnten oder dort geboren wurden. Dies widerspricht der damals üblichen Herkunftsbezeichnung in Salzburger Urkunden. Aber vielleicht mochten die Hagenauer im Erzbistum Salzburg als Nachfahren der Herren von Hagenau auf ihre Abstammung hinweisen und damit die Erinnerung an ihre Herkunft aufrecht erhalten. Im frühen 18. Jahrhundert verdeutlichte dies Georg Hagenauer mit dem Hagenauer Erbbegräbnis in St. Peter in Salzburg sowie in seinem Testament: "damit gleich bei Testirers Namen und Stamm ain eigentliche Behausung verbleibe und der Hagenauerische Name nit gleich vergessen werde". In ähnlicher Art wurde in einem päpstlichen breve Baron Franz de Paula II. als "Nobile Francesco de Hagenauer di Salisburgo" betitelt, obwohl er in Linz geboren wurde und Wien lebte. Die Herkunftbezeichnung "Hagenauer di Salisburgo" wurde anscheinend in Bedacht der "Salzburger" Herkunft als Adelsprädikat des Wiener Zweiges gewählt.

Standeserhebung und Wappen des Hauses Hagenauer


Das seit dem frühen 14. Jahrhundert durchgehend als selbstständiger Staat bestehende Fürsterzbistum Salzburg und seine Bewohner erlebten zwischen 1803 und 1816 die Krise eines mehrmaligen rasanten Wechsels der Staatsform, des Staatsoberhauptes und der jeweiligen staatlichen Zugehörigkeit. Vorerst wurde Salzburg im Zuge der Säkularisierung ein weltliches Kurfürstentum, dann ein Herzogtum, unterbrochen durch die französische und die bayrische Herrschaft (Salzachkreis). Schließlich kam Salzburg 1816 als Teil des "Landes Österreich ob der Enns" mit der Hauptstadt Linz zum "Kaiserthum Oesterreich". Im Jahr 1849 wurde Salzburg zu einem selbständigen Kronland erhoben, 1867 wurde es Teil der k.u.k. Doppelmonarchie Österreich-Ungarns, bis es 1918 Teil der ersten österreichischen Republik "Deutsch-Österreich"s wurde.

Die Hagenauer, ursprünglich Bayern, waren seit ihrer Niederlassung in Salzburg um 1550 Untertanen des mächtigen und beständigen Fürsterzbistums gewesen. Während bzw. nach den politischen Wirren und Krisen des ehemaligen Erzbistums Salzburg, übersiedelten einige Hagenauer (der spätere Wiener Zweig) in die neue Hauptstadt Linz. Somit wurden sie im Jahr 1816 automatisch österreichische Staatsangehörige des "Kaisertum Österreich"s. Hingegen waren die nach Triest ausgewanderten Hagenauer bereits 40 Jahre früher (um 1775) österreichische Untertanen geworden, da Triest zu Österreich gehörte. Schließlich wurden die Mitglieder der Triester Linie im Jahr 1918 italienische Staatsbürger, als Triest zum "Regno d’Italia" (italienischen Königreich) kam.

Ungewöhnlicher Weise hatten weder die Triester Linie noch die Wiener Linie je um Immatrikulation ihres Adelsstandes sowie um Nostrifizierung ihrer ausländischen Standeserhebungen in den österreichischen Adelsregistern angesucht, als sie österreichische Staatsbürger wurden. Ihr alter Adelsstand in Bayern, als auch die verliehenen Standeserhebungen und Ausweitungen durch den kaiserlichen Palatin in Salzburg, den Fürstbischof in Passau, den Heiligen Stuhl in Rom oder den italienischen König, galten daher im Kaisertum Österreich respektive in der k.u.k. Doppelmonarchie Österreich-Ungarn als ausländischer Adel. Somit scheinen sie auch nicht in den österreichischen Adelsmatrikeln oder im deutschen Gotha auf. Im Jahr 1919 wurde der Adel mit dem Adelsaufhebungsgesetz in der ersten Österreichischen Republik ohnedies aufgehoben. Die Italienische Republik hob den italienischen Adel im Jahr 1946 auf, tolerierte aber den Gebrauch von Titeln in amtlichen Dokumenten. Hingegen behielt die vom Heiligen Stuhl verliehene römische Baronie (aristocrazìa nera) sowohl im Vatikan als auch in Italien ihre Gültigkeit.

