Glocknerbus

Aus Salzburgwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Postbusse am Parkplatz der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe

Der Glocknerbus ging in die Automobil­geschichte ein.

Geschichte

Noch im Jahr der Eröffnung der Großglockner Hochalpenstraße, 1935, begann eine Linienbusverbindung zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Post ab 1949 fünfzig Steyr 380a auf der Glocknerlinie ein. In den 1950er-Jahren war der Parkplatz auf der Franz-Josefs­-Höhe nur den Postbussen vor­behalten. Im Buch "90 Jahre Postautobus" (Verlag Omnibus­spiegel) ist zu lesen: "Die Post­verwaltung setzte auf dieser an­spruchsvollen Bergstrecke im­mer nur ihre besten Mitarbeiter ein." Der gute Ruf der Postbusse bewirkte auch, dass nicht nur Pkw-Lenker, sondern auch viele Chauffeure von Reisebussen ih­re Fahrzeuge im Tal zurücklie­ßen und den sicheren Postbus für die Auffahrt wählten. Unten rechts: ein Bus des österreichi­sehen Herstellers Gräf & Stift in einer speziellen Glockner-Vari­ante beim Hochtor.

2012

Die ÖBB­ Postbus GmbH hatte nach 77 Jah­ren im Jahr 2012 den Busverkehr von Zell am See auf die Franz-Josefs­-Höhe eingestellt. Im Juni 2012 gab der

Vorstand der Großglockner Hochalpenstraßen AG (Grohag), Dr. Johannes Hörl, bekannt, dass das Pinzgauer Busunternehmen Vorderegger Reisen ab 11. Juli 2012 jeweils am Mittwoch und Freitag von meh­reren Pinzgauer Orten aus die Großglockner Hochalpenstraße bis zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe fahren werde. "Die Li­nie wird Glocknerbus heissen. Als besondere Attraktion ist ein Nationalpark-Ranger als Be­gleitperson dabei, der die Fahr­gäste informiert", sagt Hörl. "Den Ranger bezahlen die Re­gion und wir. Es wird Folder geben, die überall aufliegen." Im Herbst werde geprüft, wie das Angebot läuft und was man für die Zukunft verbessern könne.

Die bisheri­ge Konzession des Landes Salzburg für die Linie war mit Juni ausgelaufen. Im Büro von Verkehrsreferent Landeshauptmann-Stv, Dr. Wilfried Haslauer (ÖVP) hieß es, der ÖBB-Post­bus habe sich zunächst um die Wiedererteilung der Konzes­sion bemüht, das Angebot aber im Winter zurückgezogen, weil das Land keine Zuzahlung leis­te und die Linie Verlust mache. Das Land wird den Verkehr aber weiterhin nicht bestellen und damit bezahlen, weil es sich um eine rein touristische Linie handelt, die weder von Schülern noch von Pendlern benötigt wird.

Johannes Hörl betonte die lange Tradition der Postbusse auf der Großglockner Hochalpenstraße. 1935 wurde die neue Straße eröffnet. Noch im gleichen Jahr startete der Linienverkehr von Zell am See aus. Die Grohag hatte deshalb im März versucht, der ÖBB­ Postbus GmbH die Linie doch noch schmackhaft zu machen. So sollten unter anderem die Saison verkürzt, kleinere Busse eingesetzt und die Linie ge­meinsam beworben werden, um die Verluste zu reduzieren. Außerdem sollten für den ÖBB-Postbus kostenlos die Nationalparkranger mitfahren. Laut Hörl hat der ÖBB-Postbus auf die Vorschläge aber inhalt­lich gar nicht reagiert. Hörl är­gert sich auch, dass der ÖBB Postbus den Wegfall der Maut­befreiung für Postbuspassagiere als einseitige Kündigung einer Vereinbarung in den Medien ausgelegt habe. Hörl: "Das war ein freundliches Entgeltverzicht von uns für 2010 und 2011 an­lässlich des 2010: 75 Jahre|75-Jahr-Jubiläums der Straße."

ÖBB-Sprecher Rene Zumto­bel sagt, das Land habe die Konzession nicht rechtzeitig verlängert. Auf die Vorschläge der Grohag habe man reagiert und mitgeteilt, dass man zum Beispiel nicht in kleinere Busse investieren könne. wenn man keine Konzession mehr habe und nicht wisse, ob man in Zukunft wieder eine erhalte. Die Mautbefreiung habe die Grohag aus wirtschaftlichen Überlegungen zurückgenom­men. "Unter den vorliegenden Rahmenbedingungen ist es nicht möglich, diese Linie wei­terzuführen."

Quelle

Salzburger Nachrichten, 26. Juni 2012

Meine Werkzeuge
Namensräume

Varianten
Aktionen
Navigation
Ressourcen
salzburg.com
Werkzeuge