Geislinger GmbH

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Geislinger GmbH in Hallwang
Firmenansicht an der Hallwanger Landesstraße
Schwingungsdämpfer als Firmensymbol beim Hauptsitz der Firma Geislinger in Hallwang

Geislinger GmbH ist ein führendes Unternehmen auf dem Sektor der Herstellung von Drehschwingungsdämpfern und drehelastischen hochdämpfenden Kupplungen für Diesel- und Gasmotoren für Großanlagen und im Schiffsbau. Der Firmensitz befindet sich in der Flachgauer Gemeinde Hallwang.

Allgemeines

Geislinger hat sich zum Markt- und Innovationsführer in der Herstellung von Drehschwingungsdämpfern und drehelastischen hochdämpfenden Kupplungen für Diesel- und Gasmotoren etabliert. Auch bei der Entwicklung von Verlagerungskupplungen aus Stahl und Faserverbundwerkstoffen sowie Drehschwingungsüberwachungssystemen (Geislinger Monitoring) hat sich Geislinger den Ruf als führender Spezialist erworben.

Geislinger Produkte findet man in der Antriebstechnik sowie in Antrieben, bei denen es Drehschwingungen zuverlässig zu dämpfen gilt. Das Anwendungsgebiet erstreckt sich von großen Dieselmotoren über Kraftwerksanlagen, Schiffe, Zuge und Windturbinen bis hin zu großen Kolbenkompressoren, Muldenkippern und Baggern.

Geschichte

Diese Firma ist ein Familienbetrieb wurde in den 1960er-Jahren gegründet.

Mittlerweile hat die Firma fünf Standorte (davon drei im Ausland) und hat insgesamt ca. 650 Beschäftigte. Am Hauptsitz in Hallwang sind 120 Personen tätig. 98% der Produktion gehen nach Übersee. Der Firmenumsatz im Jahr 2012 belief sich bei 100 Mill. Euro. 10 % des Umsatzes werden für Forschung und Entwicklung aufgewendet.

Alpine Dämpfer auf den Weltmeeren

Von GERALD STOIBER, HALLWANG (SN 5.9.2013). Die scheibenförmigen Produkte des Salzburger Metallbauunternehmens Geislinger sind aus Stahl oder Verbundfasern und teilweise viele Tonnen schwer, trotzdem bleiben sie meist unsichtbar – sie erfüllen ihren Zweck in großen Motoren. Hauptsächlich in Schiffen, aber auch in dieselbetriebenen Lokomotiven sowie bei der Stromerzeugung in Gaskraftwerken. Geislinger erzeugt Schwingungsdämpfer und Kupplungen. Bei großen Dämpfern ist das Unternehmen klarer Weltmarktführer, bei Kupplungen Nummer drei. Der geschäftsführende Gesellschafter Cornelius Geislinger sagt es so: „Wir tummeln uns nicht auf der Straße.“ Höchstens bei großen Bergbaumaschinen oder Muldenkippern könnte es sein, dass Geislinger-Produkte in Fahrzeugen mit Rädern montiert seien. Ansonsten kommt kaum ein Ozeanriese ohne die Komponenten von Geislinger aus. Im Prinzip dienen sie dazu, die unregelmäßige Kraftübertragung bei einem Kolbenmotor – als Dämpfer – auszugleichen oder – als Kupplung – elastisch weiterzuleiten. Das Schwierige daran: ob die riesigen Bauteile – die größten haben bis zu zwölf Meter Durchmesser – auch funktionieren, sieht man erst an Ort und Stelle, das kann nicht im Geislinger-Werk überprüft werden. Wichtig sei eine „gute Vernetzung mit den Motorenkunden. Wir rechnen für sie und helfen bei der Messung und Auswertung“, betont Geislinger.

Auch Weltmarktführer können auf den Weltmeeren ganz schönen Schwankungen unterworfen sein. „Wir sind in einem sehr zyklischen Geschäft“, erklärt der 55-jährige Firmenchef, der mit seinem Bruder Matthias (52) das Unternehmen in dritter Generation leitet. Denn die Krise habe natürlich auch die Schifffahrt getroffen und die Investitionen in der Branche gebremst.

Ein Schiff sei – inklusive der Motoren – auf eine Verwendung über 20 bis 25 Jahre ausgelegt, erklärt Geislinger. Im Marinebereich macht Geislinger rund 60 Prozent des Geschäfts, rund 40 Prozent entfällt auf die stationäre Stromerzeugung. Windkraft sei ein Zukunftsthema. Derzeit gebe es in allen Bereichen aber eine Entwicklung hin zu Gasmotoren.