Besitzungen

Erbbegräbnisse

Genealogische Übersicht

Der genealogische Überblick des Hauses Hagenauer mit den Begründern und Letzten der jeweiligen Stämme, Linien, Äste und Zweige:


  • Freisinger Stamm (Guntpold II. von Hagenau bei Freising um 1078), (Sebastian von Allershausen bei Freising * um 1503) wird zum Ainringer Stamm
  • Ainringer Stamm (Georg I. von Allershausen / Ainring *1536)
  • Wolfgang´sche Linie (Wolfgang II. von Hagenau bei Ainring *1613)
  • Paul´sche Ast (Paulus I. von Hagenau bei Ainring *1647)
  • Wiener Zweig (Johann Georg II. von Passau *1748), späteren Barones Romani, sowie Barone de Hagenauer di Salisburgo
  • Georg´sche Ast (Georg IV. von Hagenau bei Ainring *1649)
  • Triester Zweig (Ignaz Joachim, Salzburg *1749), späteren Barone dei Locatelli de Hagenauer
  • Johann´sche Ast (Johann von Hagenau bei Ainring *1654), 1760 mit Dominikus erloschen
  • Johannes´sche Linie (Johannes von Hagenau bei Ainring *1617), um 1740 mit Thomas erloschen
  • Georg´sche Linie (Georg III. von Hagenau bei Ainring *1622), um 1830 mit Jacobus Wolfgang erloschen
  • Braunauer Stamm (Hartwig von Hagenau bei Braunau um 1088), nach 1239 mit den Söhnen Ludwigs (Gebehardus und Gebhartus d.J. de Hagenau) erloschen
  • Böheimkirchner Stamm (Reimprecht von Hagenau bei Böheimkirchen um 1098), nach 1439 mit Ritter Hans erloschen


Nachdem in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts das letzte Gut der Hagenauer bei Allershausen (Freising) in Bayern aufgegeben worden war, verließ der letzte Spross des (bis dahin) beinahe ausgestorbenen Geschlechtes (aus dem Freisinger Stamm) der Herren von Hagenau, Sebastian Hagenauer de Allershausen, mit seinem Sohn Georg Bayern. Ihre Route führte sie über das Pflegschaftsgericht Teisendorf, bis sie sich schließlich nördlich der Stadt Salzburg niederliessen.

In der zweiten Hälfte 16. Jahrhunderts werden sie in den Salzburger Regesten in unmittelbarer Nähe nördlich der Stadt Salzburg genannt. Im Jahr 1554 wird der oben genannte aus Bayern ausgewanderte Sebastian (Wastl) Hagenauer de Allershausen in einer Urkunde bei Hammerau erwähnt. Sein Sohn Georg Hagenauer I. (* um 1536) wird im Jahre 1568 nun als Besitzer eines Gutshofes in Ainring genannt. Georg I. Hagenauer de Ainring wird ferner als Stammvater der "Salzburger Linie" bezeichnet. Er hatte 1568 vom Salzburger Domkapitel die Bewilligung für "etliches Zimmerholz am Högl zu vorhabenden Gepeuen" erhalten. Sein Söhne Wolfgang I. (Wolf) (* ~ 1575) und Georg II. (* 1585) werden nach 1600 als Guts- und Mühlenbesitzer genannt. Der "ehrbahre Wolf Hagenauer, Müllner und Mayr zu Piding" scheint in einer Urkunde aus dem Jahr 1602 als Besitzer des Seyfriedhofes zu Piding auf: "darauf eine hölzerne Behausung mit Hofzimmern, Stallungen, Getreidekasten und eine Badestube". Ob Wolfgang verheiratet war und Kinder hatte ist nicht bekannt. Sein Bruder Georg Hagenauer II. von Hagenau wird 1614 als Besitzer eines Hofes und der "Mautmühl, Mühl in Hagenau" bei Hammerau erwähnt. Begraben ist Georg II. in Feldkirchen bei Ainring, damals zum Erzbistum Salzburg und heute zu Oberbayern gehörend. Georg II. heiratete am 9. Februar 1614 in Ainring Magdalena Margaretha Eschelberger (Tochter des Wolfgang Eschelberger und uxor). Sie hatten folgende Kinder:



Von diesen Kindern bildeten sich aus den Söhnen Wolfgang, Johannes und Georg drei Linien, wobei die Linie des Johannes drei Generationen später erlöschen sollte.


Wolfgang´sche Linie

Begründer: Wolfgang II. (1613-1693)

Die drei Söhne Wolfgangs II. bildeten wiederum drei Äste: den Paul´schen, den Johann´schen und Georg´schen Ast. Heute leben nur mehr Nachkommen des Paulus´schen Astes (aus dem Wiener Zweig) und Nachkommen des Georg´schen Astes (aus dem Triester Zweig).


