Festung Hohensalzburg

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Luftaufnahme von der Festung Hohensalzburg
die Festung bei Nacht
Die Festung vom Kapitelplatz aus
Die Festung Hohensalzburg aus allen Himmelsrichtungen, beginnend aus nördlicher Sicht, in diesem Fall vom Kapuzinerberg
Die Festung vom Kapuzinerberg oberhalb vom Äußeren Stein, aus nordöstlicher Sicht gesehen
Die Festung Hohensalzburg und im Hintergrund der Untersberg
winterliche Festung vom Kapuzinerberg aus östlicher Richtung gesehen
die Festung im Nebel
die Festung vom Bürglstein, aus südöstlicher Richtung gesehen
Hohensalzburg, Ansicht von Parsch aus
Die Festung, wie sie sich nach Süden präsentiert
Die Festung von Schloss Leopoldskron aus südwestlicher Richtung gesehen
Blick im Festungshof von Osten nach Westen
vorne der Kuchlturm, dahinter Scheibelter Turm und Hasenturm
die Goldene Stube
Blick auf den östlichen Teil des Festungshofes
die lange Rosspforte vor dem Festungshof (beim Fußweg auf die Festung)
die Georgskirche innen

Die Festung Hohensalzburg ist das Wahrzeichen der Stadt Salzburg und befindet sich oberhalb der Altstadt am Festungsberg.

Allgemeines

Die über 900 Jahre alte Festung ist Europas größte Burganlage aus dem 11. Jahrhundert und eine der besterhaltenen Burganlagen Europas. Der Bau der Festung begann während des Investiturstreits zwischen dem deutschen Kaiser Heinrich IV. und Papst Gregor im Jahr 1077 von Erzbischof Gebhard mit dem Zweck, Fürsterzbistum und Bevölkerung zu schützen. Der Erzbischof war aber folgerichtig gleichzeitig auch dem Papst verpflichtet. Damals war Salzburg noch ein Teil von Bayern (bis um 1330/50) und auch Teil des römisch-deutschen Reiches (bis 1803).

Die Burg ist nicht nur wegen ihrer spannenden Geschichte einen Besuch mit Führung wert: auch der Blick über Stadt und Land Salzburg machen die Festung Hohensalzburg zu einem beliebten Ausflugsziel. Der Reißzug ist heute die älteste betriebene Standseilbahn der Welt, der Salzburger Stier das älteste betriebene (Orgel-)Hornwerk[1] weltweit.

Die Festung wird alljährlich von rund 900 000 Personen besichtigt (2010: 907 333). An Spitzentagen im August kommen bis zu 7 000 Personen auf die Festung, womit auch die Kapazitätsgrenze erreicht wird. Mit 996.000 Besuchern hat die Festung Hohensalzburg im Jahr 2012 das beste Ergebnis aller Zeiten verzeichnet.

Lage

Die Festung befindet sich am Festungsberg südwestlich der Salzburger Altstadt auf 540 m ü. A.. Man erreicht sie zu Fuß von der Altstadt aus entweder über die Festungsgasse oder von der Kaigasse über den Hohen Weg, von der Riedenburg über die Reichenhaller Straße (Nähe Sigmundstor), von Mülln und die Müllner Schanze und das Plateau des Mönchsbergs, vom Stadtteil Nonntal entweder von der Brunnhausgasse über den Hans-Sedlmayr-Weg und über das Bürgermeisterloch oder über das Erhardgässchen bzw. die Nonnberggasse vorbei am Benediktinenstift Nonnberg und über den Hohen Weg. Von der Altstadt können Besucher auch vom Kapitelplatz aus die Festungsbahn benützen, die im Zehn-Minuten-Takt verkehrt.

