Bürger der Stadt Salzburg

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Bürger der Stadt Salzburg war man früher nicht automatisch.

Geschichte

Ein erster Hinweis auf Bürger der Stadt Salzburg findet sich auf einer Urkunde aus dem Jahr 1249: Siegel der Salzburger Bürger heißt es darauf auf der Umschrift. Ein schriftliches Stadtrecht folgte aber erst 1287. Bereits im 12. Jahrhundert erscheinen Bürger auf Urkunden unter den Bezeichnungen cives, burgenses oder urbani.

Zunächst waren alle, die in einer Stadt wohnten, Hörige des Stadtherrn (Stadtluft macht eigen). Wann genau dann freie Bürger entstanden, kann man heute nicht mehr feststellen. Jedenfalls reichte die Leibeigenschaft unter den Salzburger Erzbischöfen bis ins Spätmittelalter.

Wer wurde und wie wurde man Bürger der Stadt Salzburg

Bürger konnte im Spätmittelalter nur jener werden, der vom Bürgermeister der Stadt Salzburg und dem Stadtrat das Bürgerrecht verliehen bekam. Bis dahin war Bürger nur jener, der das Burgrecht besessen hatte. Aus der Entstehung einer Kaufmannssiedlung an der Porta (vor dem Haupttor der Bischofsburg in Salzburg im Gebiet des heutigen Waagplatzes) bildete sich eine Gilde, aus der heraus sich die ersten Bürger entwickelten. Für die Verleihung musste aber der angehende Bürger eine eheliche Geburt und die Freieigenheit nachweisen. Dies war im Spätmittelalter aber eine komplizierte Angelegenheit. Kundschaftsbriefe aus der Heimat der Bewerber mussten herbei gebracht werden. Oder man fand Zeugen.

Dann musste er eine Taxe bezahlen. Die Höhe wurde nach Gutdünken vom Stadtrat festgesetzt. Es konnten auch Taxbefreiungen ausgesprochen werden, was in der Stadt Salzburg auch sehr häufig der Fall war.

Um die Bürger politisch möglichst ruhig zu stellen, gab ihnen der Erzbischof die Möglichkeit, karitativ tätig zu werden. Es entstand die Bürgerzeche.

Pflichten der Bürger der Stadt Salzburg

  • Verpflichtung zur Verteidigung der Stadt
  • sie mussten mit Harnisch und Wehr ausgerüstet sein
  • die Bewaffneten mussten zweimal jährlich zur Musterung erscheinen
  • sie waren zur Armenpflege verpflichtet
  • sie mussten als Gerichtsbeisitzer tätig sein
  • sie sollten ein bürgerliches Gewerbe ausüben

Glaubensvoraussetzungen

Der katholische Glaube war Voraussetzung. Nach Aufkommen des Protestantismus führte Erzbischof Leopold Anton Freiherr von Firmian den Denunzianteneid ein. Damit musste sich ein neuer Bürger verpflichten, Personen den Behörden anzuzeigen, die akatholische Bücher lasen oder im Verdacht standen, der verbotenen Lehre anzugehören.

Wer konnte nicht Bürger der Stadt Salzburg werden

Es waren Welsche[1], also Zuwanderer (romanischer Herkunft) aus südlichen Ländern. Aber auch hier konnte der Erzbischof eine Ausnahme machen, was meist für seine Bediensteten geschah.

Quelle

  1. siehe Wikipedia Welsche