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EU verschärft Vorgehen
gegen Attentäter und ihre Geldströme
Rechtsanwälte, Steuerberater und Immobilienmakler
müssen künftig Polizei über Geldwäsche-Geschäfte
ihrer Kunden informieren.
LUXEMBURG (dpa). Fünf Wochen nach den Terrorangriffen
in den USA haben sich die 15 EU-Staaten auf ein härteres
Vorgehen gegen Attentäter und ihre Hintermänner
geeinigt. Neue Vorschriften zur Geldwäsche und
zur Flugsicherheit sollen Terroristen das Handwerk legen,
erklärten die zuständigen Minister am Dienstag
in Luxemburg. Am Mittwoch wollen dort die EU-Außenminister
die verschiedenen Maßnahmen bündeln. Die
Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union
werden dann am Freitag in Genf über das Paket entscheiden.
Die Finanzminister der 15 EU-Staaten beschlossen in
Luxemburg, dass
Rechtsanwälte, Steuerberater und Immobilienmakler
künftig die Polizei über
Geldwäsche-Geschäfte ihrer Kunden informieren
müssen. Gleichzeitig bereiteten
die EU-Verkehrsminister einheitliche Sicherheitsregeln
für den Luftverkehr in
Europa vor. Die Justizminister der EU wollten mit Vorarbeiten
für den
europäischen Haftbefehl die Strafverfolgung von
Terroristen verbessern.
Zentrale Bedeutung im Kampf gegen die Finanzierung von
Terror und
Kriminalität maßen die Minister der neuen
Geldwäsche-Richtlinie zu. "Wir
stopfen hier wichtige Lücken", sagte Bundesfinanz-Staatssekretär
Caio
Koch-Weser. Die bisher gültigen Minimalregeln betrafen
vor allem
Finanzinstitute.
Nach Angaben von Koch-Weser ist nunmehr vorgesehen,
dass Anwälte bei
begründetem Verdacht von ihrer Schweigepflicht
entbunden werden. "Wenn ein
Rechtsanwalt weiß, dass seine Beratung der Geldwäsche
dient, dann muss er
melden." Bei laufenden Gerichtsverfahren sind Anwälte
aber von der
Meldepflicht ausgenommen.
Im Rat der Finanzminister wie bei den EU-Verkehrsministern
setzte sich
Deutschland dafür ein, direkte Hilfen für
Fluggesellschaften nur für die vier
Tage nach dem 11. September zu gewähren. In diesem
Zeitraum war der
US-Luftraum wegen der Terrorangriffe gesperrt gewesen.
"Hinter diesen
Beihilfen dürfen sich keine Rettungsaktionen verbergen",
betonte Koch-Weser.
Die staatlichen Haftungsgarantien für die Fluggesellschaften
sollen bis zum
Jahresende verlängert werden.
Die Verkehrsminister berieten zudem erstmals über
ein Bündel
verpflichtender Maßnahmen zum besseren Schutz
des europäischen Flugverkehrs
gegen Terroranschläge. Wenn sie die verschärften
Sicherheitsregeln wie geplant
im Dezember beschließen, sollen sie für sämtlich
Flughäfen der Union gelten.
"Es ist wichtig, dass wir das Vertrauen der Passagiere
zurückgewinnen", sagte
der deutsche Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig.
Bodewig nannte den europaweiten Einsatz von bewaffneten
Flugbegleitern,
eine bessere Sicherung des Cockpits oder erschwerte
Zugangsbedingungen für
Flugsimulatoren und Flugschulen. Pläne von EU-Verkehrskommissarin
Loyola de
Palacio sehen außerdem genauere Kontrollen des
Gepäcks und der Identität von
Fluggästen sowie Boden- und Flugpersonal vor. Dabei
sind auch keine Ausnahmen
für Diplomaten mehr vorgesehen. Zudem soll der
Zugang zu "gefährdeten
Bereichen" auf Flughäfen und in Flugzeugen
besser überwacht werden.
Nach Terroristen und anderen Straftätern soll künftig
mit einem
europäischen Haftbefehl gemeinschaftsweit gefahndet
werden. Die in Luxemburg
am Abend versammelten Justizminister mussten dabei unter
anderem noch
festlegen, für welche Straftaten dieses Instrument
gelten soll. Alle
EU-Staaten waren sich einig, dass der EU-Haftbefehl
nicht nur für Terroristen
gelten soll. Offen war zunächst auch die Frage,
wie der Straftatbestand
Terrorismus EU-weit einheitlich festgelegt und bestraft
werden soll.
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