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Bildung

"Bakks" für Hebammen & Co
30. September 2005

Fünf medizinisch-technische Studien und die Ausbildung zur Hebamme können ab Herbst 2006 an der Salzburger Fachhochschule absolviert werden.

erika pichlersalzburg (SN). Eine Hebamme von der Fachhochschule ... Was noch irgendwie befremdlich klingt, wird in Salzburg künftig die Regel werden. Ab Herbst 2006 wird diese Qualifikation in einem dreijährigen FH-Studium erworben, 24 Studienplätze sind dafür an der Fachhochschule Urstein alle vier Jahre geplant. Das Studium wird mit dem internationalen Bachelor-Titel auf österreichisch "Bakkalaureus/Bakkalaurea (FH)" abgeschlossen.

Gleiches gilt für fünf medizinisch-technische Ausbildungen: In Urstein werden auch angehende medizinisch-technische Assistenten (15 Studienplätze pro Jahr), Ergotherapeuten (20 Studienplätze alle vier Jahre), Orthoptisten (12 Studienplätze alle vier Jahre), Physiotherapeuten (28 Studienplätze pro Jahr), radiologisch-technische Assistenten (15 Studienplätze alle zwei Jahre) ausgebildet werden.

Theorie in Urstein, Praxis an den SALK Zwei Berufe bekommen dadurch neue Bezeichnungen: Medizinisch-technische Assistenten werden zu "biomedizinischen Analytikern", radiologisch-technische Assistenten zu "Radiologietechnologen".

In den nagelneuen Hörsälen von Urstein wird der theoretische Teil der sechs Studiengänge absolviert also die jeweilige medizinische Grundausbildung. Auch die Büros der Studiengangsleitungen werden an der Fachhochschule eingerichtet.

Der praktische Teil aller sechs Ausbildungen wird so wie bisher an den Salzburger Landeskran-kenanstalten stattfinden, und zwar den europäischen Standards entsprechend. "Es gab vereinzelt Befürchtungen, dass der hohe Praxisanteil in diesen Ausbildungen durch das FH-Studium weniger wird. Das stimmt aber nicht", sagt Graziella Spitz, die an der Fachhochschule für die Entwicklung der neuen Studiengänge zuständig ist. "Das klinische Praktikum muss mindestens 25 Prozent der Ausbildung ausmachen. Es geht uns darum, Qualität und Effizienz sowohl in der theoretischen als auch in der praktischen Ausbildung sicherzustellen ." Vorteil internationale Vergleichbarkeit Das bedeutet auch, dass die Leiterinnen und Leiter der sechs Studiengänge bisher Direktorinnen der jeweiligen Akademien der Landeskrankenanstalten verpflichtet sind, sich entsprechend den Fachhochschul-Standards weiterzuqualifizieren.

Ziel der neuen Strukturen ist es, die Zukunftsperspektiven der Studierenden zu wahren: Ihr Bakkalaureats-Abschluss wird in ganz Europa und international anerkannt. Er entspricht dem in Bologna von der EU festgelegten Ziel, alle Hochschulausbildungen innerhalb des dreistufigen Systems "Bachelor Master (in Österreich "Magister") Postgraduate" durchzuführen, um sie mit dem Studienangebot im Ausland kompatibel zu machen. "Die Anpassung der medizinisch-technischen Ausbildungen an den Bologna-Prozess bedeutet internationale Vergleichbarkeit und Durchlässigkeit für diese Berufe", sagt FH-Vizerektor Dieter Hessel. "Auch die Qualitätsprofile der Ausbildungen, für die wir nun zuständig sind, müssen den Bologna-Vorgaben entsprechen. Und da bei den Fachhochschulen jeder Studiengang alle fünf Jahre evaluiert werden muss, sind natürlich auch diese Studien dem Evaluierungssystem der Fachhochschule unterworfen."

Für die künftigen Hebammen, biomedizinischen Analytiker, Ergotherapeuten, Orthoptisten, Physiotherapeuten und Radiologietechnologen bedeutet der Bologna-konforme Abschluss jedenfalls, dass ihnen im Anschluss an den Bachelor-Titel nicht nur ein internationaler Arbeitsmarkt offensteht, sondern auch die Möglichkeit eines aufbauenden Studiums. Die gläserne Decke wird nach oben offen.

© SN.

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