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Traisental drängt nach oben
26. August 2006

Das jüngste Weinbaugebiet Österreichs und kleinste Niederösterreichs befindet sich in einer "Sturm-und-Drang-Phase". Erst der DAC, dann die Welt, scheint das Motto im Traisental zu sein. Aber kann der Wein halten, was das Engagement verspricht? Winzer und Experten sagen: "Ja!" MICHAEL ROITHER

D as Traisental macht in vielerlei Hinsicht von sich reden. Egal, ob Grüne Veltliner prämiert, beliebteste Winzer gewählt oder Großveranstaltungen ausgerichtet werden - das kleine Weinbaugebiet mit 700 Hektar Anbaufläche will ins Rampenlicht.

"Bis jetzt war 2006 ein ausgesprochen spannendes und erfolgreiches Jahr", fasst Jutta Halmetschlager, die Geschäftsführerin im Weinbaugebiet Traisental, zusammen. Spannend vor allem auch deshalb, weil man heuer anstrebt, nach dem "großen" Weinviertel als zweites Weinbaugebiet einen DAC (Districtus Austriae Controllatus) Traisental im Weißwein-Bereich einzuführen. "Die Einführung des DAC Traisental in den Weinsorten Grüner Veltliner und Riesling bringt für den Kunden und für den Winzer wesentliche Vorteile", erklärt der Obmann des Bezirksweinbauverbandes Traisental und "Vater" der Entscheidung, Johann Steyrer: "Der Weinliebhaber weiß genau, was ihn erwartet, wenn er eine Flasche Grünen Veltliner oder Riesling aus dem Traisental öffnet."

Im Falle des Grünen Veltliners ist dann ein frischer, fruchtiger, würziger Wein mit Rückgrat und Finesse zu erwarten. Der Riesling erfreut den Weinkenner als kräftiger, eleganter Wein mit aromatischer, mineralischer Struktur.Die Traisentaler Winzer warten nur noch auf den "Segen" des zuständigen Ministeriums, dann steht einem DAC Traisental bei der Ernte 2006 nichts mehr im Weg.

Engagement mit Qualität verbunden Aber nicht nur die Zertifizierung ist als Schritt nach vorn zu betrachten: Das Engagement der Traisentaler Winzer zeigt sich auch bei ihrem Einsatz, den Wein zu präsentieren: Mit zahlreichen Aktionen wie dem "Wine-Fun-Tasting", dem neuen "Kultur- und Weinherbst" und der " Traisental Veltliner Tour" setzt die Region aktiv auf eine Verbindung zwischen Wein und Lifestyle - der landschaftlichen Schönheit des Traisentals und den schönen Dingen des Lebens, vom Oldtimer bis zum Kulturgenuss.

"Diese Impulse sind wichtig", sagt Winzer Markus Huber. "Durch die gemeinsame Region sind nicht nur die Winzer vernetzt, sondern es wird auch an andere Bereiche wie Gastronomie und Kultur angeknüpft." Dass es bis vor elf Jahren (Gründung der Region) keine echten gemeinsamen Aktivitäten gab, sieht Huber als Vorteil: "Ein Image war nicht vorhanden - jetzt bilden wir es aus eigener Kraft gemeinsam!"

Die "Weinbasis" für dieses Vorgehen scheint jedenfalls auch für 2006 gesichert: Zwar habe es durch die Hitze in der Blütezeit Einbußen gegeben, diese würden aber nicht schlimmer ausfallen als im letzten Jahr, meint Huber - 2005 machte ein feuchter September dem Grünen Veltliner zu schaffen. Die Qualität leide ebenfalls nicht darunter, im Gegenteil: "Das Rückgrat der Weine kommt vom Kalkboden, die Finesse durch das Klima - kühle Luft vom Alpenvorland in der Nacht und tagsüber die Ausläufer des pannonischen Klimas durch das Donautal", sagt Gerhard Dockner, Winzer und Obmann der Vereinigung Traisentaler Weingärtner. "Egal, welche Oberböden auf dem Kalk liegen", fügt Markus Huber hinzu, "die gemeinsame, würzige Note und das solide Säuregerüst zieht sich durch alle Traisentaler Veltliner" - dem Aushängeschild der Region.

Für die DAC-Zertifizierung sei diese Erkenntnis ebenfalls viel wert, auch wenn nicht das ganze Augenmerk nur auf den Veltliner gerichtet werden solle, finden die Winzer: "Langfristig wird der Riesling das zweite Standbein des Traisentals werden", so Gerhard Dockner, "und wir haben auch hochwertige Rotweine - wenn auch in geringerer Menge".

Ehrungen für Traisentaler Winzer Der "beste" Grüne Veltliner Niederösterreichs kommt heuer aus dem Traisental. Beim "Grünen Veltliner Grand Prix 2006", der alljährlich vom Weinfachmagazin Falstaff präsentiert wird, gewann Jungwinzer Markus Huber aus Reichersdorf mit seinem "Grünen Veltliner 2005 Alte Setzen" und ließ dabei 89 Spitzenweine aus ganz Niederösterreich hinter sich.

Die "Beliebteste Winzerin Niederösterreichs" stammt ebenfalls aus dem Traisental: Bei der Wahl setzte sich Renate Haimel aus Traismauer durch. Die 37-jährige Winzerin führt als erste Frau den Winzerhof mit angeschlossenem Heurigenbetrieb und beeindruckte durch hohe Qualität, Experimentierfreudigkeit und ständige Lernbereitschaft. "Traismauer ist übrigens heuer auch zur ,Niederösterreichischen Weinherbstgemeinde 2006‘ gewählt worden", freut sich die Winzerin, "ein gutes Jahr also für unsere Region."

Auch im Bereich der Heurigen freut sich das Traisental über einen "Wahlsieg" zum beliebtesten niederösterreichischen Heurigen: Der Winzerhof Erber aus Oberwölbling errang unter 1300 nominierten Wein- und Mostheurigen den zweiten Platz.

© SN.

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