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Galerie Pro Arte
Um die Arbeit der Russin Vera Khlebnikova zu erleben, muss man nach Hallein in die Galerie Pro Arte fahren, wo unter dem Titel "Selected" fünf Buchprojekte gezeigt werden, deren verbindende Idee die sorgsam bewahrte Geschichte menschlicher Privatheit ist. Ein Album zeigt nicht nur übliche Fotos einer familiären Kaffeerunde, sondern alte Zettel, die für gewöhnlich weggeworfen werden: die Elektrizitätsrechnung von St. Petersburg aus dem Jahr 1918, Zugtickets nach Stalingrad.
Das Tabu, in fremde Taschen zu schauen, muss gebrochen werden, um das Geheimnis der zu einer Installation zusammengefügten alten Taschen und Geldbörsen zu lüften: wiederum alte Fotos, Postkarten, Bilder. Wem sie gefallen, der kann sie kaufen und so ein "klein bisschen des Lebensmülls anderer Leute" zu sich nach Hause bringen. Die gesamte russische Geographie jener Zeit findet sich auf einer Briefmarkenserie, die 1913 zu Ehren des 300. Jahrestages der Romanoff-Dynastie herausgegeben wurde. 2000 Marken wurden von jemandem zwischen 1913 und 1915 in einer kleinen Schachtel gesammelt - auch das ist ein Projekt von Vera Khlebnikova, die heuer an der Sommerakademie für Bildende Kunst Buchgestaltung unterrichtet.
Kunstforum Hallein
Erstmals in Österreich stellt Francine Flandrin aus. "Vanitas - Die neuen AuftraggeberInnen" ist eine seit zwei Jahren laufende Recherche der Künstlerin über Nichtigkeiten des Lebens. Indem Flandrin mit Formularen Menschen unterschiedlicher Herkunft zu deren Vorstellung von der Vergänglichkeit des Lebens befragt, werden diese zu Auftraggebern ihrer Kunst.
© SN.
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