| Freie Stellen werden im Kultursektor oft nicht über die herkömmlichen Kanäle kommuniziert. Wer an Netzwerken teilnimmt, wahrt Jobchancen besser.
salzburg (SN-epi). Die Pressestelle einer Kulturorganisation wird frei und muss dringend nachbesetzt werden. Es gibt keine Annonce in der Tageszeitung, aber nach drei Wochen ist die Stelle vergeben. Kein Ausnahmefall, sondern ein typischer Fall für den Kultursektor.
Per E-Mail und telefonisch wird das unmittelbare Umfeld der Kulturorganisation informiert, und die Nachricht erreicht rasch einen bestimmten Personenkreis, eine breitere Öffentlichkeit erfährt nichts davon.
Einer der Hauptgründe für dieses Vorgehen ist, die Anzahl der Bewerbungen in einem überschaubaren Umfang zu halten und ausschließlich Menschen zu erreichen, die bereits im Kultursektor tätig sind, die sich bewährt haben und von Partnern und Kollegen empfohlen werden, mit einem Wort, die Teil eines Netzwerkes sind.
Auch Neueinsteiger sind willkommene Netzwerker Wenn man am Beginn steht und noch nicht über ein Netz von beruflichen Kontakten verfügt, ist es in einem ersten Schritt sinnvoll, sich über bestehende Netzwerke und Interessensgemeinschaften zu informieren (Kasten links). Der Zugang zu Netzwerken unterschiedlicher Sparten ist einfach. Ein Blick auf die Website infomiert über die Tätigkeitsfelder, eine Auflistung der Mitglieder zeigt, ob man sich selbst dieser Gruppe zugehörig fühlt.
Wer sich für eine Mitgliedschaft entscheidet, für den gilt die Logik des Netzwerkens: "Geben und Nehmen". Wer sich in einem Netzwerk aktiv betätigt, also an Treffen und Veranstaltungen teil nimmt, sich organisatorisch beteiligt, selbst Themen einbringt und auf Menschen zugeht, kann von den Kontakten und Informationen profitieren.
Ein Netzwerk ist keine Serviceeinrichtung, die ihre Mitglieder bedient, sondern eine Plattform, ein Werkzeug, das von den Mitgliedern gestaltet und genutzt werden kann. Netzwerke sind hierarchisch meist sehr flach organisiert, auch Neueinsteiger können Ideen einbringen.
Erfolgreiches Networken hat nichts mit Vereinsmeierei oder Vitamin B zu tun, es bedeutet berufliche und persönliche Beziehungen zu Kollegen aufzubauen und zu pflegen, mit dem Ziel sich gegenseitig zu unterstützen. Das funktioniert umso besser, je mehr man voneinander weiß, zum Beispiel über bisherige Erfahrungen und Berufspläne.
Im Netzwerk ergeben sich of auch Gelegenheiten zur Zusammenarbeit, gerade "Neulinge" können hier ihre Kompetenzen unter Beweis stellen und als potentielle Mitarbeiter oder Kollegen wahrgenommen werden.
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