Glocknerbus
Der Glocknerbus ging in die Automobilgeschichte ein.
Geschichte
Noch im Jahr der Eröffnung der Großglockner Hochalpenstraße, 1935, begann eine Linienbusverbindung zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Post ab 1949 fünfzig Steyr 380a auf der Glocknerlinie ein. In den 1950er-Jahren war der Parkplatz auf der Franz-Josefs-Höhe nur den Postbussen vorbehalten. Im Buch "90 Jahre Postautobus" (Verlag Omnibusspiegel) ist zu lesen: "Die Postverwaltung setzte auf dieser anspruchsvollen Bergstrecke immer nur ihre besten Mitarbeiter ein." Der gute Ruf der Postbusse bewirkte auch, dass nicht nur Pkw-Lenker, sondern auch viele Chauffeure von Reisebussen ihre Fahrzeuge im Tal zurückließen und den sicheren Postbus für die Auffahrt wählten. Unten rechts: ein Bus des österreichisehen Herstellers Gräf & Stift in einer speziellen Glockner-Variante beim Hochtor.
2012
Die ÖBB Postbus GmbH hatte nach 77 Jahren im Jahr 2012 den Busverkehr von Zell am See auf die Franz-Josefs-Höhe eingestellt. Im Juni 2012 gab der
Vorstand der Großglockner Hochalpenstraßen AG (Grohag), Dr. Johannes Hörl, bekannt, dass das Pinzgauer Busunternehmen Vorderegger Reisen ab 11. Juli 2012 jeweils am Mittwoch und Freitag von mehreren Pinzgauer Orten aus die Großglockner Hochalpenstraße bis zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe fahren werde. "Die Linie wird Glocknerbus heissen. Als besondere Attraktion ist ein Nationalpark-Ranger als Begleitperson dabei, der die Fahrgäste informiert", sagt Hörl. "Den Ranger bezahlen die Region und wir. Es wird Folder geben, die überall aufliegen." Im Herbst werde geprüft, wie das Angebot läuft und was man für die Zukunft verbessern könne.
Die bisherige Konzession des Landes Salzburg für die Linie war mit Juni ausgelaufen. Im Büro von Verkehrsreferent Landeshauptmann-Stv, Dr. Wilfried Haslauer (ÖVP) hieß es, der ÖBB-Postbus habe sich zunächst um die Wiedererteilung der Konzession bemüht, das Angebot aber im Winter zurückgezogen, weil das Land keine Zuzahlung leiste und die Linie Verlust mache. Das Land wird den Verkehr aber weiterhin nicht bestellen und damit bezahlen, weil es sich um eine rein touristische Linie handelt, die weder von Schülern noch von Pendlern benötigt wird.
Johannes Hörl betonte die lange Tradition der Postbusse auf der Großglockner Hochalpenstraße. 1935 wurde die neue Straße eröffnet. Noch im gleichen Jahr startete der Linienverkehr von Zell am See aus. Die Grohag hatte deshalb im März versucht, der ÖBB Postbus GmbH die Linie doch noch schmackhaft zu machen. So sollten unter anderem die Saison verkürzt, kleinere Busse eingesetzt und die Linie gemeinsam beworben werden, um die Verluste zu reduzieren. Außerdem sollten für den ÖBB-Postbus kostenlos die Nationalparkranger mitfahren. Laut Hörl hat der ÖBB-Postbus auf die Vorschläge aber inhaltlich gar nicht reagiert. Hörl ärgert sich auch, dass der ÖBB Postbus den Wegfall der Mautbefreiung für Postbuspassagiere als einseitige Kündigung einer Vereinbarung in den Medien ausgelegt habe. Hörl: "Das war ein freundliches Entgeltverzicht von uns für 2010 und 2011 anlässlich des 2010: 75 Jahre|75-Jahr-Jubiläums der Straße."
ÖBB-Sprecher Rene Zumtobel sagt, das Land habe die Konzession nicht rechtzeitig verlängert. Auf die Vorschläge der Grohag habe man reagiert und mitgeteilt, dass man zum Beispiel nicht in kleinere Busse investieren könne. wenn man keine Konzession mehr habe und nicht wisse, ob man in Zukunft wieder eine erhalte. Die Mautbefreiung habe die Grohag aus wirtschaftlichen Überlegungen zurückgenommen. "Unter den vorliegenden Rahmenbedingungen ist es nicht möglich, diese Linie weiterzuführen."
Quelle
Salzburger Nachrichten, 26. Juni 2012