Geschichte

Hohensalzburg ist nicht identisch mit der Salzpurch, dem Castrum superius, das Herzog Theodo II. von Bayern Rupert von Worms geschenkt hat. Diese Salzpurch befand sich auf dem Nonnberg, sie bezog mit ihren Außenanlagen aber die Kuppe des Festungsberges mit ein. Die erste Nachricht von einer Burg auf dem Festungsberg findet sich erst aus der Zeit von Erzbischof Gebhard. Da Erzbischof Gebhard 1085 ins Exil gezwungen wurde, konnte sein Burgvorhaben erst von seinen Nachfolgern fertig gestellt werden.

Schon damals bestand Hohensalzburg aus einem romanischen, gemauerten Palas, dem Wohnturm, einer Kapelle und einem Nebengebäude. Wesentlich ausgebaut wurde die Burg unter Fürsterzbischof Burkhard II. von Weißpriach (1461 - 1466), der zur Verstärkung der Ringmauer vier Rundtürme - Glockenturm, Trompeterturm, Krautturm und den Schmiedturm - errichtete. Sein Nachfolger, Fürsterzbischof Bernhard von Rohr (1466 - 1482), baute zum Schutz vor verschiedenen Feinden oder aufständischen Salzburgern an der Südseite der Burg eine Bastei, erhöhte die Ringmauer und sicherte den östlichen Aufgang zum Nonnberg durch eine drei Meter dicke Mauer. Johann III. Beckenschlager, Fürsterzbischof von 1482 bis 1489, erweiterte die Festung um zwei Gebäude: das erste Zeughaus und den Schüttkasten.

Leonhard von Keutschach (1495 - 1519) baute die Festung weiter zum prunkvollen Herrschersitz aus. So fügte der geistliche Regent dem Hohen Stock weitere Etagen hinzu, legt eine neue Zisterne an und erhöhte die bereits bestehenden Türme. Überdies "schenkte" er den Salzburgern die Orgel im Krautturm, den Salzburger Stier, legte den Reißzug als Transportanlage für die Festung an und ließ Kuchlturm und Bäckerei bauen.

Da das Geld für den Ausbau der Festung zum Teil aus dem Bergbau der Hohen Tauern stammte, regte sich von Seiten der organisierten Bergknappen Widerstand gegen die Salzburger Erzbischöfe. Infolgedessen belagerten Bauern und Bergknappen im Jahre 1525 den Salzburger Landesfürsten Matthäus Lang von Wellenburg 14 Wochen lang in seiner Burg. Jedoch ohne Erfolg - die Festung Hohensalzburg blieb uneinnehmbar.

Der nächste Landesfürst, Wolf Dietrich von Raitenau (1587 - 1612), forcierte während seiner Regentschaft die Bautätigkeit in der Stadt Salzburg stärker als die auf der Burg. Er wurde später von seinem Nachfolger Markus Sittikus von Hohenems (1612 - 1653) bis zu seinem Tod auf der Festung gefangen gehalten.

Fürsterzbischof Paris Graf Lodron (1619 - 1653) ließ Salzburg im Barock mittels großer Wehrbauten schützen und schloss auch die Festung Hohensalzburg in seinen Verteidigungsring mit ein. Unter ihm wurde die mittelalterliche Burg zur neuzeitlichen Festung so umgebaut, dass sie der stärkere gewordenen Artillerie standhalten konnte und innerhalb der Bastionen keine schusstoten Winkel mehr vorhanden waren.

Aus Furcht vor einer Türkenbelagerung errichtete Fürsterzbischof Max Gandolf von Kuenburg (1668 - 1687) im 17. Jahrhundert die Feuerbastei an der Nordseite.

Als das Land Salzburg 1816 zu k.k. Österreich kam wurde die Festung vor allem als Kaserne genutzt. 1861 hob Kaiser Franz Joseph I. Hohensalzburg als Festung auf, sie war in der Folge aber weiter als Kaserne genutzt. Sie blieb auch im Besitz des kaiserlichen Ärars[2] - ganz im Gegensatz zu anderen Stadtbefestigungsanlagen, die er damals der Stadt Salzburg schenkte.

