Gasthof Hotel Doktorwirt

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Gasthof Hotel Doktorwirt in Salzburg
Gasthof Hotel Doktorwirt in Salzburg-Aigen, Südwestansicht
Karte

Das Frieseneggergut zu Aigen, der heutige Gasthof Hotel Doktorwirt, ist ein 4 Sterne Hotel mit 41 Zimmern in Salzburg im Stadteil Aigen am Naturpark Aigen gelegen, nur wenige Minuten von der Innenstadt von Salzburg entfernt.

Wo ist der Doktor vom Doktorwirt?

Wo ist der Doktor vom Doktorwirt?“ Diese Frage stellen die Gäste, die den zu Füßen des Gaisbergs gelegenen Aigner Hotel-Gasthof als Domizil gewählt haben, immer wieder. Aber die Antwort fällt überraschend aus: kein Mitglied der Familie Schnöll, die den Doktorwirt heute führt, hat einen akademischen Titel aufzuweisen. Doch diese Frage führt mitten hinein in die Geschichte des Anwesens. Eine Geschichte übrigens nicht nur über Salzburg und seine Umgebung, sondern auch über die vielfältigen Beziehungen der Salzburger zu den anderen Alpenländern, zu Bayern und der Schweiz.

Chronik

Wer von der Glaserstraße aus die Rezeption betritt, der steht im ältesten Teil des “Doktorwirts“: Ein Gebäude, das ca. um das Jahr 1000 erbaut wurde, zu einer Zeit also, in der Salzburg erst wenige Jahre Stadtrecht genoß. Was heute „Doktorwirt“ heißt, war einst ein Gutshof. 1412 gab es dann die erste urkundliche Erwähnung des Anwesens. 1451 übernahm es ein gewisser Leonhardt Frieseneckher als Besitzer, weshalb man heute noch vom „Frieseneggergut“ spricht.

Erst 1670 lässt sich ein wirklicher Doktor nachweisen und mit ihm Salzburger Persönlichkeiten: Dr. med. Franz Mayr kaufte das Gut. Seine Frau Maria Johanna kam aus der Familie des aus Oberitalien stammenden Santino Solari (* 1546, † 1646), der vom Salzburger Erzbischof Markus Sittikus zum Dombaumeister berufen wurde. Dr. Franz Mayr gab dem Anwesen den Namen „Doktorwirt“.

Die folgenden Jahrhunderte waren von Verkäufen von Familie zu Familie geprägt: 1789 erwarb Hannes Sienlechner das Gut. 1802 erscheinen „Rup Eisl et uxor (= Rup Eisl und Ehefrau) Schörzhoferi“ als Eigentümer, die den Besitz an ihre Kinder vererbten.

Die bis zu den heutigen Besitzern reichende jüngere Geschichte begann am 3. Dezember 1888. An diesem Tag ging das Frieseneggergut an Anna Latz. Auch bei der nächsten Änderung der Eigentumsverhältnisse am 20. April 1892 wurde eine Frau Besitzerin des Anwesens: Elisabeth Schnöll, geborene Latz. Seit damals gehört der "Doktorwirt" der Familie Schnöll.

Einer der Ahnen der Familie Latz war Gastwirt und Händler mit geradezu internationalen Verbindungen: Georg Latz war zur Zeit Napoleons III. in Frankreich Viehhändler gewesen. Im bayerischen, der österreichischen Grenze nahegelegenen Tyrlaching, bewirtschaftete er einen Hof. Er muss aber bei seinen vielfältigen Handelsunternehmungen ein abenteuerliches Leben geführt haben. Noch heute wird in der Familie die Geschichte erzählt, wie er in Berchtesgaden unter die Haberer (wildes Brauchtum im Bayrisch-Salzburgischen Raum) geriet und sich mit dem Spruch „Hier Teifi mei sackra, da hob i mi gfoachten!“ an diese Zeit erinnerte (ins Hochdeutsche übersetzt heißt das etwa: „Du meine Güte, da habe ich aber Angst gehabt!“).

