Salzburg | Kultur 

Tim Berne: Der Hattrick des Saalfelden-Stammgastes

Von Clemens Panagl | 27.08.2012 - 17:46

Tim Berne war in Saalfelden viel beschäftigt: Bei den "Short Cuts" improvisierte er intensiv mit Bassist Bruno Chevillon, auf der Hauptbühne hatte er am Sonntag Auftritte mit Drummer Ches Smith sowie dem Trio BB&C.

Tim Berne: Der Hattrick des Saalfelden-Stammgastes

Tim Berne. Bild: SN



Im Interview erzählte der US-Jazzer auch über sein erstes Album für das deutsche Label ECM.

SN: Mit Bruno Chevillon und im Trio BB&C spielten Sie freie Improvisationen ohne Sicherheitsnetz. An was denken Sie da, wenn Sie auf die Bühne gehen?
Berne: Bei dieser Form von Improvisation ist es am besten, vorher an gar nichts zu denken. Man muss versuchen, leer zu sein und für alles offen. Es wäre keine gute Idee, etwas planen zu wollen.

SN: Sie sind ein sehr regelmäßiger Saalfelden-Gast . . .

Berne: Ja, ich habe in verschiedenen Projekten wohl schon 20 Mal hier gespielt. Allerdings weiß ich nicht, ob ich je mit drei Bands gleichzeitig bei einem Festival war (lacht). Saalfelden ist etwas Besonderes. Es gibt Orte, an denen man weiß, dass immer etwas entsteht. Das hat mit dem Publikum zu tun, aber auch mit den Leuten hinter den Kulissen.

SN: Erinnern Sie sich an Ihr erstes Saalfelden-Erlebnis als Jazzmusiker?
Berne: Oh ja. Das war vor langer Zeit, noch im Jazz-Zelt. Ich war sehr nervös, weil ich noch keine großen Festivals gespielt hatte. Also fragte ich Joe Lovano (US-Saxofonist, Anm.), was ich tun soll. Er sagte: "Mann, komm mit", und goss mir einen großen Whiskey ein. Vor uns spielte Charles Lloyd und gab ungefähr zehn Zugaben. Letztlich wurde es ein gutes Konzert!

SN: Sie betreiben seit Langem Ihr Label Screwgun. Nun haben Sie ein Projekt für ECM gemacht. Wie kam es zur CD "Snakeoil"?

Berne: Ich hatte schon für David Torn und Michael Formanek auf ECM-Alben gespielt. Und so war ich auch schon länger über ein eigenes Projekt im Gespräch.

SN: Auf dem Album ist Ihre Vorliebe für transparente, aber komplex komponierte Songs zu hören. Wie sind Sie vorgegangen?
Berne: Eine Platte zu machen ist für mich wie einen Film zu drehen. Ich stecke viel gedankliche Arbeit hinein. Ich mag es einfach, ein musikalisches Problem aufzuwerfen und mit meinen Mitmusikern die Lösung zu suchen.

 
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