Getreidegasse

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Getreidegasse
Länge: ca. 500 m
Startpunkt: Alter Markt
Endpunkt: Bürgerspitalgasse
Karte: Googlemaps
Getreidegasse, Blick zur Bürgerspitalskirche St. Blasius und zum Mönchsberg
Getreidegasse, Ansicht vom Mönchsberg aus

Die Getreidegasse liegt in der Altstadt von Salzburg und ist heute Salzburgs berühmteste Einkaufsstraße. Ihr besonderer Charakter ergibt sich auch durch die zahlreichen schmiedeeisernen Zunftzeichen.

Wortherkunft

Im Mittelalter wurde die Straße erstmals 1150 als „Trabegasse“ erwähnt. Das Wort leitet sich vom Traben der Pferde her. Der Ursprung des Namens liegt also nicht im Wort 'Getreide'. Vermutlich wurde aus Trabe-, Trab- oder Trav-Gasse später Tragasse - Traidgasse - Getreidgasse schließlich Getreidegasse.

Geschichte

Diese uralte Gasse war bereits zur Römerzeit ein bedeutender Verkehrsweg und einzige Verkehrsader durch die Stadt, die nach Norden bzw. Westen an dem heutigen Schloss Kleßheim bzw. am heutigen Liefering ins heutige Bayern führte. Bis in die Regierungszeit von Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau blieb sie auch die einzige Verkehrsader durch die Stadt und in Richtung Bayern.

Im 14. Jahrhundert bekam Salzburg das Stapelrecht. Die durchreisenden Kaufleute boten am Waagplatz 1 und in der Getreidegasse 18-22 wichtige Waren an. Gereinigt wurde die Getreidegasse im Mittelalter einmal wöchentlich durch das Aufstauen des Almkanals und anschließendem kurzzeitigen Fluten der Gasse, wodurch die Gasse ausgeschwemmt wurde.

Zu sehen sind auch heute noch zahlreiche Zunftzeichen, wenn auch schon gemischt mit "modernen Zunftzeichen" internationaler Boutiquen und Geschäftsketten.

Oberflächengestaltung im 21. Jahrhundert

Die Stadt Salzburg hatte 1975 einen Ideenwettbewerb zur Gestaltung der damals neuen Fußgängerzone gestartet. 40 Jahre später, 2015, wird die Getreidegasse nun tatsächlich gepflastert. Anlass zur Oberflächengestaltung gibt allerdings der 145 Jahre alte Kanal im Untergrund, der dringend erneuert werden muss. Die Getreidegasse wird vom Frühjahr 2015 weg bis zu den Festspielen im Sommer 2017 einer Komplettsanierung unterzogen. Im Untergrund werden sämtliche Leitungen – Fernwärme, Kanal und Wasser – erneuert. Außerdem hält neueste Kommunikationstechnik Einzug in die Salzburger Altstadt. Derzeit verlaufen die Kabel der Telekom von einem Dachboden zum nächsten. Künftig liegt eine Lichtwellenleitung unter der Getreidegasse.

Die Gestaltung gibt der Amtsbericht ganz exakt vor: Zum Einsatz kommen „Granitvollsteine mit mittelkörnigen Einschlüssen“, die Steine sind 24, 32 und 45 Zentimeter breit. Es werden höchstens 40 Meter am Stück aufgegraben, ein eineinhalb Meter breiter Durchgang wird immer offen bleiben.

In einer ersten Bauphase soll die Gasse vom Kranzlmarkt bis zum Haus Getreidegasse 16 in Angriff genommen werden, wo unterirdisch der Almkanal verläuft. Zunächst werden Abwasserkanal und Leitungen ausgetauscht, zur Festspielzeit von Mitte Juli bis Ende August 2015 ist eine Grabungssperre angeordnet. Der erste Bauabschnitt wird im Frühjahr 2016 gepflastert.

Die zweite Bauphase betrifft den unteren Bereich der Gasse bis zum Bürgerspitalplatz. Dort wird analog zur ersten Phase vorgegangen – das Ende der Arbeiten ist mit Festspielbeginn 2017 vorgesehen. Die Gesamtkosten für die Stadt belaufen sich auf 2,92 Millionen Euro.