Paulus´sche Ast

Begründer: Paulus I. (1647-1728)

Kinder des Paulus:

  • Josefa, (1787 - 1792)
  • Franz de Paula I., (1789 - 1843) - Dr. jur., k.k. Registratursdirektor in Linz, 1823 vermählt mit Barbara Schloßgängl Edle von Edlenbach in Maria-Plain, Salzburg.
  • Franz de Paula II., 1. Barone romano, (1824 - 1885) - Dr. jur., Direktor der Versicherungsanstalt Assicurazioni Generali in Wien, 1884 von Papst Leo XIII. die römische Baronie (primogenitur) und der Pius-Orden (Gran Croce) verliehen. 1851 vermählt mit Maria Edle von Spaun in Traunkirchen, OÖ.
  • Simon I., 2. Barone romano (1852 - 1920) - Dr. jur., Direktor der Vers.-A. Riunione Adriatica di Sicurtà in Wien, V-Präsident des Piusvereines. 1889 Träger des päpstlichen Gregorius-Ordens. 1878 vermählt mit der Französin Emilie Thomas in St. Stephan in Wien.
  • Simon II., 3. Barone romano sowie Barone de Hagenauer di Salisburgo, (1881 - 1940) - Dr. jur., wirkl. Hofrat, (1921 — 1926) burgl. Bezirkshauptmann in Eisenstadt. 1924 vermählt mit Bertha Ritter in Graz (Widerstandskämpferin des katholisch-konservativen Lagers gegen das NS-Regime). 1929 italienischer Freiherrenstand für alle Nachkommen durch König Viktor Emanuel III. als "Baroni de Hagenauer di Salisburgo". (Nachkommen in Wien)
  • Julius, (* 1826 -) - Kassendirektor in Linz.
  • Helene, (* 1835), vermählt mit Major Karl Elßler, Sohn von Joseph Haydn´s Leibkopisten Johann Florian Elßler, der auch Vater der berühmten Tänzerinnen Therese und Fanny Elßler war. Therese war seit 1850 (in einer morganatische Ehe) mit dem Prinzen Adalbert von Preußen verheiratet und wurde zur Freifrau von Barnim erhoben. Fanny Elßler hatte ein Kind aus der Verbindung mit Leopold von Neapel-Sizilien, Prinz von Salerno und Sohn des Königs Ferdinand IV. von Neapel.
  • Helene, * 1799, vermählt I. 1823 mit Georg Aicher in Glanhofen, II. 1840 Josef Stöllner

Georg´sche Ast

Begründer: Georg IV. (1649 - 1736)

Kinder des Georg:

  • Maria Ursula, (* 1711), vermählt mit Peter Passi (Augsburger Kaufmann)
  • Johann Lorenz, (1712 - 1792) - Kaufmann in Salzburg, Vermieter und Freund von Leopold Mozart, vermählt mit Marie Theresia Schuster
  • Maria Theresia, (* 1776), vermählt mit Joachim Schmuck, Handelsmann, gebürtig aus Fügen im Zillertal (damals Salzburgisch)
  • Anna Elisabeth (1777 - 1804), vermählt mit Josef Sebastian Bolland, Direktor der Hagenauer´schen Handlung
  • Josefa Aloisia (* 1778), vermählt mit Johann Gall
  • Maria Martha Vinzentia, (1781 - 1837), vermählt I. mit Josef Pichler, Direktor der Hagenauer´schen Handlung; II. mit Josef Kaiser, Weißwarenhändler in Salzburg
  • Karoline Theresia, (1785-1791)
  • Maria Elisabeth Regina, (1791-1838) - vermählt mit Franz Anton Bonaczy von Bonazza
  • Karoline Theresia, (1785-1791)
  • Vinzenz Franz, (1792-....)
  • Johann Lorenz (III.), oder Johann Lorenz Demeter (1800-1877), Präsident der österreichischen Lloyd (Lloyd Austriaco), Vize-Präsident des ersten österreichischen Reichstags
  • Josef Paul, (1802-1851), Handelsherr
  • Maria Anna, (* 1713) - vermählt mit dem Kaufmann Ferdinand Metzger
  • Markus Anton, (1715 - 1721)
  • Anna Theresia, (1718 - 1795), vermählt mit dem Salzburger Handelsmann Johann Christian Reifenstuel

Johann´sche Ast

Begründer: Johann Hagenauer (ca.1654-1724) - Rats- und Handelsherr in Salzburg

Kinder des Johann:

Johannes´sche Linie

Begründer: Johannes (1635 verheiratet), ein Sohn Georg (II.)

Nachkommen von Johannes

  • Adam, von Hagenau, Wirt, 1648 als Besitzer des Ainringer Hofes in Ainring genannt, vermählt mit Barbara Schmid.
  • Johann Paul, (*Piding 26. Juni 1665), Besitzer des Ainringer Hofes
  • Thomas, 1707 als Stifter eines Heiligenbildes in der Feldkirchner Pfarrkirche und 1714 als Besitzer und Wirt des Ainringer (Ainheringer) Hofes genannt.



Georg´sche Linie

Begründer: Georg IV. (1622 - 1671), ein Enkel des Georg (II.) (Sohn von Georg III.)

Kinder Georg IV.:

Quellen

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