Doris Kiefel

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Doris Kiefel
Doris Kiefel (* 23. Juli 1952 in Salzburg) war Steuerberaterin und betreut heute das Hilfsprojekt Salzburger Tafel.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Nach der Handelsakademie wurde sie Steuerberaterin, war zuletzt selbstständig. Dann gründete sie mit ihrem Mann Reinhard eine Familie. Heute hat sie vier erwachsene Kinder. Jetzt studiert Kiefel Philosophie und Rhetorik. Einen tieferen Sinn in ihrem Leben hofft sie in ehrenamtlichen Projekten wie der Salzburger Tafel zu finden.

Vorgestellt

So wie Doris Kiefel die Sache erklärt, hört sich das alles ganz selbstverständlich an. Was sie tut, scheint nur logisch und konsequent. So als ob es für eine Salzburger Mutter und Hausfrau fast unausweichlich sei, eine Hilfsorganisation mit bald dutzenden Mitarbeitern aufzubauen – ehrenamtlich und in der Freizeit, versteht sich.

Darin ist die Salzburgerin eine Ausnahme. Nicht in dem was sie denkt, sondern in dem, was sie tut. Denn das Gefühl, dass man mit den eigenen Talenten etwas Sinnvolles anfangen sollte, haben viele. Auch, dass es Freude macht, anderen zu helfen, ist nicht Kiefels Entdeckung. Und der Stehsatz, dass Geld allein nicht glücklich macht, hat es sogar zum Sprichwort gebracht.

Was Doris Kiefel aber von vielen tausend anderen Menschen in diesem Land unterscheidet: Sie hat ihre Gedanken in Taten umgesetzt, und die Auswirkungen werden schon bald ganz konkret zu spüren sein. Ihr Projekt heißt Salzburger Tafel. Das Vorhaben: Essen, das in Supermärkten und in der Industrie übrig bleibt, soll abgeholt und Hilfsorganisationen geschenkt werden.

Es geht um viel: Etwa 870 Tonnen Essen werden jedes Jahr allein in der Entsorgungsanlage Siggerwiesen vernichtet. Kiefel suchte Freiwillige um die "unhaltbare Situation" zu ändern.

Ein Bericht in den Salzburger Nachrichten habe einen Durchbruch gebracht, sagt sie. "50 hochinteressierte Männer und Frauen haben sich gemeldet. Jede Hilfe ist willkommen. Ein Kernteam aus sechs Leuten habe ich bereits versammeln können."

Kontakt mit Firmen herstellen, einen Laster besorgen, sich um einen Stellplatz kümmern, Veranstaltungen organisieren, Werbung machen – das alles kostet Zeit, unglaublich viel Zeit. "Ich habe nur Glück, dass ich nicht zu viel Schlaf brauche", sagt die 55-Jährige, und wirkt dabei doch etwas müde. Was sie tut, tut sie nicht für sich – und irgendwie doch. Denn ihr Leben bekomme dadurch, dass sie Nützliches tue, einen tieferen Sinn, sagt sie nachdenklich.

Schon ihre Großmutter, dann ihre Mutter, haben Doris Kiefel das Christentum gelehrt, und das, was es im echten Leben bedeutet. Dass man gibt, auch wenn man selbst nicht genug hat, und dass man seine Talente für andere einzusetzen hat. Die Ethik, von der die Professoren bei ihrem Philosophiestudium vortragen, kommt zwar manchmal ohne Gott aus, sagt jedoch exakt dasselbe.

"Ich kann gut organisieren, ich habe keine Angst vor der Verantwortung, ich habe die Zeit. Also tue ich es", sagt Kiefel. "Aber ohne meinen Mann und meine Kindern ginge es so nicht Sie unterstützen mich, wollen auch mitmachen. Und: Sie verzeihen mir, auch wenn der Kühlschrank in letzter Zeit nicht ganz so gut angefüllt ist wie sonst immer."

O-Ton

Quelle

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