Der aktuelle Geschäftsbericht auf der Homepage zeigt ein Kontrastprogramm: der Geislinger-CEO beim Aufstieg durch Tiefschnee auf den 2686 Meter hohen Kreuzkogel in Sportgastein mit dem Snowboard am Rücken. Daneben steht: „Auch die beste Seilbahntechnologie bringt dich nicht dorthin. Die letzten Meter sind das, wofür du geboren bist: Die Weichen dafür zu stellen, ob etwas nur gut sein wird – oder perfekt.“ Das zeigt die Einstellung in der Chefetage. Cornelius Geislinger ist der Kaufmann, er ist als Wirtschaftsingenieur aber „zu drei Viertel Maschinenbauer“, wie er sagt. Sein Bruder Matthias ist der Techniker. Der Slogan der Firma lautet schlicht: „built to last“ – gebaut, um lange zu halten.

Das Unternehmen besteht seit 55 Jahren. Gegründet vom Großvater, baute Leonhard Geislinger das Unternehmen stark aus. Zunächst gab es nur die heutige Zentrale in Hallwang. Als Ende der Sechzigerjahre die Kapazitäten erweitert werden mussten, war guter Rat teuer. „In Salzburg war das damals nicht mög lich, es herrschte Vollbeschäftigung“, erzählt Cornelius Geislinger. Dazu komme, dass eine kleine Firma eben weniger attraktiv sei als ei ne große, die sich bei einer Expansion leichter tue. Geislinger wich 1967 nach Bad St. Leonhard im abgelegenen Kärntner Lavanttal aus. Dort wird seither produziert, in Hallwang wird entwickelt, kons truiert und montiert. Das klingt umständlicher, als es ist, denn der Vorteil des Standorts Hallwang ist laut Geislinger, dass er viel näher an den großen Häfen Rotterdam oder Hamburg liegt. Denn der Großteil der Geislinger-Ware geht Richtung Asien, wo fast 60 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet werden.

Insgesamt rund 650 Mitarbeiter beschäftigt Geislinger heute weltweit, davon 560 in Österreich. Der größte Standort ist nicht die Zentrale, deren Gebäude wellenförmig an die Landesstraße gesetzt ist, sondern die Produktion mit derzeit 430 Beschäftigten in Kärnten. Lehrwerkstätten gibt es an beiden Standorten, in Kärnten würden wegen des Facharbeitermangels zunehmend Frauen ausgebildet, sagt Geislinger.

Auslandstöchter bestehen seit 1999 in Battle Creek (Michigan) in den USA, seit zehn Jahren in Suzhou (China), wo seit 2004 auch produziert wird. Später kamen noch Vertriebsstandorte in Südkorea (in Busan, dem Schiffbauzentrum des Landes) und in Japan (Kobe) dazu. Heuer im Frühjahr wurde auch in diesen fernöstlichen Märkten eine Produktion begonnen. Die Herausforderung dabei seien die kulturellen Unterschiede, erklärt Geislinger. So sei es für einen Japaner eine schlimme Beleidigung, wenn man nicht wenigstens zehn Minuten vor einem Termin erscheine. „Die Europäer beschäftigen sich nicht mit Asien, die Asiaten beschäftigen sich aber viel mit Europa.“ Daher wünscht er sich Asienkenner als Mitarbeiter. Um in der Firma diese Unterschiede klarer zu machen, gibt es regelmäßig eine Mitarbeiterzeitung mit Preisausschreiben. „Wenn die Gewinner ihren Kollegen erzählen, was sie dort erlebt haben, glauben die ihnen. Wenn ich das als Chef erzähle, würde das immer mit einem Zweck verbunden.“

Derzeit laufe das Geschäft eher schleppend, sagt Cornelius Geislinger. Der Abbau von Überkapazitäten werde noch einige Jahre andauern. In der Krise 2009 brach das Geschäft um 40 Prozent ein, ein Jahr später war man bei rund 60 Mill. Euro, 2011/12 gab es einen neuen Umsatzrekord mit knapp 100 Millionen. Für das laufende Jahr (bis März 2014) werden 87 Mill. Euro Umsatz erwartet. Gewinne gibt Geislinger nicht bekannt. Der Firmenchef verweist auf eine „hohe Eigenkapitalquote“ sowie auf „sehr gute Ergebnisse in den letzten Jahren“. Und die nächste Generation im Haus? Cornelius Geislinger hat zwei Söhne, die um die 20 sind. Bei der Werkseröffnung heuer im Frühjahr in Südkorea waren beide dabei.

Adresse

  • Geislinger GmbH
  • Hallwanger Landesstraße 3
  • 5300 Hallwang
  • Telefon: 06 62 - 6 69 99 0
  • Fax: 06 62 - 6 69 99-40

Weblinks

Quelle

  • Homepage der Fa. Geislinger
  • Salzburger Nachrichten