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Börsen runter, Börsen rauf, Dollar runter, Euro rauf: Viele Anleger wissen nicht mehr, wo sie ihr Geld richtig anlegen können und kehren zum Sparbuch zurück.
BERNHARD SCHREGLMANN SALZBURG (SN).
Die Geduld der Anleger wird seit vielen Monaten auf eine harte Probe gestellt. Wer sich entschlossen hat, sein Glück an den internationalen Finanzmärkten zu suchen, hat höchstwahrscheinlich verloren. Denn gerade als die Österreicher endlich ein bisschen auf den Geschmack von Aktien und Anleihen gekommen sind, und ihr Mäntelchen als kreuzbrave Eckzins-Sparbuch-Sparer abgelegt haben, brachen alle Dämme. Seither herrscht ein neues Biedermeier am Anlegermarkt. Die Österreicher haben sich zuhauf wieder dem Sparbuch zugewandt. Das bringt zwar nichts, aber wenigstens setzt man sein Vermögen nicht aufs Spiel. Außerdem fungiert das Sparbuch bei vielen eher als Reserve-Girokonto, nur dass hier keine Spesen anfallen.
Rückkehr zu soliden Anlagen
"Konservativ", zu diesem Motto sind Sparer und Anleger geflüchtet. Auch deshalb ist Bausparen populär wie eh und je. Denn wenn auch noch der Finanzminister ein bisschen etwas dazuzahlt, kommt nach sechs Jahren eine schöne Summe zusammen. Die muss man dann gar nicht für eine neue Wohnung, das Haus oder die Renovierung ausgeben. Ebenso gut könnte man eine Kreuzfahrt genießen, da hat man wenigstens einen Gegenwert von seinem Ersparten. Stichwort: Gegenwert. Papier ist geduldig, das gilt auch für Aktien. Wer in den vergangenen Monaten zu viel riskiert hat, hält nur mehr einen wertlosen Fetzen in der Hand. Es müssen nicht gleich die Großpleiten sein, die Anlegergeld vernichtet haben, es reicht der "normale" Kurssturz auch schon. Deshalb schauen sich die Menschen nach Anlagen um, die einen echten "Gegenwert" besitzen. Zum Beispiel Immobilien. Nicht nur die Immobilienfonds konnten die Kursschwankungen halbwegs erfolgreich durchstehen, eine "echte" Immobilie als Investment bietet einen gewissen Schutz. Wer Anteile an Immobilienfonds hält, konnte sich auch in den vergangenen Jahren nicht nur über eine durchschnittliche Rendite von gut neun Prozent freuen. Durch den Fonds ist man auch nicht vom Schicksal einer Einzelimmobilie abhängig. Anders als etwa bei Lebensversicherungen kann man - sollte plötzlich Bedarf bestehen - andererseits eine solche Einzelimmobilie auch wieder veräußern und somit das Anlagekapital schnell wieder "flüssig" machen. Einschlägige Anbieter berichten über steigendes Interesse an Anlegerwohnungen. Wer sich dazu entschließt, sollte aber nicht irgend eine Wohnung kaufen und vermieten. Meistens empfiehlt sich der Rat von Profis hinsichtlich eines Finanzierungsplans mit allen Steuermöglichkeiten ebenso wie hinsichtlich des entsprechenden Objektes. Denn eine ausreichend rentable Anlagerwohnung sollte als solche schon geplant, errichtet und vermarktet werden.
Teils kuriose Alternativen
Im Bestreben, das brachliegende Investorenkapital an sich zu ziehen, kommen aber auch teils kuriose Anlagemöglichkeiten auf den Tisch, auf die man sich aber nur dann einlassen sollte, wenn man von der entsprechenden Materie auch etwas versteht. Das Angebot reicht vom Investment in einen Öltanker bis hin zu Anteilen an einem Flugtaxi mit persönlichen Nutzungsrechten. Gerade Investitionen in Objekte, die auch dem Freizeivergnügen dienen, haben oft gar nicht so wenig Sinn. Ein Segler ist sicher gut bedient, wenn er in eine Charteryacht investiert. Hier sind Renditen bis zu acht Prozent jährlich möglich, und obendrein kann man das gute Stück auch selbst im Urlaub benützen. Ähnliches gilt beispielsweise für Ferienhäuser. Wer in seiner Abwesenheit die Räumlichkeiten vermietet, bekommt nicht nur sein Geld wieder herein, sondern hat auch seine persönliche Freude am Feriendomizil. Bleibt als absolut sichere Variante auch noch die Lebensversicherung. Hier hat man einen fixen Ansparplan und die Gewissheit, nicht nur am Ende der Laufzeit einen bestimmten Betrag sicher zu erhalten, sondern auch den Aspekt der Versicherung dabei: Wenn irgendetwas schiefgeht, ist man wenigstens versichert.
© SN.
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