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Bildung

Europafit durch Sprachen

03. April 2002

Fremdsprachen-Kenntnisse werden in der Arbeitswelt immer wichtiger. Anbieter von Kursen und Sprachreisen reagieren auf den Trend mit neuen Angeboten.

SALZBURG (SN-epi).

Die Österreicher sind auch nach dem Europäischen Jahr der Sprachen (2001) noch nicht zu wirklichen Fremdsprachen-Fans mutiert. Laut einer Eurobarometer-Umfrage zu diesem Thema (www.eurolang2001.org) sind hierzulande nur 55 Prozent der Bevölkerung - der niedrigste Prozentsatz in Europa - der Auffassung, dass jeder eine Fremdsprache beherrschen sollte. 52 Prozent der Befragten geben an, dass sie neben ihrer Muttersprache mindestens eine weitere Fremdsprache sprechen. Damit liegt Österreich knapp unterhalb des EU-Durchschnittswerts von 53 Prozent.

Trotzdem scheinen vor allem Arbeitgeber zu erkennen, dass Sprachtraining immer wichtiger wird, auch wenn sie vielfach noch nicht bereit sind, ein entsprechendes Training zu bezahlen. So die fast einhellige Meinung von Sprachkurs-Anbietern. Fortbildungs-Institute wie Wifi oder BfI entwickeln zusehends maßgeschneiderte Angebote für Firmen. Man orientiere sich daran, erzählen Sprachtrainer aus der Praxis, was im konkreten Betrieb am jeweiligen Arbeitsplatz wirklich von Nöten sei - Auffrischen der Grundgrammatik, Konversation, Telefonieren, Business-Englisch oder technische Termini -, und biete dies dann für kleinere Gruppen an. Auch gebe es einen starken Trend zum Einzel-Sprachtraining oder Einzelcoaching, manchmal in Kombination mit nichtsprachlicher Fortbildung, z. B. ein Paket aus Speditions-Englisch, Telefonschulung und Video-Persönlichkeitstraining für einen einzelnen Mitarbeiter im mittleren Management einer Spedition.

Auch Sprachreisen-Veranstalter haben inzwischen die Arbeitswelt als Markt entdeckt: Von der Lehrerfortbildung in Irland über den Jus-Kurs in Cambridge, den Business-Spanisch-Kurs in Andalusien bis zum Englisch-Kurs mit kombiniertem Tauch-Kurs. Ein Salzburger Anbieter führt im Programm auch Aufenthalte in Gastfamilien für Erwachsene: Das Besondere daran: Die Gastfamilie ist die Familie des Sprachlehrers.

Was die einzelnen Sprachen selbst betrifft, sind Spanisch und Italienisch stark im Aufholen begriffen. Exotisches wie Japanisch wird weniger aus Interesse an der Sprache als aus Neugier auf fremde Kulturen gelernt, befinden die Sprach-Experten großer Institute.


Englisch-Lern-Insel
Malta im Trend

Vor allem in Ostösterreich kommen regelmäßig auch Kurse etwa für Russisch oder Ungarisch zu Stande. In Westösterreich ist das Angebot eher auf Urlaub (Portugiesisch) oder Tourismus ausgerichtet. Niederländisch-Kurse etwa sollen den Bedürfnissen der Hotellerie nach besserem Service für einen großen Gästeanteil gerecht werden. Ewiger Renner im Sprach-Angebot ist bei allen Institutionen jedoch Englisch. Wer seine Kenntnisse durch eine Sprachreise auffrischen möchte, hat dafür längst nicht mehr nur Großbritannien und die USA zur Auswahl, sondern auch Irland, Australien und - in letzter Zeit als mediterrane Alternative besonders beliebt - Malta.

© SN.

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