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Wohnen

70er sind "in"
19. Oktober 2002

Immobilientreuhänder sehen wieder lebhafteres Interesse an 20- bis 30-jährigen Wohnungen. Sie sind wesentlich günstiger sanierbar.

WIEN (SN, apa).

Während die Aktienmärkte von einem historischen Tiefstand zum nächsten eilen, orten Experten einen beginnenden Boom bei gebrauchten Wohnimmobilien. "Wir sehen Anzeichen für eine vehemente Belebung des Marktes", so Thomas Malloth, Prä-sident des Österreichischen Verbandes der Immobilientreuhänder (ÖVI). Für den Privatanleger etwa in der Bundeshauptstadt Wien derzeit besonders interessant sei ein lange vernachlässigtes Segment: die in den 70er- und 80-Jahren entstandenen Wohnungen in zwar nicht direkt zentralen, dennoch aber "interessanten" Lagen.

Zum einen seien Wohnungen dieses Typs heute noch relativ günstig zu haben, zum anderen hätten sie gegenüber Altbauwohnungen oft einen entscheidenden Vorteil - wesentlich geringere Sanierungs- und Umbaukosten. Während man für die Adaptierung einer 20 bis 30 Jahre alten Wohnung grob gerechnet 150 Euro pro Quadratmeter rechnen könne, entstünden bei der Altbausanierung die doppelten Kosten. Erstere seien nämlich von der Infrastruktur immer schon Kategorie-A-Wohnungen gewesen, während es sich beim Altbau im Regelfall "um eine C-Wohnung mit einem netten Öferl", handle, sagte Malloth. Es gebe in Wien und in den Landeshauptstädten eine Reihe von solche Gebäuden auch in "hochinteressanten Lagen" mit akzeptabler Anbindung an den öffentlichen Verkehr und in angenehmer Umgebung.

Die derzeitigen Anschaffungskosten für diese Wohnungen beziffert Malloth zwischen 870 und 1160 Euro pro Quadratmeter. Die Preise für Wohnungen in guten und sehr guten Wiener Lagen lägen derzeit bei 1500 bis 2000 Euro.

Bei den Neubauwohnungen sei durch die zuletzt starken Baurückgänge eine Knappheit abzusehen.

Auch das klassische Zinshaus habe als Anlageform weiter Konjunktur, meinte ÖVI-Vizepräsidentin Margret Funk. Aber: "Gute Immobilien werden zur Zeit sehr gerne behalten, die Besitzer sind sich des Wertsteigerungspotenzials durchaus bewusst."

© SN.

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