Dieser Umstand war dann später die Voraussetzung für den beginnenden Fremdenverkehr, weshalb 1892 mit dem Bau der Festungsbahn begonnen wurde.

Die Türme der Festung

Von der Stadt aus gesehen

  • Reckturm: (von mittelhochdeutsch "recke" = Verbannter, Flüchtling, vgl. "Rächen", andere Quellen[3] erklären das Wort von "recken" = strecken)
  • Bleitürmchen: ein ganz kleines Türmchen zwischen Reck- und Glockenturm
  • Glockenturm: jeden Freitag um 11 Uhr läutet noch heute die Glocke, früher warnte sie die Bewohner der Stadt bei Feuersgefahr
  • Trompeterturm: hier war ein Wächter, der die Stadt beobachtete und bei Notfällen Alarm gab; später wurde das Trompetensignal durch das Abgeben eines Schusses aus einer Kanone abgelöst;
  • Bürgermeisterturm, an den das Schlangengang anschließt, der nach Artillerie-Geschützen, den Feldschlangen (kleineren "wendigen" Kanonen) benannt ist

Im Inneren Teil der Burg

  • Kuchlturm im Schlossgraben: von Leonhard von Keutschach erbaut; der Name "Arrestanten-" oder "Krankenturm" ist viel jünger

Im Hohen Stock

Hauptartikel: Hoher Stock
  • Zwei Feuertürme auf der Süd- und der Ostseite des inneren Schlosses

von Nonntal aus gesehen

Die Basteien

Reste einer alten Bastei, nach 1550 erbaut, befinden sich vor dem Keutschachbogen.

Tore der Festung

  • erster Sperrbogen und (Inneres bzw Äußeres) Schartentor, zusammen mit der "Katze" von Paris Graf Lodron erbaut
  • zweiter Sperrbogen, der 'Keutschachbogen
  • dritter Sperrbogen, neben dem Bürgermeisterturm
  • Die Rosspforte, die in den Großen Burghof führt, deren oberer Teil Schleuderpforte genannt wird
  • Die Höllenpforte - ein Stiegenaufgang in den Großen Burghof
  • Fünf [[Reißzug-Pforten, dessen oberste Pforte früher ein richtiger Turm mit dem Namen "Reiseturm" war

Museen in der Festung

Weitere Gebäüde

2011

Die Festung Hohensalzburg ist als Standort für das The-Sound-of-Music-Museum im Gespräch. Kritik regte sich bei diesem Vorschlag, den der für Kultur zuständige LH-Stv. David Brenner (SPÖ) 2010 präsentierte. Er schlug vor, ein bis zu 500 Quadratmeter großes Ausstellungsareal im sogenannten Speisehaus auf der Festung Hohensalzburg einzurichten. Kritiker hielten fest, dass einerseits ein zusätzlicher Eintritt für die Festung zu bezahlen gewesen wäre, andererseits meinten Fachleute, dass ein Gros der amerikanischen Touristen ein straff gehaltenes Besichtigungsprogramm für Salzburg habe und daher wohl kaum Zeit für Auffahrt auf die Festung und deren Besichtigung bliebe. Untermauert wurden diese Kritiken durch eine Umfrage unter 560 Personen, die 2010 an der Kasse umdrehten. Der Eintrittspreis von 10,50 Euro pro Person, der zwar alle in der Festung möglichen Besichtigungen inkludiert, sei für viele zu teuer. Auch sei die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 145 Minuten auf 120 Minuten gesunken.

Brandschutz

Hauptartikel: Brandschutz auf der Festung Hohensalzburg

Das bislang letzte Feuer auf der Festung gab es 1849. Damals brannte ein Holzlager, jedoch konnte das Feuer rasch gelöscht werden. Wie sieht es im 21. Jahrhundert aus?

Literatur

Bildergalerie

Quellen

Fußnoten

  1. siehe Wikipedia Hornwerk
  2. siehe Wikipedia Ärar

Weblinks