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Rücktritt: Guttenberg wirft das Handtuch

Von Martin Stricker (SN) | Aktualisiert vor 45 Minuten

Knapp zwei Wochen nach dem Beginn der Plagiats-Affäre ist Karl-Theodor zu Guttenberg als Verteidigungsminister zurückgetreten. "Wenn es auf dem Rücken der Soldaten nur noch um meine Person gehen soll, kann ich dies nicht mehr verantworten", sagte der CSU-Politiker am Dienstag in Berlin.

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"Ich war immer bereit zu kämpfen. Aber ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht." Noch vor wenigen Wochen war Guttenberg als möglicher künftiger Kanzler oder CSU-Vorsitzender im Gespräch.

Das Amt, die Bundeswehr, die Wissenschaft und auch die ihn tragenden Parteien drohten Schaden zu nehmen, sagte Guttenberg. Er kritisierte eine "enorme Wucht der medialen Betrachtung" seiner Person. Der Tod und die Verwundung von Soldaten rückten in den Hintergrund. Dies sei eine "dramatische Verschiebung". Für das fordernde Amt des Verteidigungsministers brauche man ungeteilte Konzentration und fehlerfreie Arbeit. Er habe die größte Reform in der Geschichte der Bundeswehr angestoßen, betonte er.

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Staatsanwaltliche Ermittlungen gehen weiterGuttenberg will sich schnell staatsanwaltlichen Ermittlungen zu den Plagiats-Vorwürfen stellen. Er habe Respekt vor all jenen, die die Vorgänge strafrechtlich überprüft sehen wollen. "Es würde daher nach meiner Überzeugung im öffentlichen wie in meinem eigenen Interesse liegen, wenn auch die staatsanwaltlichen Ermittlungen etwa bezüglich urheberrechtlicher Fragen nach Aufhebung der parlamentarischen Immunität, sollte dies noch erforderlich sein, zeitnah geführt werden können."

Guttenberg sagte, die mediale Betrachtung seiner Person und die Qualität der Auseinandersetzung seien nicht ohne Auswirkung auf ihn und seine Familie geblieben. Die Mechanismen könnten zerstörerisch sein. Er erwarte aber kein Mitleid. Am vergangenen Mittwoch hatte die Universität Bayreuth entschieden, Guttenberg wegen gravierender handwerklicher Fehler den Doktortitel abzuerkennen. Die Kritik an dem 39-Jährigen war in den vergangenen Tagen auch aus den eigenen Reihen immer größer geworden. Erst am Montag hatte sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) demonstrativ hinter Guttenberg gestellt.

Ankündigung und Berichterstattung

Weggefährten distanzierten sich von Guttenberg im Bundeskabinett war als erste Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) mit den Worten auf Distanz gegangen, sie schäme sich für Guttenberg. Eine Kehrtwendung vollzog auch Guttenbergs Doktorvater Peter Häberle: Er distanzierte sich öffentlich wegen schwerer Mängel von der Arbeit seines Doktoranden. Mehr als 30 000 Menschen, darunter viele Akademiker hatten in einem offenen Brief an Merkel gegen das Verhalten der Regierung protestiert.

Guttenberg sagte am Dienstag, er ziehe die Konsequenz, die er auch von anderen verlangt habe. Er stehe zu seinen Schwächen und Fehlern. Es sei eine Frage des Anstandes gewesen, zunächst die drei in Afghanistan gestorbenen Soldaten zu Grabe zu tragen.

Und als Letztes noch

Merkel auf der Cebit-Messe ins Bild gesetzt Merkel hatte zuvor ihren Rundgang auf der Computer-Messe Cebit in Hannover überraschend unterbrochen und längere Zeit telefoniert. Dem Vernehmen nach stimmte sich die Kanzlerin auch mit FDP-Chef Guido Westerwelle und CSU-Chef Horst Seehofer ab. Seehofer hatte wiederholt Guttenberg in Schutz genommen und erklärt, die Partei stehe geschlossen zu ihrem Minister.

In der vergangenen Woche hatte Guttenberg im Bundestag Fehler eingeräumt, aber Vorwürfe absichtlicher Täuschung und Zuhilfenahme eines Ghostwriters zurückgewiesen. Fremde Hilfe habe er bei der 2007 abgeschlossenen Arbeit nicht in Anspruch genommen, beteuerte er da noch. Der Minister hatte zugleich auf seine Mehrfachbelastung durch Beruf, wissenschaftliche Arbeit und Familie verwiesen: "Ich war sicher so hochmütig zu glauben, dass mir die Quadratur des Kreises gelingt." Dies sei ihm nicht gelungen.

 
 

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KOMMENTARE (24)
 

bauknecht

30.03.2011
11:50 Uhr

Es ist der Jemen, soweit ich mich erinnere, wo die meisten Männer das Rauschmittel Kath (?) als Droge hinter die Wangen schieben. Mitunter ist das Land ab Mittag handlungsunfähig. Die waren m.E. immer schon über dem Abgrund. Diese Eigenheiten werden, wohl aus falsch verstandener Toleranz, in den Darstellungen weggelassen. Sie zeigen aber den soziokulturellen Hintergrund vor dem die Ereignisse ablaufen.

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OrpheusG

30.03.2011
11:58 Uhr

Ja einen Stützpunkt dort unten irgendwo. Da kann dann die große Bomberei losgehen. Irgendwann und irgendwo gibt es immer einen Grund schwere Last abzuwerfen.

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Raumplaner

30.03.2011
12:24 Uhr

Ich finde es etwas befremdlich, dass Separatismus gemeinsam auf eine Stufe mit Korruption und schwindenden Wasserreserven als Plage gestellt wird.

Separatismus ist doch nicht Schlimmes. Es ist Teil des natürlichen Prozesses, der stattfindet, wenn man einen Haufen unterschiedlichster Bevölkerungsgruppen einzäunt und von einem machttrunkenen Diktator aushungern lässt. Beinahe alle Grenzen in Afrika und im Nahen Osten sind ziemlicher Schwachsinn, denn sie stammen größtenteils aus Kolonialzeiten. Separatismus ist wahrscheinlich die beste Lösung um der unzähligen Bürgerkriegen im Nahen Osten und in Afrika Herr zu werden.

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