Lage

Die Getreidegasse verläuft ungefähr parallel zur Salzach in zweiter Reihe vom Rathausplatz (Ecke Sigmund-Haffner-Gasse) bis zur Bürgerspitalgasse. Sowohl zur Griesgasse als auch zum Universitätsplatz hin prägen zahlreiche Innenhöfe und Durchhäuser das Bild der Altstadt. Die Getreidegasse ist knapp 500 Meter lang.

Persönlichkeiten

Ihre Bekanntheit hat die Getreidegasse vor allem Wolfgang Amadeus Mozart zu verdanken, der hier 1756 im Hagenauerhaus (Getreidegasse 9) zur Welt kam. Heute ist in seinem Geburtshaus ein Museum eingerichtet, das Touristen aus aller Welt anlockt. Neben der Kaufmannsfamilie Hagenauer prägte auch die Kaufmannsfamilie Scio die Getreidegasse.

Geschäfte

Als ehemalige Hauptverkehrsstraße - noch in den 1950er Jahren fuhr der Obus durch die schmale Gasse - war die Getreidegasse im 20. Jahrhundert immer von zahlreichen eingesessenen Firmen besiedelt. Große Modehäuser wie das Textilhaus Thalhammer oder Mühlberger, Schuhmode von Tagwerker oder Denkstein die traditionsreiche Drogerie der Familien Zezi - Arrigler und Julius Haagn im Zezihaus dem heutigen "Schöpshaus" oder die Eisenwarenhandlung Roitner prägten das Bild. Berühmt und beliebt waren die Produkte der Wiener Bäckerei gewesen. Man musste manchmal Geduld mitbringen, um an die begehrten Bäckereien, wie an Windräder, Nussschnecken oder Golatschen dieses Hauses in der Warteschlange zu gelangen. Heute sind von den Traditionsbetrieben nur noch wenige erhalten, unter ihnen die Biber Apotheke, das Spielwarengeschäft Neumüller oder die Spirituosenhandlung Sporer. Mitte der 1980er Jahre drängte mit McDonalds die erste internationale Kette in die Getreidegasse. Es folgten auch zwei Nordsee-Geschäfte.

Spätestens mit der Entstehung der Einkaufszentren am Stadtrand von Salzburg, wie dem Europark oder der Shopping City Alpenstraße, hat ein Wandel im Branchenmix der Getreidegasse eingesetzt. Einheimische Familienbetriebe wichen großen Markennamen. Wobei die kritische Anmerkung gestattet sei, dass internationale Marken in allen Großstädten der Welt anzutreffen sind und somit Salzburg austauschbar wird. Auch verliert die Getreidegasse mit der Internationalität wohl auch ihren besonderen Flair, der eben ihren Reiz ausgemacht hatte.

Caféhäuser

Sowohl in der Getreidegasse selbst als auch in angrenzenden Durchhäusern fanden und finden sich traditionsreiche Salzburger Caféhäuser:

Sonstiges

Doch nicht nur im Geburtshaus ist Wolfgang Amadeus präsent, sondern auch im Miracle-Wax-Museum (2004 - 2009, wieder geschlossen), in welchem nicht nur sein Leben, sondern auch sein Umfeld so authentisch wie möglich dargestellt wurde.

Ferner gibt es noch die Marionettenfrau. Die Dame mit den braunen Haaren und den blauen Augen steht seit mehr als 20 Jahren, je nach Wetterlage, in der Getreidegasse selbst oder am Rathausplatz (Stadt Salzburg), stets in ihrer Landestracht (Dirndl) gekleidet und verkauft Marionetten.

Desgleichen sind hier auch Patricio und Jeanette Vargas Arias, welche seit vielen Jahren gemeinsam an ihrem Schmuckstand - an der Ecke Getreidegasse/Hagenauerplatz (gegenüber von Mozarts Geburtshaus) arbeiten.

Siehe auch

Erreichbarkeit

Nächste Haltestelle

Bildergalerie

Allgemeine Bilder der Getreidegasse

Firmen- und andere Schilder

Gedenktafel und Stolpersteine

Weitere Bilder

 Getreidegasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Weblinks


Quellen