Nahrichten


01 Nachrichten
02
03
04
05
06
07
08
  Freitag, 9. Jänner 2009 PLATTFORM FÜR SALZBURG Werbung   
0107 Sonderthemen

Aktuell

Salzburg

Zeitung

Wochenende

Schwerpunkte

Sonderthemen

Sbg. Woche

Cartoon

Weblogs

imBild

Archiv

Google
Web salzburg.com

Bildung

Die Prüfung, die nie stattfand
30. September 2005

Kommt die Prüfung, oder kommt sie nicht? Und wie groß ist die Flut deutscher Bewerber wirklich? Chronik der Irrungen und Wirrungen an der Universität Salzburg.

8. Juli:

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zum Uni-Zugang ist gesprochen. Österreichs Beschränkungen für ausländische Studierende widersprechen dem EU-Recht. Opposition und Universitäten werfen Ministerin Elisabeth Gehrer (ÖVP) vor, sich auf die allseits erwartete Verurteilung nicht vorbereitet zu haben. Das Bildungsministerium wiederum schiebt die Schuld auf die Unis. Nun handelt man jedenfalls sofort und ändert das Universitätsgesetz: Es kommen Zulassungsbeschränkungen in acht Studienrichtungen. Aus Angst vor den in Deutschland Abgewiesenen.10. Juli:

Aufregung auch an der Universität Salzburg. Insbesondere aus Deutschland wird die Uni von tausenden Anrufen und E-Mails überflutet. Die "Notmaßnahme" der Universität: Aufnahmeprüfungen in Kommunikationswissenschaft und Psychologie. Wie die Prüfungen inhaltlich aussehen sollen, weiß niemand genau. Werden Maturanoten einbezogen? Allgemeine Unsicherheit macht sich breit.29. Juli:

Der Uni-Senat beschließt die zwei Aufnahmeprüfungen endgültig. Im Fach Kommunikationswissenschaft werden 467 Studienplätze ausgeschrieben. Überprüfen will man "studienbezogene Basiskenntnisse" aus einem "Reader".

Bürokratische Details sind erst nach genauem Studium der Verordnung erkennbar. Wer sich nicht bis zum 16. September anmeldet, hat keine Chance mehr - auch wenn noch Studienplätze übrig sind. Selbst wer erst im März 2006 das Studium beginnen möchte, muss schon jetzt zur Prüfung antreten.22. August:

Beginn der Anmeldefrist für die Aufnahmeprüfungen. Wie groß wird die Flut deutscher Bewerber sein? Im nahen München wurden knapp 1000 Interessenten für das Fach Kommunikationswissenschaft abgewiesen. Wenn aus dieser Gruppe nur 200 Studenten nach Salzburg kämen, sei das ein großes Problem, heißt es an der Universität. Dass die Tests kommen, bezweifelt in der Öffentlichkeit kaum jemand mehr. Selbst aus dem entfernten Graz hört man von einem Ansturm der Deutschen.2. September:

Alles redet von den Prüfungen. Die Bewerber beginnen mit dem Lernen. Aus der Zulassungstelle der Universität ist zu hören, das Interesse aus Deutschland sei leicht zurückgegangen. "Wir haben aber auch Notfallpläne für eine riesige Prüfung in der Tasche. Sogar der Flughafen wurde in die Überlegungen einbezogen, weil wir keinen so großen Hörsaal haben", sagt der Mitarbeiter der Uni. Genaues dürfe er nicht mitteilen. Die Stimme am Telefon klingt freundlich, aber ausgelaugt. "Wir haben Urlaubssperre." Und: "Immer schiebt man die Schuld auf die Universitäten."7. September:

Erwerb des "Readers" für die Prüfung in Kommunikationswissenschaft. Preis: 9,90 Euro. Es ist eine Sammlung wissenschaftlicher Einführungstexte. Wie der Absatz der Skripten so laufe? Auch das Kopierpersonal ist instruiert: "Wir dürfen nichts sagen." 12. September:

"Wir werden kein Expertenwissen prüfen", versichert Rudi Renger, Professor für Kommunikationswissenschaft. Wie groß das Interesse an diesem Studium sei, wolle er nicht sagen. "Es ist möglich, dass sich noch 500 Leute melden." Lernen solle man auf jeden Fall.16. September, 11. Uhr:

Heute um 24 Uhr ist Anmeldeschluss. Immer noch schweigt die Uni. "Das Anmeldeverhalten soll nicht beeinflusst werden", sagt Vizerektor Rudolf Mosler. Verantwortlich für die Misere sei die Politik. "Jeder hat das Urteil in dieser Form erwartet", meint Mosler. "Man hätte uns per Gesetz schon früher sagen müssen, was im Fall eines negativen Urteils getan werden muss." Mitschuld habe auch der EuGH. Ein solches Urteil in den Sommerferien und ohne Übergangsfrist könne nur Probleme verursachen.

Warum die Uni nicht selbst Notfallpläne vorbereitet habe? "Wir konnten ohne gesetzliche Vorgabe keine detaillierten Prüfungen entwerfen." Dass die ganze Angelegenheit für die betroffenen Studienanfänger unangenehm sei, müsse er zugeben. Die Tests selbst seien fair, "soweit Tests fair sein können".16. September, 15 Uhr:

Vier Stunden später eine Presseaussendung: Kein Test in Kommunikationswissenschaft - im Gegensatz zu Psychologie. Nur 278 Anmeldungen für Kommunikationswissenschaft bei 467 freien Plätzen. Die "Deutschen-Flut": 70 Bewerber.

Eine Prüfungsankündigung als Abschreckungsmaßnahme? Die Aufgenommenen haben gemischte Gefühle. "Ich bin erleichtert, ohne Prüfung studieren zu können. Ich fühle mich aber auch gefoppt", sagt ein Student. "Die Politik spricht ständig vom freien Hochschulzugang. Dann muss man aber doch Prüfungen machen - die dann wieder abgesagt werden. Da weiß ja niemand, wie er dran ist."gwie

© SN.

artikel: drucken | als mail verschicken | leserbrief
 

Sonderthemen

Fertighäuser

Erfolg durch Bildung

IAA Frankfurt

Sonderthema Geld

Salzburger Festspiele 2005

Anzeigen

Immobilien

Karriere

Motor

Andere

Tourismus

Mehr Info
Anreise (TT-MM-JJ)
Nächte Zimmer Pers

Spiel des Monats

Klixx

Kultiges Klickspiel:
Super-Skicards gewinnen!
 

Premium Promotions

Blickpunkt


Web-Tipps

Link-Tipps

Netd@ys 2006/2007

Nachrichten + Aktienkurse

Sbg. Fenster

 
© 1997-2007 Salzburger Nachrichten      Kontakt   Sitemap   Impressum   AGB   Newsletter      realisiert von conova