Einstreu

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Marterl für einen jungen Mann, der beim Streuziehen mit dem Ziachschlitten tödlich verunglückte

Unter Einstreu versteht man jene Materialien, die dem Nutzvieh auf dem Stallboden als Unterlage eingestreut werden.

Streumaterialien

Gegenwart

In der modernen Landwirtschaft verwendet man als Einstreu für Nutztiere wie Haflinger Pferd, Noriker Pferd, Pinzgauer Rind, Hausschwein, Hausziege und Hausschaf vor allem Getreidestroh, das in Ballen gepresst gekauft wird. Daneben kommen andere Produkte wie Sägespäne, Heu von Streuwiesen oder Sand zum Einsatz.

Geschichte

Vor der Verwendung von industriell hergestellten mineralischen Düngemitteln kam der Einstreu, die gekoppelt mit Urin und Kot der Tiere zum Mist wurde, eine entscheidende Rolle als Düngemittel zu. Mist wird auch heute noch im biologischen Landbau eingesetzt und auf den Bergwiesen im Bundesland Salzburg, oft unter schwierigen und manchmal auch gefährlichen Bedingungen als Dünger aufgebracht.

Früher benötigte man Getreidestroh beispielsweise als Bettstroh für die Strohsäcke und hätte Stroh aus der hofeigenen Getreideernte, die ja nur dem Eigenbedarf diente, als Stalleinstreu nicht ausgereicht. Neben Stroh verwendete man in den Gebirgsbezirken daher auch Heuabfälle, Laub, Farnkraut und Taxach (Fichtenzweige). Farnkraut und Taxach wurden in rindenbedeckten Haufen gelagert und bei Bedarf im Winter mit Ziachschlitten zum Bauernhof transportiert. Das Laub wurde nach dem Zusammenrechen mit dem Laubkorb, ein großer Buckelkorb, heimgetragen.

Transport

Wie für den Holz- und Heutransport benutzte man im Winter auch zum Streuziehen sog. Ziachschlitten. Heute werden Ziachschlittenrennen als sportlicher Bewerb und als Touristenattraktion veranstaltet, beispielsweise vom Jufen nach Maria Alm. Früher war die Handhabung solcher Schlitten mit oft schwerer Beladung ein ernstes und oft gefährliches Unterfangen, bei dem manchmal noch sehr junge Menschen verletzt wurden oder zu Tode kamen.

Quellen