Georg Latz verschuldete sich, als ihn seine französischen Handelspartner entweder gar nicht oder nur mit großer Verzögerung bezahlten. Er verkaufte, was er noch besaß und zog ins oberösterreichische Überackern, wo er ein kleines Gut erwarb. Doch auch hier hielt es ihn nicht lange und schließlich kam er in die Salzburger Gegend. Nahe der Stadt, in Aigen, fand er schließlich im "Dokorwirt" einen Hof, der ihm gefiel.

Der "Doktorwirt" entwickelt sich bald einem der bekanntesten Bierausschanke der Gegend. Das Frieseneggergut wurde zu einem Treffpunkt. Hier saß man nicht nur beim Kartenspielen beisammen und feierte die Familienfeste, im Hof des Frieseneggergutes wurde auch traditionell der Maibaum aufgestellt - und das, obwohl der Hof ein gutes Stück von der Aigner Kirche entfernt liegt!

Georg Latz hatte mit seiner Frau Anna drei Kinder: einen jüngeren Georg, außerdem Christoph und Elisabeth. Der jüngere Georg sollte den Hof übernehmen, doch die Familiengeschichte charakterisiert ihn als Tunichtgut. Er verschwand eines Tages und soll nach Amerika ausgewandert sein. Einer schaurigen Anekdote zufolge könnte er aber auch ein schlimmes Schicksal erlitten haben: Damals wurde ein Metzger bekannt, der Menschenfleisch verarbeitete. Und sofort waren Gerüchte im Umlauf: Könnte Georg Latz eines seiner Opfer gewesen sein?

Sicher ist: Das Verschwinden seines ältesten Sohnes war für Georg Latz und seine Frau ein schwerer Schicksalsschlag. Ein weiterer sollte folgen: Der zweite Sohn Christoph wurde von einer austretenden Kuh erschlagen. Nun übernahm Elisabeth Latz den Hof. Als sie Josef Schnöll 13. Februar 1893 heiratete, ging das Gut in den Besitz der Familie Schnöll über.

Der Name Schnöll soll aus dem Keltischen kommen. Die Vorfahren waren Salzgräber in den Minen von Hallein gewesen und hatten sich später am Wimberg als Bauern niedergelassen. „Urahne“ war Peter Schnöll. Sein Sohn Josef war eines von acht Kindern. Für alle war am heimatlichen Hof kein Auskommen. Er verließ seine Familie, kam nach Aigen, arbeitete als Kutscher im Salzburger Fuhrunternehmen Angelberger und nutzte alle Aufstiegschancen, die sich ihm boten. Bald war er (Meier) Verwalter des Taxachergutes. Und er verliebte sich in seine junge Nachbarin Elisabeth Latz.

Josef und Elisabeth hatten drei Söhne: Josef, Karl und Fritz. Wie in der Generation zuvor war der älteste nicht besonders stark am Arbeiten interessiert. Er heiratete, zog in das Haus seiner Frau und war im Übrigen auch dem Alkohol zugetan. So erhielt Karl I., geb. am 21. September 1896 den Hof. Vorher hatte er den Beruf des Zimmermanns erlernt und obwohl er von seiner Arbeit kaum leben konnte, verlobte er sich mit Rosalia Haslauer. geb. am 19. April 1898, die vom Zandgut, einem damals sehr angesehenen Anwesen am Gaisberg - stammte.

