Barmsteine

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Barmsteine, Ansicht vom Dürrnberg aus
einer der beiden Barmsteine
Blick vom Großen Barmstein nach Hallein, Foto von Franz Kaltenleitner
Die Barmsteine im spätsommerlichen Licht
Blick von Bad Dürrnberg ins Salzachtal nach Salzburg, links die Barmsteine oberhalb vom Hofbräu Kaltenhausen
im Vordergrund die Barmsteine bei Kaltenhausen, Hallein, im Hintergrund der Hohe Göll, dazwischen gut erkennbar der Zinkenkogel

Die Barmsteine (mundartlich Boamstoana) sind zwei Felstürme mit 841 und 851 m ü. A.[1] im bayerisch-salzburgischen Grenzland.

Allgemeines

Sie erheben sich nördlich von Hallein, oberhalb der Brauerei Kaltenhausen und gehören großteils bereits zum Landkreis Berchtesgaden (Gemeinde Marktschellenberg). Der Tennengauer Anteil beschränkt sich auf die der Stadt Hallein zugewandte Seite des Kleinen Barmsteins. Über die Gratschneide des Barmsteins verläuft die österreichisch-deutsche Staatsgrenze. Die größere der beiden Felspyramiden liegt bereits zur Gänze auf deutschem Staatsgebiet.

Der Kleine Barmstein ist durch die 1885 errichtete Steiganlage etwas leichter zu besteigen als der Große Barmstein. Eine Besteigung des Kleinen Barmsteins von Marktschellenberg aus ist mit etwa 3,5 Stunden und 480 Höhenmetern zu veranschlagen. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit vorausgesetzt und bei Nässe nicht zu empfehlen[2].

Wie sie zu ihren Namen kamen

Neben einer Sage dürfte der Name vom kelto-romanischen barme (der Fels) stammen oder vom germanischen Personennamen Babo (Fels des Babo).

Eine tief eingeschnittene Rinne trennt die beiden Erhebungen. Sie soll ein Werk des Teufels sein, wie eine Sage berichtet:

Einmal lag der böse Feind querüber auf der Bergeshöhe, die damals noch nicht gespalten war, und ließ sich die Sonne auf den Pelz brennen. Behaglich blinzelte er von seiner Aussichtswarte das schöne Salzachtal auf und nieder und sann dabei eifrig nach, wie er den Menschen da unten Übles antun könne.

Plötzlich aber verfinsterte sich sein Gesicht, und er stieß einen greulichen Fluch aus.

In der Tiefe zog nämlich gerade eine Prozession gegen Oberalm zu. Wenn sich der Wind drehte, konnte der Teufel auf seiner Höhe ganz deutlich die Litanei des "Betwurmes", wie der Gottseibeiuns die fromme Schar verächtlich zu nennen pflegte, vernehmen.

Als dazu aber auch noch Weihrauchgeruch heraufgezogen kam - so ungefähr das Schlimmste, was einem Teufel passieren kann -, da erfasste ihn ein gewaltiger Zorn.

Finstere Wolken zogen auf, und dazu ward ein Geheul, Gewinsel und Gekratze hörbar, dass es einem grausen konnte. Es war der Teufel bei seiner Arbeit. In seiner Wut hatte er nämlich an der Wand so zu scharren und zu wühlen begonnen, daß die Felstrümmer hinunterpolterten bis zur Salzach. So lange grub er sich in die Tiefe, bis die heutige tiefe Kluft entstanden war, die die beiden Gipfel trennt.

Seit dieser Zeit ist es im finsteren Wald unter den Barmsteinen nicht mehr geheuer. Noch immer stürzen dann und wann Felstrümmer in die Tiefe, und alte Leute sagten früher, das sei der Teufel, der mit seinem Werk noch immer nicht ganz zufrieden sei.

Erwähnenswert

In Stollen in den Barmsteinen produzierten während des Zweiten Weltkriegs die Grill-Werke. Auch die Brauerei Kaltenhausen nutzte alte Stollen zur Lagerung von Bier.

Auf der Kaltenhausen zugewandten Felswand des Kleinen Barmsteines wurde von NS-Aktivisten aus Bayern vor dem Anschluss an Deutschland ein großes Hakenkreuz aufgemalt. Es war von Kaltenhausen aus deutlich sichtbar. Es war auch die Absicht, dieses Symbol des Dritten Reiches in das damals noch freie Österreich prangen zu lassen. Im Lauf der Jahre ist die Aufschrift verwittert und ist noch kaum wahrnehmbar.

Maibaum

Auf dem Großen Barmstein befindet sich ein Maibaum, der alljährlich neu geschmückt wird. Mit dem Zwölfuhrläuten steht er dann aufs Neue und die Maibaumaufsteller kehren beim Köpplbauern zu einem Umtrunk ein. Dazu spendiert das Hofbräu Kaltenhausen einen "Freitrunk". Dieser Brauch geht auf ein altes Privileg zurück, das auf die Kurfürstin Marie Leopoldine von Österreich-Este zurückreicht, die 1815 die Brauerei gekauft hatte.

Geologie

Bei den Barmsteinen tritt ein ungewöhnliches Phänomen auf, das die Errichtung des Hofbräus Kaltenhausen erheblich erleichterte. Nämlich das Anlegen eines natürlichen Bierkellers. Dazu in der Chronik der Brauerei: ...Durch den Schutt des Steilhanges strömte von den Barmsteinen unterirdisch kalte Luft zum Bergfuß herab und trat an manchen Stellen als kalter Wind aus dem Boden. Diese Windröhren, die oft auch als Wind- oder Wetterlöcher bezeichnet werden, bewirkten auch, dass sich am Bergfuß mitten im Sommer Nebel bildeten und das Erdreich bereits in geringer Tiefe gefroren war, weshalb an diesem Platz natürliche Eiskeller zur Lagerung des leicht verderblichen Bieres gebaut werden konnten. Der Name Kaltenhausen wird von diesen Kellern abgeleitet...

Quellen und Fußnoten

  1. hier gibt es divergierende Angaben: 835 - 835 m oder 853 für den höheren
  2. Quelle Salzburger Nachrichten 14. Mai 2010 Wandertipp von Wolfgang Tonis

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