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Bedrohung durch Lungenmilzbrand
HAMBURG (SN, dpa). Milzbrand-Erreger gelten
im Vergleich zu anderen Biowaffen als besonders große
Bedrohung: Sie können relativ einfach vermehrt
und ausgebracht werden. Das Bakterium kann eine Dauerform,
die Spore, bilden und dann jahrzehntelang überleben.
Falls er rechtzeitig erkannt wird, kann Milzbrand jedoch
mit Antibiotika bekämpft werden.
Die gefährlichste Form der Krankheit ist der Lungenmilzbrand.
Er entsteht,
wenn sehr feine, erregerhaltige Stäube eingeatmet
werden. Die Herstellung
hochinfektiöser feinster Pulver ist jedoch sehr
kompliziert.
Die Inkubationszeit beträgt ein bis sieben Tage.
Allerdings können sich
eingeatmete Sporen im Körper auch noch nach 60
Tagen in die aktive
Erreger-Form umwandeln. Erste unspezifische Symptome
ähneln einer Erkältung.
Unbehandelt kann eine schwere Lungenentzündung
mit hohem Fieber und blutigem
Husten folgen bis hin zum Tod durch Lungen- oder Herz-Kreislauf-Versagen.
Auf Grund des raschen Verlaufes nutzt nur eine frühe
Gabe von Antibiotika.
In den USA werden daher bereits Menschen behandelt,
die mit den Erregern in
Kontakt gekommen sein könnten. Auch wenige Tage
nach der Infektion - dem
Eindringen des Erregers in Organe oder Gewebe - können
Antibiotika noch
helfen.
Etwas weniger gefährlich sind die Erreger, wenn
sie über die Haut in den
Körper gelangen oder mit Speisen aufgenommen werden.
Hautmilzbrand benötigt
zumindest eine winzige Verletzung zur Infektion. An
Darmmilzbrand erkranken
Menschen durch Aufnahme von verseuchtem rohem Fleisch
oder nicht abgekochter
Milch.
Bislang hat es in Deutschland keinen Anschlag mit
Milzbrand- Erregern gegeben. Das Robert Koch-Institut
(RKI) rät dennoch, bei Verdacht die Hände
zu waschen, möglichst nichts einzuatmen und schnellstmöglich
die Polizei zu benachrichtigen.
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