Die beiden hatten eine uneheliche Tochter, die jedoch mit drei Jahren an Diphterie starb. 1927 kam das zweite Kind zu Welt. Es war wieder eine Tochter, die auch Elisabeth hieß - die heutige Tante Lisi. Das dritte Kind war ein Junge, Karl II., der heutige Chef des Doktorwirt, der in den 1950er Jahren zunächst Heizungsinstallateur wurde und ursprünglich den Plan hatte, nach Kanada auszuwandern. Seiner Meinung nach konnte gut die Schwester den Hof übernehmen, in dem ja schon immer die Frauen die guten Seelen des Hauses gewesen waren. Seine Mutter, Großmutter Elisabeth, hatte bis zuletzt im "Doktorwirt" „ihren Mann gestanden“. Noch am Vorabend ihres Todes hatte sie ihr gewohntes Pfeifchen geraucht und souverän ihre Anweisungen gegeben. Dann war sie schlafen gegangen und nicht mehr aufgewacht.

Doch der alte Karl Schnöll hatte andere Pläne. Er stellte seinen Sohn vor die Wahl: Entweder er übernimmt das Gut, oder er verkauft alles. Karl II. blieb. Mehrere Phasen des Ausbaus haben den "Doktorwirt" zu dem gemacht, was er heute ist: Ein Hotel-Restaurant, in dem sich ländliches Flair mit der typischen Salzburger Lebenskultur mischen.

Karl Schnöll fand seine große Liebe in einem österreichischen Nachbarland, in der Schweiz. 1964 heiratete er Anna Louisa (Annelies) Durrer, die heutige Chefin. Ihre Großmutter von Flüh war ein direkter Nachkomme des Heiligen Nikolaus von Flüh (* 1417, † 1487), der seine Frau und zehn Kinder verließ, um Einsiedler zu werden und später heilig gesprochen wurde.

Seit 1. Jänner 2001 ist Karl III Chef des Hauses.

Restaurant - Räumlichkeiten

Restaurantkapazität

  • "a la carte" Restaurant bis 80 Personen
  • Bürgerstüberl bis 30 Personen
  • Frieseneggerstüberl bis 35 Personen
  • Gaisbergstüberl bis 18 Personen
  • Gastgarten bis 70 Personen
  • Terrasse bis 30 Personen
  • Bar und Wintergarten
  • Für Familien- oder Geschäftsessen, Hochzeits-, Tauf- oder Geburtstagsfeiern

Menüpreise Stand 2009

  • Gedeckpreis am Abend Euro 1,60
  • neben a la carte auch tägliches 3 gängiges Mittagmenü Euro 12,50
  • täglich ein Abendmenü 4 Gänge Euro 28,--
  • täglich ein Abendmenü 5 Gänge Euro 35,--

Freizeit

Hallenbad, Massagen, Dampbad, Sauna, Solarium, großer Garten mit Schwimmbad, Tischtennis, Fahrräder,

Tagungen - Seminare

  • drei Seminarräume mit technischer Ausstattung
  • bis zu 50 Personen (bis 120 m²)
  • Visualisierungs-Funktionswand mit höhenverstellbarer und neigbarer Projektionsfläche
  • Magnettafel und Pinwände mit Papier
  • Flipchart und Block
  • Overheadprojektor (Folienrolle + Einzelfolien )
  • Diaprojektor (Stangenmagazin)
  • Zusätzliche Leinwand 180x180 cm, inkl.Stativ
  • Farb-TV, Kassettenrecorder/CD-Player
  • VHS-Videorecorder, Videokammera mit Stativ
  • zentrale Steuereinheit (Licht,Verdunkelung)
  • weitere Technik wird angemietet.

Mitgliedschaft

Mitglied von Meeting&Mozart, Round Table Hotels, BÖG Bund Österreichischer Gastlichkeit, ÖHV Österreichische Hotelvereinigung, SEH.

Adresse

Gasthof-Hotel Doktorwirt, Schnöll GmbH & CoKG
Glaserstraße 9
5026 Salzburg
Telefon: 06 62 - 62 29 73
Telefax: 06 62 - 62 29 73-25
E-mail: schnoell@doktorwirt.at

Weblinks

Quelle

  • Carolin Schnöll - Gasthof Hotel Doktorwirt