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Rede
von Präsident Bush vor dem US-Kongress
WASHINGTON (SN, dpa). In seiner Ansprache
vor dem Kongress sagte US- Präsident George W.
Bush in der Nacht zum Freitag nach einer dpa-Übersetzung
unter anderem:
"Normalerweise kommen Präsidenten in diese
Kammer, um über die Lage der
Nation zu berichten. Heute Nacht ist ein solcher Bericht
nicht nötig. Er wurde
bereits vom amerikanischen Volk abgeliefert.
Wir haben es im Mut von Passagieren gesehen, die Terroristen
überwältigten,
um andere auf der Erde zu retten, Passagiere wie ein
außergewöhnlicher Mann
namens Todd Beamer...
Wir sind ein Land, das durch die Gefahr wachgerüttelt
wurde und aufgerufen
ist, die Freiheit zu verteidigen. Unsere Trauer hat
sich in Wut verwandelt,
und Wut in Entschlossenheit. Ob wir unsere Feinde der
Gerechtigkeit ausliefern
oder ob wir Gerechtigkeit zu ihnen tragen, es wird Gerechtigkeit
geben.
Und im Namen des amerikanischen Volkes danke ich der
Welt für ihre große
Unterstützung. Amerika wird niemals die Klänge
unserer Nationalhymne am
Buckingham Palace (in London) vergessen, auf den Straßen
von Paris und am
Brandenburger Tor in Berlin...
Wir werden auch nicht die Bürger von 80 Nationen
vergessen, die mit unseren
eigenen starben. Dutzende Pakistanis. Mehr als 130 Israelis.
Mehr als 250
Bürger Indiens. Männer und Frauen aus El Salvador,
Iran, Mexiko und Japan und
hunderte britischer Staatsbürger. Amerika hat keinen
wahrhaftigeren Freund als
Großbritannien. Wieder einmal sind wir in einer
großen Aufgabe vereint...
Amerikaner kennen Kriegsopfer, aber nicht im Zentrum
einer großartigen
Stadt an einem friedlichen Morgen. Amerikaner haben
Überraschungsangriffe
erlebt, aber niemals zuvor auf tausende Zivilisten.
All dies brach über uns an
einem einzigen Tag herein, und die Nacht senkte sich
auf eine veränderte Welt,
eine Welt, in der die Freiheit selbst angegriffen wird.
Die Vereinigten Staaten achten das afghanische Volk.
Schließlich sind wir
sein größter Geber humanitärer Hilfe.
Aber wir verurteilen das Taliban-Regime.
Es unterdrückt nicht nur sein eigenes Volk. Es
bedroht Menschen überall,
indem es Terroristen unterstützt, ihnen Schutz
gewährt und ihnen Nachschub
liefert. Durch die Unterstützung und die Förderung
von Mord wird das
Taliban-Regime selbst zum Mörder. Und heute Nacht
fordern die Vereinten
Staaten von Amerika Folgendes von den Taliban:
Liefern Sie den Behörden der Vereinigten Staaten
alle Führer von Al Qaida
aus, die sich in Ihrem Land verstecken. Lassen sie alle
Ausländer frei,
einschließlich amerikanischer Staatsbürger,
die Sie ungerechterweise
eingesperrt haben. Schützen Sie ausländische
Journalisten, Diplomaten und
Helfer in Ihrem Land. Schließen Sie sofort und
für immer jedes
Ausbildungslager für Terroristen in Afghanistan,
und liefern Sie jeden
Terroristen und jede Person in deren Umfeld den zuständigen
Behörden aus.
Diese Forderungen sind nicht verhandelbar oder diskutierbar.
Die Taliban
müssen handeln und zwar sofort handeln. Sie werden
die Terroristen ausliefern
oder ihr Schicksal teilen.
Ich will heute Nacht auch direkt zu den Moslems in der
ganzen Welt
sprechen. Wir achten Ihren Glauben. Er wird frei von
vielen Millionen
Amerikanern praktiziert und von vielen weiteren Millionen
in Ländern, die
Amerika zu seinen Freunden zählt. Seine Lehren
sind gut und friedlich, und
diejenigen, die Böses im Namen Allahs begehen,
schänden den Namen Allahs. Die
Terroristen sind Verräter an ihrem eigenen Glauben,
ja, sie versuchen gar den
Islam selbst zu entführen. Der Feind der Amerikaner
sind nicht unsere vielen
moslemischen Freunde, nicht unsere zahlreichen arabischen
Freunde. Unser Feind
ist ein radikales Netzwerk von Terroristen und jede
Regierung, die sie
unterstützt.
Sie folgen dem Weg des Faschismus, des Nationalsozialismus
und
Totalitarismus. Und sie werden den Weg bis zu Ende gehen:
Ins unbekannte Grab
der Geschichte überkommener Lügen.
Wir werden jedes Mittel in unserer Macht einsetzen -
jedes Mittel der
Diplomatie, jede Möglichkeit der Geheimdienste,
jedes Instrument der
Strafverfolgung, jeden finanziellen Einfluss und jede
notwendige Waffe des
Krieges -, um das globale Netzwerk des Terrors zu zerstören
und zu besiegen.
Unsere Antwort beinhaltet mehr als einen sofortigen
Gegenschlag und
einzelne Angriffe. Amerikaner sollten nicht eine einzige
Schlacht erwarten,
sondern einen langen Feldzug, wie wir ihn bisher noch
nicht erlebt haben...
Jede Nation, in jeder Region, muss sich nun entscheiden:
Entweder sind Sie
mit uns oder mit den Terroristen. Von diesem Tag an
werden die Vereinigten
Staaten jede Nation, die weiterhin Terroristen beherbergt
oder unterstützt,
als feindliches Regime betrachten.
Unser Land wurde wach gerüttelt: Wir sind gegen
Angriffe nicht immun...
Daher verkünde ich heute die Einrichtung einer
Institution mit Kabinettsrang,
die mir direkt untersteht - das Amt für Heimatschutz...
Das ist allerdings nicht nur Amerikas Kampf. Und nicht
nur Amerikas
Freiheit steht auf dem Spiel. Das ist der Kampf der
Welt. Das ist der Kampf
der Zivilisation. Das ist der Kampf aller, die an Fortschritt
und Pluralismus
glauben, an Toleranz und Freiheit...
Die zivilisierte Welt schließt sich Amerika an.
Sie versteht, dass wenn der
Terror unbestraft davon kommt, ihre eigenen Städte,
ihre eigenen Bürger als
nächste an der Reihe sein könnten...
Amerikaner fragen: Was wird von uns erwartet? Ich bitte
Sie, Ihr Leben zu
leben und Ihre Kinder zu umarmen. Ich weiß, dass
viele Bürger heute Nacht
Angst haben. Und ich bitte Sie, ruhig und entschlossen
zu sein, selbst
angesichts einer anhaltenden Bedrohung...
Einige sprechen von einem Zeitalter des Terrors. Ich
weiß, es liegen
Schwierigkeiten vor uns, und wir müssen Gefahren
entgegensehen... Solange die
Vereinigten Staaten von Amerika entschlossen und stark
sind, wird dies kein
Zeitalter des Terrors sein. Dies wird ein Zeitalter
der Freiheit sein, hier
und überall auf der Welt."
(Originaltext der Rede im Internet: www.whitehouse.gov/news/releases/2001/09/20010920-8.html)
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