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Stichwort: Heiliger Krieg
HAMBURG (SN, dpa). Der "Heilige Krieg",
zu dem der als Top-Terrorist gesuchte Osama bin Laden
schon vor Jahren aufgerufen hat, ist ein unterschiedlich
interpretierter Begriff. Im Islam steht das im Westen
meist mit Heiliger Krieg übersetzte arabische Wort
Dschihad für die religiöse Pflicht der Gläubigen,
ihre Religion - notfalls auch mit Hilfe von Gewalt -
zu verbreiten und zu verteidigen. Während die terroristischen
Fundamentalisten die Gewalt in den Vordergrund stellen,
verstehen die meisten moslemischen Rechtsgelehrten unter
dem wörtlich mit Anstrengung oder Abmühen
übersetzten Dschihad die Verpflichtung zu einem
geistigen und gesellschaftlichen Einsatz zur Verbreitung
des Glaubens.
Danach sollen die Gläubigen den Dschihad sowohl
mit dem "Herzen" (gegen
sich selbst), der "Zunge und Hand" (zur Überzeugung
und als Beispiel für
andere) sowie mit dem "Schwert" führen.
Krieg darf nach dieser Auslegung nur
gegen Angreifer, also ausschließlich zur Verteidigung
und zum Schutz, geführt
werden. Erst im Laufe der islamischen Religionsgeschichte
wurden weltliche
Kämpfe und Kriege um wirtschaftliche und politische
Macht - den christlichen
Kreuzzügen vergleichbar - zum Dschihad hochstilisiert.
Im islamischen
Rechtssystem zählt der Dschihad zwar nicht zu den
Grundpflichten wie Fasten
und tägliches Gebet. Er ist aber wichtiger Bestandteil
der Rechtgläubigkeit.
Es ist eine nicht dem Einzelnen, sondern der moslemischen
Gesamtheit
auferlegte Pflicht.
Mit dem Terrorismus verbunden wird der Begriff unter
anderem durch
Anschläge der gegen israelische Ziele operierenden
Palästinenser-Organisation
"Islamischer Heiliger Krieg".
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