Nahrichten


01 Nachrichten
02
03
04
05
06
07
08
  Freitag, 9. Jänner 2009 PLATTFORM FÜR SALZBURG Werbung   
0107 Sonderthemen

Aktuell

Salzburg

Zeitung

Wochenende

Schwerpunkte

Sonderthemen

Sbg. Woche

Cartoon

Weblogs

imBild

Archiv

Google
Web salzburg.com

Bildung

Ungeliebte Technik: woran liegt's?
30. September 2005

Warum sich in Österreich immer weniger Studierende an Technik- und Nawi-Studien wagen Ursachen und Gegenstrategien aus der Sicht von Experten.

erika pichlersalzburg (SN). Eigentlich scheuen Unis und Fachhochschulen keine Mühen, um die Technik-Muffel aus der Reserve zu locken. Schüler werden zu Technik-Schnupperkursen eingeladen, für technik-interessierte Frauen wird der eine oder andere Sommercampus organisiert. Info-Tage zu einzelnen technischen und naturwissenschaftlichen Studienrichtungen sollen Hemmschwellen abbauen.

Zudem bieten speziell Technik-Studien objektive Vorteile meist kleine Studiengruppen, exzellente Forschungsmöglichkeiten und höhere Einstiegsgehälter. Ermutigend sind auch die guten Aussichten, eine adäquate Stelle zu finden (unten).

AntizyklischeEntwicklung Doch der positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt steht ein sinkendes Interesse der Schulabgänger an technischen und naturwissenschaftlichen Studien gegenüber. "Internationale Vergleichszahlen zeigen, dass Österreich allgemein einen Aufholbedarf im Bereich Naturwissenschaften und Technik hat", sagt Holger Heller, Bildungssprecher der Industriellenvereinigung, und verweist auf jüngste OECD-Veröffentlichungen: In Österreich ist der Prozentanteil der Absolventen technisch-naturwissenschaftlicher Fächer (gerechnet auf 100.000 Beschäftigte im Alter von 25 bis 34 Jahren) nur etwa halb so hoch wie in den Innovations-Ländern Finnland, Schweden oder Dänemark (speziell Finnland weist fast drei mal so viele Absolventen auf).

Hellers zweite schlechte Nachricht: "In traditionell österreichischen Stärkefeldern wie den Ingenieurwissenschaften, in denen die Unternehmen in unseren Umfragen die zukünftigen Berufsaussichten besonders hoch einschätzen, steigt die Zahl der Studienanfänger nicht entsprechend. Folglich kann es in diesen Bereichen zu einem Mangel an qualifizierten Absolventen kommen, insbesondere in den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik, Elektronik oder Technische Chemie. "

Dies bedeutet zwar für Österreichs Jungtechniker in bestimmten Branchen herrliche Jobaussichten, für Österreich als Technologiestandort wirkt sich diese Entwicklung aber zweifellos negativ aus. Die Bildungspolitik reagierte auf das Problem durch Maßnahmen wie einen Schwerpunkt "Technik-Naturwissenschaften sowie techniknahe Dienstleistungen" im Fachhochschul-Entwicklungsplan 2003 ähnliche Schwerpunktmaßnahmen empfahl auch der Rat für Forschung und Entwicklung.

Nawi und Technik haben ein Imageproblem, ... Und doch helfen solche Empfehlungen nur, Symptome zu beseitigen. Die Wurzeln des Problems liegen darin sind sich sowohl die Industrie als auch die Leiter technisch geprägter Universitäten und Fachhochschulen einig hauptsächlich im "schwierigen" Image von Technik und Naturwissenschaften. "Technik-Studien werden als sehr anstrengend und langwierig angesehen. Das hören wir immer wieder von unseren Studienanfängern auf die Frage, warum nicht mehr Maturanten den Weg nach Leoben finden", sagt Wolfhard Wegscheider, Rektor der renommierten Montanuniversität. Auch aus der Sicht von Markus Tomaschitz, Geschäftsführer der stark technikorientierten Fachhochschule Joanneum, liegt der Grund für Nawi- und Technik-"Muffelei" einerseits darin, "dass naturwissenschaftliche Fächer traditionell die unbeliebtesten Fächer in Schulen sind, und andererseits am Image dieser Studien, die nach wie vor als hart, schwer, trocken und stark mit Mathematik verbunden gelten."

Holger Heller von der Industriellenvereinigung: "Die Bedeutung dieser Fächer wird von Eltern, aber auch von vielen Medien völlig unterschätzt und folglich von den Schülern nicht aufgegriffen."

Die zweite Ursache des österreichischen Desinteresses könnte in der unzureichenden Vermittlung dieser Fächer an den Schulen liegen.

... aber auch ein Vermittlungsproblem "Es ist bekannt, dass bei Österreichs Schülern das Interesse an Naturwissenschaften sinkt, je älter die Schüler werden. Das muss am Bildungssystem liegen bzw. an der Art und Weise, mit welchen didaktischen Konzepten naturwissenschaftliche Themen vermittelt werden", meint Rektor Wegscheider und erinnert dabei an museumspädagogische Konzepte, die Besucherströme in technische Museen locken.

Außerdem ortet er eine Schwäche bei der Vermittlung von Mathematik an den Schulen. "Beim Anteil von Nawi- und Technik-Studenten sind die skandinavischen Länder sowie Großbritannien und Irland Spitzenreiter. Kennzeichnend ist, dass diese Länder auch bei den Mathematik-Kompetenzen in der PISA-Studie führend sind. Der Zusammenhang zwischen fundierter Vermittlung der Naturwissenschaften in den Schulen und einem höheren Anteil an Technik-Studenten ist meines Erachtens zwingend." Auch für Markus Tomaschitz "muss leider gesagt werden, dass ein großer Teil jener Lehrer, die naturwissenschaftliche Fächer unterrichten, nur mangelhafte pädagogische Fähigkeiten aufweisen. Darauf muss in der Lehrerausbildung ganz besonders geachtet werden."

"Ein nächstes Schulpaket sollte jedenfalls für Naturwissenschaft- und Technik-Fächer geschnürt werden, im Rahmen dessen diese Fächer bereits in der Volksschule verstärkt werden", meint Holger Heller. "Warum kann nicht ein Bündel aus Chemie, Physik und Biologie angeboten und speziell für Kinder attraktiv gestaltet werden? Ein vernetzter, anwendungsorientierter Unterricht sollte zur Regel werden, es soll ein Schwerpunkt in der Ausbildung von Lehrern gesetzt werden und Praktiker verstärkt in den Unterricht eingebunden werden."

© SN.

artikel: drucken | als mail verschicken | leserbrief
 

Sonderthemen

Fertighäuser

Erfolg durch Bildung

IAA Frankfurt

Sonderthema Geld

Salzburger Festspiele 2005

Anzeigen

Immobilien

Karriere

Motor

Andere

Tourismus

Mehr Info
Anreise (TT-MM-JJ)
Nächte Zimmer Pers

Spiel des Monats

Klixx

Kultiges Klickspiel:
Super-Skicards gewinnen!
 

Premium Promotions

Blickpunkt


Web-Tipps

Link-Tipps

Netd@ys 2006/2007

Nachrichten + Aktienkurse

Sbg. Fenster

 
© 1997-2007 Salzburger Nachrichten      Kontakt   Sitemap   Impressum   AGB   Newsletter      realisiert von conova