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Tierhaft bewegen
03. Mai 2004

Körperliche Übungen zur Erhaltung der Gesundheit und zur Behandlung von Krankheiten haben lange Tradition in China. Die Erfahrung macht sicher. barbara morawec

barbara morawec Begonnen hat alles mit "Wuquinx" im dritten Jahrhundert nach Christi. "Wuquinx" war eine aus Beobachtung von Tierbewegungen zusammengestellte Übungsfolge, die der berühmte chinesische Mediziner Huatuo seinen Patienten zur Unterstützung des Heilvorganges verordnete. Es waren die Bewegungen von fünf Tieren, dem Tiger, dem Hirschen, dem Bären, dem Affen und dem Vogel. Sie stehen bis heute Pate für das mittlerweile auch in Europa populär gewordene "Schattenboxen", zu Chinesisch: Taijiquan.

Huatos Theorie war sehr einfach und für den Ungebildetsten zu verstehen: Bewegt der Mensch seinen Körper mehrmals täglich in Form der "Tierübungen", fördert dies die Gesundheit, besonders in Bezug auf Verdauung und Kreislauf. Eine Tatsache, die heutzutage bereits mehrfach wissenschaftlich bewiesen wurde. Der Mediziner verglich seine medizinische Empfehlung mit einem Scharnier einer Tür. Auch ein Scharnier, das nicht ständig in Gebrauch steht, wird irgendwann einmal einrosten. Auch in Europa kennt man das Sprichwort: "Wer rastet, der rostet". Jedenfalls erwies sich Huatuos Heilgymnastik als äußerst erfolgreich. Buddhisten und konfuzianische Gelehrte verwenden solche und ähnliche Übungskomplexe bis heute.

Solche komplexen Bewegungsmuster schließlich boten den Nährboden für einen Nationalsport der Chinesen, dem Taijiquan, dem Schattenboxen. Eine Kampfsportart, die auch in Europa längst in diversen Schulen Einzug gehalten hat. Die einzelnen Figuren sind ruhig und besonnen ausgeführt, sie belasten den Körper gering, trainieren ihn aber und machen ihn leistungsfähig. Auch Menschen mit schwacher Konstitution oder auch ältere Menschen, die vielleicht nicht mehr so beweglich sind, können solche Übungen bedenkenlos ausüben und werden bald ihren Spaß daran haben.

Die einzelnen Bewegungen können von einigermaßen Talentierten schon nach wenigen Stunden vollzogen werden. Taijiquan ist aber mehr, als nur Körperertüchtigung. Es reinigt den Geist und die Seele.

© SN.

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