|
Wer Visionen hat, braucht keinen Arzt, sondern Mut, den Trampelpfad des Alltäglichen zu verlassen. Genau das hat Susan Strasser getan. Die heute 42-Jährige, Mutter von drei Kindern im Alter von 4, 15 und 18 Jahren, hat als Grafikdesignerin gearbeitet und 16 Jahre lang eine Werbeagentur betrieben. 2005 schloss sie die Agentur, um mehr Zeit für ihre Kinder zu haben. Eher nebenher nahm ihre wahre Leidenschaft Gestalt an und die erste eigene Modekollektion "Susan Strasser Prêt-à-Porter de Luxe" entstand.
Susan Strassers Stil ist eine magische Mischung aus engelhafter Zartheit und archaischer Kraft, aus Coolness und beinahe rührender Mädchenhaftigkeit, bei völligem Verzicht auf Koketterie oder billige, offensichtliche Effekthascherei. Brüche, etwa durch die Verarbeitung von Materialien, die eigentlich nicht zusammenpassen oder durch einen Hauch Unfertigkeit bei sonstiger Makellosigkeit, sind beabsichtigt, stören das harmonische Ganze aber nicht. Ganz im Gegenteil.
Jedes Modell wird von Susan Strasser konzipiert, akribisch bis ins kleinste Detail erarbeitet und von den Schneiderinnen im Atelier in der Nähe des Wiener Stephansdoms von Hand ausgeführt. Am liebsten arbeitet die Autodidaktin, die noch nie auf einer Modeschau war und auch ungern Kleider kaufen geht, mit Kaschmir, Seide und kostbaren Lederarten wie Python, Krokodil oder Rochen. Materialien, die dem Körper schmeicheln und angenehm zu tragen sind. Prêt-à-Porter de Luxe eben.
Die Kollektion für Frühling und Sommer ist Susan Strassers insgesamt dritte. Zu kaufen gibt es sie und hinreißend schöne Accessoires in der Boutique Kasha (Wien I, Habsburgergasse 5) und demnächst in Berlin im noblen Quartier 206. In Paris wird ein Showroom unterhalten.
© SN.
|