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ERDGAS/ETHANOL
23. September 2005

Made in Austria

Ausgelöst durch die aktuelle Benzinpreis-Debatte ist das Thema Hybridantrieb in aller Munde. Abgesehen von einigen Herstellern, die bereits Serienfahrzeuge anbieten, steckt die Technologie aber noch im Forschungsstadium. Als Alternative zu Diesel- und Benzinmodellen bieten sich daher Fahrzeuge mit Erdgasantrieb an. In diesem Bereich spielt auch das "Autoland" Österreich eine Rolle. In Frankfurt präsentiert Magna Steyr ein Konzeptfahrzeug namens MILA (Magna Innovation Lightweight Auto). Das "einsitzige Motorrad auf vier Rädern" wird von einem 150 PS starken Erdgasmotor angetrieben. Die Steirer wollen damit nicht als eigenständige Automarke auftreten, sondern den Kunden aus dem automobilen Bereich zeigen, was technisch möglich ist.

Opel Zafira CNG

Echte Serienprodukte präsentieren hingegen Opel und Volkswagen. Wie schon beim Vorgänger bietet Opel nun auch den aktuellen Zafira mit Erdgasantrieb an. Der 1,6-Liter-Motor (97 PS) begnügt sich im Schnitt mit 5,3 kg Erdgas auf 100 Kilometern. Gegenüber einem Benziner lassen sich die Treibstoffkosten um rund 50 Prozent reduzieren. Opel setzt beim Zafira CNG auf das so genannte "monovalente" Prinzip. Der Antrieb erfolgt dabei in erster Linie mit Erdgas. Der Motor funktioniert aber auch mit Benzin. Ein 14 Liter fassender Reservetank stellt sicher, dass man bis zur nächsten Erdgas-Tankstelle gelangen kann. Die Markteinführung des neuen Zafira CNG ist für Frühjahr 2006 vorgesehen.

VW Touran und Caddy

In Wolfsburg scheint man sich die Strategie von Opel mit Zafira und Combo CNG ganz genau angesehen zu haben. VW kontert Anfang 2006 in beiden Klassen - mit dem Touran und dem Caddy, jeweils mit einem 109 PS starken Erdgasmotor. Die vier Gastanks, die unter dem Kofferraum montiert sind und keinen Stauraum kosten sollen, fassen je nach Modell 18 bis 26 kg (Reichweite 310 bis 430 Kilometer).

Geistreiche Alternative

Eine weitere Alternative zu Benzin und Diesel stellt Ethanol dar. Der aus Getreide, Zuckerrüben, Holz oder anderer Biomasse gewonnene Alkohol kann ebenfalls als Kraftstoff für Verbrennungsmotoren verwendet werden. Der Vorteil gegenüber fossilen Brennstoffen liegt darin, dass Ethanol aus erneuerbaren Rohstoffen gezogen wird. In Schweden besteht bereits ein Tankstellennetz mit 220 Standorten. Ford bietet dort einen Focus an, der sowohl mit Benzin als auch mit dem alternativen Kraftstoff betrieben werden kann. Ab sofort sind der Focus FFV (Flexi Fuel Vehicle) und der Focus C-Max FFV auch in Deutschland erhältlich. Damit der Motor tauglich für Biosprit ist, sind technische Änderungen notwendig, die mit einem Aufpreis von 300 Euro zu Buche schlagen. In Österreich sind die Ethanolfahrzeuge noch kein Thema, da die Tankstellen-Infrastruktur fehlt. Mit der verpflichtenden Beimengung von Biokraftstoffen zu Benzin und Diesel ab 1. Oktober wird aber auch bei uns der Weg geebnet.

© SN.

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